5 Body-Positivity-Accounts, die unter die Haut gehen

Mein Instagram-Feed vor 3-4 Jahren: perfekte Aufnahmen, von scheinbar perfekten Menschen, an perfekten Orten, in perfekten Outfits. Sie sind schlank, wunderschön und haben alles, was im ersten Augenblick glücklich zu machen scheint. Meistens habe ich mich schlecht gefühlt, wenn ich diese Posts gesehen habe. Mich mit den Influencern verglichen, versucht, genau so ein Leben zu inszenieren, so auszusehen wie sie, schöne Orte zu bereisen, um das perfekte Bild zu kreieren. Mich verrenkt, um für Fotos optimale Posen zu finden, für einen extrem schlanken Bauch und extrem runden Po. Vergeblich. 😩

Inzwischen ist mein Instagram-Feed ein anderer: Ich sehe Bilder von authentischen Menschen in allen möglichen Konfektionsgröße, lustige Beauty-Fails, schöne Naturaufnahmen, stärkende Lebensgeschichten, ein Galerie mit Momentaufnahmen von lächelnden Freunden. Natürlich sind auch ein Paar Influencer mit ihren perfekten Körpern, in ihrer perfekten Welt dabei. 😉 Und ich gönne es ihnen. Denn nur eine ausgewogene Mischung und der Blick fürs Andere, schafft eine gute Balance. #PositiveVibesOnly❤️

Die vermeintlich perfekte Instagram-Welt bröckelt langsam vor sich hin, wird immer mehr und mehr von Body-Positivity-Accounts durchzogen, deren Inhaberinnen es satthaben „scheinbar perfekt“ zu sein.

Brauchen wir das noch?

Manchmal erwische ich mich bei der Frage, ob wir diese rebellischen Postings wirklich noch brauchen? Wurde es nicht schon tausendmal gesagt, geschrieben und in allen erdenklichen Prostest-Aktionen auf den Straßen unsere Großstädte verkündet? Ist die Nachricht von „Everybody is Beautiful“ und „Selflove“ nicht schon seit Vorgestern in den Köpfen und vor allem Herzen von uns allen angekommen? 🤔

Offenbar nicht! Denn beim Scrollen durch meinen Feed springt mir wieder einmal ein respektloser Kommentar unter einem Posting ins Auge. Die Frau im Bikini (mindestens 10 Kilos schlanker als ich selbst) liegt mit einem Buch lachend am Strand, in einer weniger vorteilhaften „instagrammable“ Pose. Sie wird von irgendeinem Nutzer als fettes Walross beleidigt. Das Schlimmste: Andere User liken diese Aussage.

Wenn sie in seinen Augen unästhetisch dick ist – was sie nun wirklich nicht im Geringsten ist und selbst wenn, jedem sein eigenes Glück und Wohlempfinden bitte  als was würde dieser Mensch mich bezeichnen? Und wie fühlen sich andere Frauen, die diese Beleidigung lesen und sich selbst damit vergleichen?

Das Beispiel zeigt nur einmehr, dass wir mit der Akzeptanz von unterschiedlichen Körperformen und Schönheits- Wohlfühl-Idealen, noch lange nicht da angekommen sind, wo wir hingehören. Und es schreit förmlich nach MEHR Body Positivity und Vielfalt in unseren Timelines. JA, wir brauchen das! 🙏

Mehr reale Lebensfreude, bitte

Genau deswegen ist es so wichtig, dass die Skinny-Girl-Perfect-World-Plattform Instagram permanent aufgewühlt wird. Wir haben alle eine riesige Verantwortung für uns selbst und unser Wohlergehen, aber auch für andere Generationen. Wir sind Vorbilder. Zufriedenheit darf sich nicht ausschließlich mit dem vermeintlich perfekten Körper und einem amazing Lifestlyle in Verbindung bringen lassen, sondern mit unseren greifbaren Werten und authentischem Dasein. 💕

