Realtalk: Mein Selbstwert ist größer als eine Blitz-Diät für den Sommerurlaub

Wir haben’s geschafft! Endlich Sommer, Sonne und Sonnenschein! ☀️🏝👙Und ich weiß ja nicht, wie es euch geht, doch für mich ist der Sommer jedes Jahr aufs Neue ein Highlight, auf das ich mich quasi schon im November freue! Ob Sommerurlaub bei 36 Grad an einem europäischen Strand oder gemütliche 24 Grad auf Balkonien: Der Sommer bedeutet für mich Leichtigkeit, ein unbeschwertes und farbenfrohes Dasein und vor allem Schuss mit den Zwiebel-Looks. Jahaaa, der Bikini ist endlich wieder im Dauereinsatz, es wird Haut gezeigt!

Und glaubt mir: Mich überrascht es selbst gelegentlich, dass ich mittlerweile so denke und vor allem fühle! Denn das war nicht immer so! Noch vor zehn Jahren wirkte ich zu dieser Jahreszeit zwar rein äußerlich super happy (die Schutzmauer meines Lächelns war riesig), doch innerlich schmiedete ich bereits die nächsten Diät-Pläne für die Sommer-(Urlaubs)zeit. Meist waren das dann Kombinationen aus den neuesten Crash Diäten und dem allerneuesten Fatburner-Wundermittel. Mein Sommer-Ziel wiederholte sich einige Jahre und lautete wie folgt: Dieses Jahr werde ich eine „gute Figur“ im Sommerurlaub abgegeben – was übersetzt minus 3-5 Kilo hieß.

Zu dieser Zeit ging es mir weder körperlich noch psychisch gut! Mir war oft übel, ich fühlte mich sowohl unterzuckert als auch übersäuert. Ohhhhh, und gereizt war ich auch. Und wenn ich ehrlich bin, auch sehr traurig und wütend auf mich selbst! Denn ausgerechnet im Sommer, wenn alle bauchfrei rumliefen, sich im Bikini auf der Wiese sonnten oder im Mini-Kleid die Sommernächte durchfeierten, fühlte ich mich nicht gut genug… egal, welche neue Wunderdiät ich auch ausprobierte. Denn kleiner Spoiler vorweg (und vermutlich könnt ihr es euch auch schon denken): Mein Ziel-Gewicht für den Sommer konnte ich nie ganz erreichen und auch die erhungerten Erfolge nicht lange halten. Und nicht nur das: Am Ende lief ich dann oft auch noch in einen emotionalen All-You-Can-Eat-Modus über, inklusive schlechtem Gewissen und Gewichtszunahme! Autsch!

Auch die britische Body-Positivity-Influencerin Alexandra Light (32) kennt das Narrativ der Sommer-Diät und spricht sich offen gegen unseren Umgang damit aus! Denn schon eine Veränderung der Sichtweise kann genügen, um aus dem Hamsterrad der toxischen Crash Diäten zu finden und Headlines wie die folgenden gar nicht erst anzuklicken: „Schnell abnehmen vor dem Urlaub: Last-Minute-Tipps!“, „Traumgewicht-Challenge für den Sommer in nur 6 Wochen“ oder „Last-Minute-Diät vor dem Urlaub: Mit diesen Tricks purzeln die Kilos!“ Denn sind wir doch mal ehrlich: Solche Überschriften gehen direkt durch den Körper, straight in die Gedankenwelt und haben dort einen großen Einfluss darauf, wie man sich fühlt und agiert.

Auch bei mir führte es mit dazu, dass ich meinen Selbstwert von meinem Körperfettanteil abhängig gemacht habe! Doch „fu** it“! Diesen Kreislauf habe ich mittlerweile zum Glück längst durchbrochen. Und das solltet ihr auch! 🙏 Denn….

Ich bin gut, so wie ich bin!

Yes, lasst euch meine kleine Zwischen-Headline bitte auf der Zunge zergehen und sagt die Worte am besten einmal ganz laut: ICH BIN GUT, SO WIE ICH BIN! Diese Headline klingt nämlich nicht nur deutlich besser als die oben aufgeführten DiätSommer-Urlaubs-Überschriften, sondern sie wirkt auch direkt ganz anders auf uns. Denn sie bringt den Twist, den wir erst wieder erlernen müssen, um einen Weg raus aus dem Gewichtswahnsinn zu finden: Nämlich, dass das Selbstwertgefühl – wie der Name auch schon verrät – von uns selbst zu kommen hat! Niemand kann unseren Wert definieren außer wir selbst! Und nein, dieser Wert ist nicht von unserem Gewicht abhängig!

