10 Gründe, warum du beim Sex nicht feucht wirst

Sie ist schon ein faszinierendes Organ, diese Vagina. Sie kann uns (im besten Fall) Orgasmen bescheren, aber auch (wenn so gewollt) neues Leben. Sie ist flexibel und anpassbar, an unserem Zyklus beteiligt und feuert wahre Kaskaden an Emotionen an unser Hirn hinauf.

Dennoch bekommt sie, jedenfalls in unserer Wahrnehmung, viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Lobeshymnen lassen dabei ebenso zu wünschen übrig, wie die Thematisierung verschiedener mit ihr verbundener Tabus. Denn nicht für jeden Menschen mit Vagina fühlt sich Erregung und Geschlechtsverkehr gleichermaßen befriedigend an. Ein häufiger Grund hierfür? Die Schleimhäute geben zu wenig natürliches Gleitmittel ab. Oder, anders formuliert: wir werden einfach nicht feucht ‚genug‘.

Eine solche Erfahrung (regelmäßig) zu machen, kann sehr frustrierend – aber vor allem auch schmerzhaft – sein. Dabei gibt es etliche Gründe, warum wir trotz aufkommender Lust nicht ausreichend feucht werden können. Und JA, die sind meist absolut nachvollziehbar… und im Laufe unseres Lebens zeitweise auch vollkommen normal. Grundsätzlich gilt also: Nicht selbst verurteilen oder stressen lassen. Und schon gar nicht irgendetwas zulassen, für das wir uns in dem Moment nicht bereit fühlen.

Als zusätzliches Hilfsmittel kann natürlich jederzeit entsprechend Gleitgel verwendet werden. Sicherlich schadet es bei gehäuftem oder dauerhaftem Auftreten dennoch nicht, auch die Ursache für unsere Scheidentrockenheit einordnen zu können. In diesem Sinne: Here we go. ⬇️

Daran kann es liegen, dass du nicht feucht wirst

Du überstürzt die Dinge

Laut cosmopolitan.com belegen verschiedene Studien, dass Menschen mit Vaginas etwa 10 bis 45 Minuten brauchen, um vollständig erregt zu sein. Erst dann ist das Blut vollständig in die Vulva geflossen und bei vielen wird eben auch dann erst genügend Feuchtigkeit produziert. Geb dir also, ganz ohne Druck, die benötigte Zeit. Wer weiß, vielleicht ist das sogar schon der einzige Faktor – und es ist einfach nur ein ausgiebigeres Vorspiel nötig.

Du bist dehydriert

Klingt zu einfach, um wahr zu sein? Na dann: auf zum Selbstversuch! Denn auch ein Zustand der Dehydrierung kann Schuld an unserer fehlenden Feuchtigkeit im Intimbereich sein, erklärt Dr. Amy Gueye-Weinstein, ebenfalls gegenüber der Cosmopolitan: „Da unsere Zellen zum größten Teil aus Wasser bestehen, hat eine schlechte Wasseraufnahme unzählige schädliche Auswirkungen auf den Körper, zu denen auch vaginale Trockenheit gehören kann.“ Konsequent 2 bis 3 Liter Wasser am Tag zu trinken, sollte entsprechend schon nach kurzer Zeit eine entsprechende Verbesserung mit sich bringen.

Du stillst

Das Stillen eines Babys kann vieles im Körper aus dem Gleichgewicht bringen. Eine hormonbedingte Trockenheit ist entsprechend nicht auszuschließen. Diese sollte allerdings temporär sein und sich spätestens mit dem Abstillen wieder von selbst regulieren. Ist das nicht der Fall, kann eine Abklärung in der Praxis des Vertrauens hilfreich sein.

Du rauchst

Rauchen kann, ähnlich wie Alterungsprozesse und weitere Faktoren, Verstopfungen in den Arterien verursachen. Davon können auch diejenigen im Vaginalbereich betroffen sein, was oft zu einer geringeren Funktion der Schleimhäute führt. Dr. Jennifer Landa ordnet das Phänomen wie folgt ein: „Unser Feuchtwerden ist, ähnlich wie bei der Erektion des Mannes, hauptsächlich auf das Anschwellen der Blutgefässe zurückzuführen. Der dadurch erhöhte Blutdruck führt dazu, dass Serum über die Schleimhäute der Vagina austritt, was zu mehr Feuchtigkeit führt.“ Sind die Arterien dauerhaft verstopft, kann also auch die Vulva weniger anschwellen – und wir werden entsprechend weniger feucht.