Wie passend, dass ich über diese 5 Body Positivity Accounts der etwas anderen Art gestolpert bin. Diese Powerfrauen sind motivierende Vorbilder, die Lebensfreude ausstrahlen, realistisch und nahbar sind und vor allem mit Humor an Social Media herantreten. 😊

Viel Spaß beim Liken und Smilien

x Fine

1. Chessie King zieht lieber eine fröhliche Grimasse, anstelle sexy in die Camera zu posen

„Ich zerstöre deinen perfekten Instagram-Feed!“

Die Bloggerin Chessie King kennt keine Grenze des Humors. Durch ihre Postings hält sie ihren Kolleginnen den Spiegel vor, indem sie sich immer wieder absichtlich von ihrer vermeintlich schlechtesten Seite zeigt.

Doppelkinn, aufgeblähter Bauch, Cellulite, Selbstbräuner-Pannen. Eben all das, mit dem wir „Normalos“ uns eben auch regelmäßig herumschlagen. 🤷🏼‍♀️ Es wird kein Thema ausgelassen und damit sorgt die Britin für gute Laune beim Scrollen und zeigt mit Humor, dass der typischen Instagram-Lifestyle sehr wenig mit der Realität zu tun habt.

Sexy mit eingezogenem Bauch und Ananas auf den Brüsten posieren kann doch jeder – probiert es doch mal lieber mit einem riesigen Lächeln und Spaß an dem Bildern aus.

„Das Leben ist mit einem Lächeln doch so viel schöner!“ – Chessie K. 😘

2. Em Ford zeigt, wie wunderschön sie mit Gesichts-Akne aussieht

„Du brauchst keine perfekte Haut, um glücklich zu sein“

Die Beauty-Bloggerin Em Ford wird für ihre Make-up- und Beauty-Tipps von 1 Million Follower auf YouTube gefeiert. Denn sie selbst leidet an einer schweren Gesichts-Akne. Em zeigt sich einerseits perfekt geschminkt und gibt wertvolle Tipps zum Überdecken der Hautprobleme, andererseits tritt sie natürlich ohne Make-up, Puder und Mascara, dafür aber mit Pickeln, Entzündungen und Unreinheiten auf ihren Social-Media-Plattformen auf und berichtet wie wichtig es ist, sich selbst auch ohne die ständige Verschönerung zu lieben. ❤️

So ist ihre Haut nun mal. Em möchte anderen Mädchen und Frauen zeigen, dass sie mit ihren Hautproblemen nicht alleine sind, sich nicht dafür schämen brauchen und manchmal die besten Produkte und die strikteste Ernährung nur minimale Verbesserungen mit sich bringen.

Geschminkt oder ungeschminkt. „Du bist wunderschön. Lass Dir von niemandem etwas anderes erzählen. Nicht einmal von Dir selbst.“

 

3. Allison Kimmey ist stolz auf sich selbst und ihren Körper, für alles was sie zusammen geleistet haben

„Einfach nur eine liebevolle Erinnerung daran, dass dein Körper nie dazu bestimmt war, immer gleich auszusehen“

Allison Kimmey ist 3-fache Mutter und Expertin für Selbstliebe. Sie ermutigt durch ihre Social-Media-Präsenz ihre Follower dazu, sie selbst zu sein und Veränderungen positiv anzunehmen. “Just do you, Babe“ ist ihre Message. Also immer auf sich selbst zu hören, sich nicht von außen zu sehr beeinflussen lassen und – ganz wichtig – sich selbst mit Liebe und Akzeptanz überschütten. 💕 Denn jeder Mensch hat das Recht, sich schön zu finden.

Dabei erinnert die Amerikanerin uns daran, dass gerade Altern und eine permanente körperliche Veränderung zum Leben von uns allem dazugehört und völlig normal ist: Falten, Narben, Extra-Kilos und Dehnungsstreifen von den Schwangerschaften gehören dazu.

Allison zeigt sich und ihren gereifte Rundungen mit wahnsinnig inspirierender Liebe und Power und sagt selbst über ihren Körper:

„Enjoy her. Have compassion for her. Discover her. And love her.
Just do you, Babes!“ – Allison K.

