Billie Eilish hat mit ihrem Vogue-Cover ihr Wort gebrochen – Darum finde ich diesen Schritt so wichtig

Hellllooooooooo!?! Wer hätte gedacht, dass wir die Woche mit einem unerwarteten Statement-Cover von US-Sängerin Billie Eilish (19) auf der britischen VOGUE beginnen würden? Ich meine: WOW! Ich musste tatsächlich mehrmals hinschauen, denn auf diese Weise hat sich die 19-Jährige noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt. In dem Shooting überrascht sie nämlich plötzlich mit einem ganz neuen figurbetonten Look. Sie trägt enganliegende Dessous, Latex-Handschuhe und setzt gekonnt ihre super sexy Kurven in Szene – wie sie es noch nie getan hat. 🔥 Bereits in nur sechs Minuten bekam das Foto auf Billies Instagram-Kanal (83,2 Millionen Follower) mehr als zehn Millionen Likes. Ein neuer Rekord.

Und trotzdem ist dieser Wirbel wenig überraschend, immerhin kennen wir die „Bad Guy“-Sängerin ausschließlich in ihrem Signature Look, für den sie ebenso bekannt ist wie für ihre Musik: Weite Baggy-Hosen und übergroße T-Shirts, Nietenhalsbänder und Neon-gefärbte Haare. Und genau diesem rockigen Oversize-Style ist Billie eigentlich immer treu geblieben. Ob auf der Bühne, im Studio für Fotoshootings, bei Abendveranstaltungen oder auch ganz privat. Und es war ebenfalls Billie, die immer very straight ihr Ding gemacht hat und sich gegen sexuelle Ausbeutung, Bewertung und Abwertung weiblicher Körper und die Zurschaustellung ihres eigenen Bodys ausgesprochen hat. Noch vor zwei Jahren versprach sie sogar ihren Fans, niemals ihr Bein-Tattoo zeigen und sich nie über ihren Körper und ihre weiblichen Rundungen in der Musik-Branche definieren lassen zu wollen.

Das ging sogar so weit, dass Billie vor 1,5 Jahren das Nylon Magazin für das virtuell erstellte Cover der Sängerin verklagte, weil sie und ihre Fans der Meinung waren, dass zu viel Haut und Proportionen gezeigt werden würden – und zwar gegen ihren Willen.

Mit all diesen Punkten im Kopf ist es also kein Wunder, dass Billies plötzliche optische Entwicklung für viele Fans ihrer Community total unerwartet kommt. Sehr viele (wir) feiern ihren Schritt, der by the way kaum symbolischer fürs Erwachsenwerden sein könnte, total… doch es gibt auch Negativ-Stimmen.

Für einige Fans, die Billie gerade für ihre frische, rebellische Art lieben, fühlt sich der Stil- und gleichzeitig auch indirekte Wortbruch wie ein Verrat an, wie einige Twitter-Reaktionen aufzeigen. Sie sind enttäuscht und werfen Billie Sexualisierung vor – das Thema, gegen das sich die siebenfache Grammy-Gewinnerin immer laut ausgesprochen hat! 🥵 Doch an dieser Stelle muss ich direkt auf einen wertvollen Quote der 19-Jährigen hinweisen, der mittig auf dem Vogue-Cover prangt und der passender zur Situation nicht hätte sein können. Denn er macht deutlich, dass hinter diesen sexy Fotos viel mehr steckt. Billie scheint diesen Schritt nämlich nicht nur länger geplant zu haben, sondern sich auch bewusst über die gespaltenen Reaktionen zu sein: It’s all about that makes you feel good“, so ihre Aussage. Übersetzt: „Es geht nur darum, dass du dich gut fühlst“!

Und genau das ist es! Diese Aussage macht das Cover zu einem unglaublich aussagekräftigen Statement-Cover, das uns erneut vor Augen führt, wie schwierig es für Frauen ist, „Slut-Shaming“ zu entgehen, und wie wichtig es ist, dass die Diskussion nun wieder aufblüht. Besser hätte Billie ihren Ausbruch also wirklich nicht vollziehen können.