Du fühlst dich unwohl oder schämst dich beim Sex

Druck (ob von außen gegeben oder innerlich gemacht) kann große Auswirkungen auf unser Lustbefinden beim Sex haben. Wenn wir mit unserem Selbstbild hadern, Sex mit etwas „dreckigem“ verbinden oder Schamgefühle entwickeln, sorgt dies für Stress und Unwohlsein. Wir können uns nicht mehr entspannen oder fallen lassen, die natürliche Erregungsreaktion des Körpers bleibt aus. Entspannung ist daher für viele ein wichtigster Faktor zum Fallenlassen. Vielleicht wird diese durch Hintergrundmusik, schönes Licht oder einen ruhigen Abend begünstigt? Nehm dir die Zeit – und finde es heraus.

Deine Hormone sind im Ungleichgewicht

Kommen wir zum vielleicht häufigsten Übeltäter. Denn unser Hormonspiegel hat tatsächlich sehr viel mit der Beschaffenheit unserer Vagina zu tun. Menopause, Perimenopause, die Geburt, das Stillen, aber auch eine Krebsbehandlung können zu einem niedrigen Östrogenspiegel, und damit auch einer Abnahme der vaginalen Feuchtigkeit führen.

Die Medikamente, die du nimmst, haben Nebenwirkungen

Ob Allergiepräparate, Erkältungsmedikamente oder sogar Antidepressiva. Verschiedene Medikamente können zum Austrocknen unserer Vagina führen. Natürlich ist es dabei oftmals keine Option, diese einfach abzusetzen. Stattdessen lohnt sich aber die Rücksprache mit dem verantwortlichen Arzt oder der verantwortlichen Ärztin. Vielleicht haben andere Medikationen diese Nebenwirkung nicht? Oder aber, wir erkennen diesen Grund für uns an – und setzen einfach vermehrt auf Gleitmittel und Selbstfürsorge.

Du benutzt die falsche (Intim)Pflege

Viele Frauen reagieren allergisch auf verschiedene Chemikalien, die in Pflege- aber auch Reinigungsmitteln enthalten sind. Ob nun also verursacht durch unsere Hygiene-Routine oder frisch gewaschene Unterhosen – aggressive Produkte sorgen für Trockenheit und Hautreizungen, ganz ohne dass wir den Ursprung dafür zuordnen können. Es lohnt sich entsprechend, auf mildere Alternativen umzusteigen. Und sogar mal die Reaktion auf das Gleitgel im Auge zu behalten. Denn auch hier kann das falsche Produkt für die individuelle Person zu Irritationen führen.

Du bist gestresst

Es ist super schwer für viele Menschen, und vor allem Frauen, erregt zu werden, wenn sie sich in einer stressigen Phase befinden. Vielleicht bleibt die Feuchtigkeit der Vagina also auch schlicht deswegen aus. Wer sich nicht vollständig auf die sexy Sache zwischen den Lacken einlassen kann, der wird auch im Körper nicht die entsprechenden Reaktionen auslösen. Kein Grund zur Sorge also. Denn zusätzlichen Stress brauchen wir in einer solchen Situation erst recht nicht noch on top. Oftmals hilft es bereits, sich dessen bewusst zu sein – und schon folgt die Entspannung von ganz allein. Bleibt dieses Problem aber dauerhaft bestehen, kann es helfen, eine*n Gynäkolog*in aufzusuchen. Oder sogar eine*n Therapeut*in.

Du hast weniger Lust, als du zugeben willst

Manchmal sendet der Körper eindeutigere Signale, als uns vielleicht lieb ist. Liegt die fehlende Feuchtigkeit eventuell also daran, dass unsere Libido (generell oder temporär) nicht so ausgeprägt ist? Oder sind wir schlicht nicht zufrieden damit, wie der Sex mit dem oder der aktuellen Partner*in verläuft? Manchmal kann es helfen, ganz ehrlich in sich selbst hineinzuhören. Wer nur deshalb Sex hat, weil der andere darauf pocht, der wird ganz sicher nicht ausreichend Lust empfinden. Und demnach auch nicht feucht werden können. Bleib also ehrlich mit dir selbst.

Und scheue dich vor allem nicht davor, das Gespräch zu suchen. Mit dem Freund, der Liebschaft, der Therapeutin oder dem Gynäkologen. You know when you know (spätestens nach diesem Artikel hoffentlich ❤️)!

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