» Die vergangenen Misserfolge, unschönen Momente des Self-Bodyshaming und zugelegten Extra-Kilos sind passiert. Verzeihen, heilen, Haken dran! «
Fine Bauer

Logisch, solche Gedanken sind in unserer Gesellschaft, die doch noch sehr von einem gewissen Schönheitsideal geprägt ist, nicht so einfach. Viele werden jetzt vielleicht auch sagen: Aber ich bin nicht gut genug für den Sommer, deswegen die Diät! Doch auch diese innerliche Selbsteinschätzung ist mehr von Außen geprägt, als es zunächst aussehen mag! Und genau das gilt es zu verinnerlichen, um wirklich verstehen und fühlen zu können, warum es nur darum geht, dass wir uns selbst „gut (genug)“ finden! Und, dass das äußere System uns in der eigenen Wahrnehmung einen Streich spielt.

Denn seit unserer Kindheit wird uns beigebracht, gut und artig zu sein. Wir sind abhängig von dem, was „das Außen“ über uns zu sagen hat. In der Schule z. B. wird uns Wissen in den Kopf gehämmert und wenn wir dann bei den Prüfungen eine schlechte Note (unter großem Geheule) bekommen, stellt sich sofort das Gefühl ein, nicht gut genug zu sein. Gleichzeitig vergleichen wir uns mit denen, die als „gut“ gelten und es entsteht ein schwaches Selbstwertgefühl, das wir auch als Selflove-Mangel bezeichnen können. Dieses schlechte Gefühl zieht sich oft vom Kindergarten über die Schule bis hin zur eigenen Familie und in unsere Liebes-Beziehungen. Doch am meisten verfolgt es uns in der Beziehung mit uns selbst. 🥺 Sätze wie: „Verdammt, ich habe eine 5 in Mathe geschrieben“, „Ich kann das nicht“  oder „Verdammt, die anderen haben einen flacheren Bauch im Sommer“  gehen Hand in Hand mit: „Ich bin nicht gut genug.“

Doch wir müssen verstehen, dass wir die Außenwelt nicht kontrollieren können. Es ist normal, auch mal anzuecken und nicht alle Leistungen mit Bravour zu bestehen! Und es ist auch normal, an Gewicht zuzunehmen. All diese Dinge haben nichts mit unserem Selbstwert zu tun. Es ist ganz einfach: Die vergangenen Misserfolge, unschönen Momente des Self-Bodyshaming und zugelegten Extra-Kilos sind passiert. Verzeihen, heilen, Haken dran! Hier und jetzt können wir uns auf das, was uns gerade ausmacht konzentrieren. Dabei hilft, sich selbst diese Fragen zu stellen (und gönnt euch ruhig ein bisschen Zeit dafür): Wie fühle ich mich gerade mit mir selbst? Wie fühle ich mich wirklich OHNE all diese Erwartungen und Programmierungen? Kann ich das unterscheiden? Probiert einfach mal, ein Gefühl für euch selbst und euren Körper zu entwickeln.

Es ist Bullshit, alleine für den Sommerurlaub abzunehmen!

Doch bevor mich gleich jemand falsch versteht: Wer diesen Sommer, Herbst oder Winter abnehmen möchte, auch aus gesundheitlichen Gründen zum Beispiel: Go for it! Wenn ihr an eurer Optik und wichtiger, auch an eurer Gesundheit arbeiten möchtet, dann ist der Wunsch und das aktive Arbeiten an einer Veränderung etwas sehr Gutes! Eine Veränderung sollte jedoch nicht aus dem Grund einer Hitzewelle und dem Gefühl, „nicht gut genug zu sein“ entstehen. Und auch in eine ungesunde „In 6 Wochen zum sexy Bikini-Body“-Challenge einzusteigen, aus Angst vor Ablehnung oder schrägen Blicken, ist der falsche Ansatz. Crash Diäten und temporäre Challenges schaden uns häufiger, als dass sie uns von Nutzen sind. Wenn wir an uns arbeiten wollen, dann, weil wir uns und unseren Körper lieben und für ihn das Beste wollen. 🥺 Das Ziel von uns allen diesen Sommer sollte also sein: Ein sicheres Selbstwertgefühl entwickeln und „Ja, ich bin gut genug“ laut und mit einem Lächeln sagen zu können.

Und klar, dieser eigene Wohlfühl-Prozess kann eine ziemliche Challenge sein! Nehmt euch also Zeit! Die brauchte ich auch. Und hey, mittlerweile ist es mir total egal, ob meine Bauchrollen im Sitzen rausgucken. 😜 Ich habe gelernt, dass sie meinen eigenen Wert nicht beeinflussen. Also, no shame im Bikini und genießt den Sommer in vollen Zügen!

x Fine

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