» Plötzlich giltst du als Heuchlerin, wenn du Haut zeigen willst, als billige Schlampe, eine Hure (...) Den eigenen Körper, die Haut zu zeigen oder auch nicht - all das sollte den Respekt dir gegenüber in keiner Weise beeinflussen. «
Billie Eilish über Slut-Shaming

She is a new Billie

Und ja, Billies VOGUE-Look mag überraschen. Sie hat weite Klamotten gegen Korsage (übrigens von ihrem Signature Label „Gucci“, hier ist sie sich also treu geblieben) getauscht. Sie wirkt edel und madamig, wie eine junge Göttin – eben alles andere als rotzfrech, punkig und körperversteckend, wie man es eigentlich von ihr gewohnt war. Und ja, diese Darstellung mag einigen ihrer früheren Aussagen widersprechen. Doch das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass dieser Auftritt ihr eigener Ausbruch aus der Welt einer Minderjährigen, die im Scheinwerferlicht groß werden musste, ist. Und wenn sie diesen Schritt mit einem solchen Shooting gehen wollte, ist das fucking nochmal ihr Ding. „I love these pictures and I loved doing this shoot. Do whatever you want whenever you want. Fuck everything else“, schreibt sie dazu.

Und wenn man ganz ehrlich ist, kam dieser Image-Wechsel auch nicht völlig unerwartet. Vieles hat in den letzten 1,5 Jahren bereits für einen Image-Knall gesprochen und ich finde es wahnsinnig wichtig, gerade auch für junge Künstler*innen, mit dem Erwachsenwerden auch frühere Prinzipien neu zu definieren. Und die Konversation über unsere Gesellschaft damit aufrechtzuerhalten – aber natürlich mit Bedacht und wohlüberlegt. Was für mich der siebenfachen Grammy-Gewinnerin wirklich gelungen ist!

„Wenn ich 18 bin, gibt es nackte Haut“

Klar, seit Billie mit 14 Jahren berühmt geworden ist, ist viel passiert. Die US-amerikanische Songwriterin und Sängerin hat bereits in jungen Jahren lernen müssen, mit Kritik über sich selbst, ihren Körper und ihren Look umzugehen. Dass das niemals und vor allem nicht in der Pubertät einfach ist, benötigt hier keine weitere Erklärung. Es ist also auch kaum überraschend, dass sie vor Jahren einmal gesagt hat, sich niemals körperbetont zeigen zu wollen. Gerade als Teenager finde ich ihr Statement super! Junge Mädchen auf dem roten Teppich, zurechtgestylt wie erwachsene Frauen, haben immer einen bitteren Beigeschmack für mich. Billie ist dem halt immer massiv entgegengetreten! 👏

Doch Aussagen, Meinungsbilder und Weltansichten verändern sich über die Jahre. Und gerade bei einer jungen Frau ist ein „Wortbruch“ und das Aufzeigen einer „anderen“ Billie mit dem Erreichen der Volljährigkeit alle Male zu verzeihen. Womöglich sogar wichtig. Und wie bereits gerade schon angedeutet, so gaaaaanz unangekündigt kam ihre Entwicklung nun auch wieder nicht.

Billie hat bereits vor einem Jahr davon gesprochen, mit 18 mehr Haut zeigen zu wollen. Deswegen habe ich schon fast ein bisschen auf ihre Typveränderung gewartet. Nur dass die jetzt mit so einem edlen VOGUE-Cover kommen würde, hat mich definitiv überrascht. In einem Interview mit dem ELLE-Magazin sagte Billie nämlich mal Folgendes: „Ich werde eine Frau sein. Ich will meinen Körper zeigen. Was, wenn ich ein Video drehen möchte, in dem ich begehrenswert aussehe? Keinen Porno! Ich weiß aber, dass es riesige Wellen schlagen würde. Ich weiß, dass einige Menschen sagen werden: ‚Ich habe jeglichen Respekt vor ihr verloren.’“ Somit schlagen die schicken Dessous-News definitiv nicht wie Miley auf der Abrissbirne ein, sondern überraschen äußerst positiv. Denn ihre freie Wahl des Stylings und der Darstellung sind gelungen und alles andere als pornografisch-erotisch.

