Très Click
20.08.2021 von Très Click

Warum Frauen und Kinder in Afghanistan besonders gefährdet sind und wie du weiterhin helfen kannst

Es sind Bilder wie diese, die uns den Atem stocken lassen. Die uns in den Schlaf begleiten und seit Tagen hilflos machen. Bilder, die dennoch nur ansatzweise festhalten können, wie es den Menschen vor Ort wohl gerade gehen muss…

In Afghanistan hat die islamistische Terrorgruppe Taliban die Macht übernommen. Nur wenige Wochen nach der Ankündigung des amerikanischen Truppenabzugs gelang es den Kämpfern, Kabul einzunehmen. Bereits am vergangenen Wochenende entschied sich die afghanische Regierung für einen friedlichen Machtwechsel. Doch friedlich ist deshalb noch lange nichts.

Minütlich erreichen uns Aufnahmen, die die Situation in Afghanistan greifbarer (wenn auch trotzdem unbegreiflich!) machen. Menschen strömen zum Flughafen, versuchen sich zu retten, bevor die Taliban auch in der Hauptstadt ihre radikale Ideologie durchzusetzen beginnt. Denn genau sie es, die für Diplomat*innen, aber auch Ortskräfte und Journalist*innen den Tod bedeuten kann. Die islamistische Gruppierung ist dafür bekannt, Frauenrechte einzugrenzen und demokratische Grundwerte aufzuheben. Jede Person, die in den vergangenen Jahrzehnten für Freiheit, Gleichberechtigung und politische Teilhabe einstand, schwebt nun in großer Gefahr.

So geht es den Frauen und Kindern in Afghanistan

Vor allem Frauen und Kinder könnten von den Auswirkungen der Machtübernahme nachhaltig betroffen sein. „Jeder, der an Fortschritt glaubt, ist bedroht“, titelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung vor sechs Tagen. Denn obwohl sich die Taliban in den letzten Tagen vergleichsweise gemäßigt zeigt, spricht die Vergangenheit für sich: Als Afghanistan zwischen 1996 und 2001 schon einmal unter deren Herrschaft stand, durften Frauen nicht ohne Burka und männliche Begleitung auf die Straße gehen. Mädchen blieb zudem der Zugang zu Bildung und Arbeit komplett verwehrt.

Nun droht die erneute Eskalation all die zwischenzeitlich erkämpften Rechte wieder zunichte zu machen – und nicht nur das: Frauenrechtlerinnen müssen täglich um ihr Leben fürchten, viele junge Mädchen, die in bereits eingenommenen Provinzen leben, werden zwangsverheiratet. Auch dem Rest des Landes könnten solche Entwicklungen drohen. Denn die Beobachter sind sich sicher: „Spätestens, wenn sich die internationale Aufmerksamkeit von Afghanistan abwende, würden die Islamisten ihre reaktionären Vorstellungen von einer muslimischen Gesellschaft radikal durchsetzen“, paraphrasiert die Deutsche Welle.

Es ist daher wohl kaum verwunderlich, dass es sich bei 80 Prozent der Menschen auf der Flucht aus Afghanistan um Frauen und Kinder handelt. Sie sind in ihrer Heimat nicht mehr sicher. Unabhängig davon, ob sie sich nun für Frauenrechte eingesetzt haben, regierungsnah zu verorten sind oder für internationale Organisationen arbeiteten. „Es ist eine schlimme Situation, die Aufmerksamkeit braucht. Die Situation ist instabil und unbeständig“, warnt auch das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR.

Eine humanitäre Notlage. Nicht nur für Frauen und Kinder. Aber ganz besonders für sie. Also lasst uns nicht abstumpfen, trotz all der Bilderlast. Lasst uns aufmerksam bleiben und der Politik auf die Finger schauen. Lasst uns Nothilfe leisten und Zeichen setzen. Indem wir unabhängige Hilfsorganisationen unterstützen, die die Menschen vor Ort mit dem Nötigsten versorgen. Indem wir Demonstrationen besuchen, Beiträge teilen und unseren Abgeordneten schreiben. Und vor allem: Indem wir die Haltung einzelner Parteien auf ihr aktuelles Krisenmanagement hin bewerten. Um im September entsprechend unser Kreuzchen setzen zu können!

In ganz Deutschland wird am Wochenende demonstriert:

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