 

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She rolled down the window and said “Not to be too personal, but have you lost weight?” “Not sure, I don’t weigh myself. I’ve been walking daily for my mental health.” “Well, you look great!” ——— These type of comments were what fed my obsession for years. I lived for others noticing my efforts, for the praise of a shrinking body, for the “what are you doing? Tell me your secret!” Or “you’re shrinking away!” Or “you look SO GOOD!” and certainly for the before and afters! ——— The thing is, we spend so much time focusing on what OTHERS think of us, that after a while we don’t know what WE think of ourselves. And since we don’t know, we let others tell us. And the world tells us we’re not good enough, successful enough, worth enough if we’re not thin or trying to be. No wonder so many of us are stuck in a cycle of measuring our worth on the scale and waiting until “one day” to start truly living. ——— I used to think life was about calories in being less than calories out. Now I know that life is about time well spent with the people you love, moving your body because it FEELS good, eating the things that taste good to you, wearing whatever you want and doing whatever you’re good at, loving so hard it hurts, having big faith, being grateful for every breath and just doing you. So why don’t we try changing the conversation...losing weight is no longer the ultimate compliment and gaining it is no longer the worst thing you can do. Let’s praise others for being good humans (and raising good ones too), for their gratitude, for their big hearts, for inspiring you, for glowing, for doing hard things, for being present, for stepping up, for standing out, for just trying their best. Just do you babes! Xoxo Allie

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4. Jadar Sezar zeigt, dass jede Konfektionsgröße eine Sportskanone sein kann

„Fitness has no size limit“

Einen Marathon laufen mit Konfektionsgröße 44-46 und DAS auch noch in Unterwäsche? 🤔 Klingt unmöglich. Denn ein Marathon stellt schon als Fliegengewicht eine enorme Körperliche Anstrengung dar und erfordert körperliche und mentale Fitness.

Doch Plussize Model und Frauen-Aktivistin Jadar Sezer hat genau das in London vollbracht und damit klipp und klar bewiesen, dass es in Bezug auf Fitness kein Limit einer Konfektionsgröße gibt.

Yes Girl, you rock. 💥 Auf Instagram zeigt sie sich sportlich aktiv und zufrieden mit ihrem Körper und der erbrachten Leistung. Sie motiviert zum Nachmachen, dazu, sich zu bewegen und gleichzeitig Gutes für die Gesellschaft zu tun.

Zuletzt nahm sie an einem 90-Minuten-Wettschwimmen teil, dessen Erlös krebskranken Kindern in der U.K. zu Gute kommt. 🙏

Liebe jedes Stück von dir. Sogar die überschüssigen Rettungsringe an Bauch und Hüpfe.“ – Jadar Sezar

5. Hannah Witton versteckt nicht ihren Stoma-Beutel am Strand

“ Wohlfühlen und Selbstvertrauen bedeutet für mich, mir keine Gedanken darüber zu machen, wie ich aussehe!“

Bloggerin und Autorin Hannah Witton zeigt auf humorvolle Weise, wie ein junger Mensch mit einer Krankheit, sich nicht einschränken lässt und ihr ganz normales Leben weiterführt. Denn Hannah hat einen künstlichen Darmausgang und trägt einen Stoma-Beutel bei sich. In diesem Beutel wird Stuhlgang und Urin gesammelt.

Und diesen Beutel und ihre OP-Narben versteckt sie nicht. ❤️ Offen berichtet sie über ihre Gefühle, anfängliche Unsicherheiten und Scham. Durch ihre ehrliche Art macht Hannah vielen Menschen Mut und zeigt, dass wir uns von Nichts und Niemanden unter kriegen lassen.

„Dieses Jahr war hart und ich habe einige ernsthafte Kampfnarben, aber ich bewege mich nur vorwärts und aufwärts. Das ist jetzt mein Leben und ich werde es liebevoll annehmen.” – Hannah W.

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