Trotzdem werden die Aufnahmen bei mir ein bisschen von einem Gefühl des Mitleids überschattet. In ihrer Position wird sie es, wie erneut bewiesen, niemals allen recht machen können. Egal, wie sie es auch anstellt. Denn „Vergessenheit“ gehört leider nicht zu den Tugenden von Fans, Medien und Kritikern. Und jeder erinnert sich natürlich an den Knall, den Billie letztes Jahr auf dem ersten Konzert ihrer Welttournee hochgehen ließ. 👇

Damals adressierte sie genau diese toxische Fixierung auf den Körper einer Teenagerin, um jetzt mit 19 Jahren einen weiteren wertvollen Schritt für sich selbst als junge Frau und ihrer Entwicklung in der Öffentlichkeit hinzulegen.

Und mal ehrlich, die VOGUE-Strecke ist wahnsinnig ästhetisch, reif und lässt mich definitiv nicht den Respekt gegenüber der jungen Künstlerin verlieren. Im Gegenteil, durch ihren Weg und ihren Wandel ist Billie vielmehr eine Inspiration! Für sich selbst, aber auch für Andere! Und viel wichtiger: Sie gibt dem unangenehmen und trotzdem allgegenwärtigen Thema der Sexualisierung eine neue Diskussions-Fläche.

Außerdem, wer von uns kann schon behaupten, bis zum 19. Lebensjahr gewartet zu haben, um ein bisschen mehr (/zu viel) nackte Haut zu zeigen?! Ich nicht und es sei mir verziehen. 🤪

„It’s all about that makes you feel good“

Wenn ich an meine freizügigen Mini-Röcke und Ausschnitte mit 17 Jahren denke, dann kann ich nur ehrlich zugeben, dass ich mich umso mehr über Frauen wie Billie freue, die jahrelang einen anderen Weg der Selbstdarstellung gewählt haben. Es ist beruhigend – wenn auch eine Seltenheit – junge Frauen zu sehen, die mit ihrer Weiblichkeit, ihren Kurven und ihrer Sexualität in der Öffentlichkeit langsam machen und nicht direkt auf die „Sex sells“-Schiene aufspringen. ☺️

Und selbst bei hautzeigenden Ikonen wie Miley Cyrus und den Kardashians kommt der empowering Cover-Quote von Billie dennoch gleichermaßen zum Einsatz und unterstreicht, dass es um weit mehr als Klamotten, Haut, und Make-up in unserem Dasein geht: It’s all about that makes you feel good!“ Von der Aussage können wir uns alle einen Klebezettel machen und immer als Erinnerung bei uns tragen. Für uns selbst, aber auch für den Umgang mit unserem Umfeld. Leben und leben lassen, ist das Motto. Und wenn der Wunsch nach einer Veränderung vorhanden ist, dann ist das vollkommen legitim. Auch wenn das bedeutet, ein Tattoo, das eigentlich geheim bleiben sollte, zu entblößen, oder als junge Frau öffentlich zur eigenen Körperform zu stehen, obwohl dies mit 16 für einen selbst noch ein Tabu-Thema war. Entwicklung ist das Gegenteil von Stillstand und wir tun uns allen gut, ständig im „Flow“ zu bleiben, die ein oder andere Grenze der Vergangenheit einzureißen und aus dem früheren „Ich“ auszubrechen.

Oder wie Billie es direkt formuliert hat: „Es geht nur darum, worin du dich gut fühlst. Wenn du dich operieren lassen willst, dann geh und lass dich operieren. Wenn du ein Kleid tragen willst, bei dem jemand denkt, dass du zu breit darin aussiehst, dann f*ck it – wenn du das Gefühl hast, dass du gut aussiehst, dann siehst du gut aus!“ 

Ein besseres Abschlusswort gibt es wohl kaum. Ob das Cover-Shooting weitere Auswirkungen auf Billies Signature Look haben wird und wir sie demnächst vielleicht öfter in figurbetonten Outfits sehen werden, bleibt offen. Egal wie, von mir aus kann sie machen, was sie möchte! ❤️

x Fine

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