Wir müssen damit aufhören, Chrissy Teigen nach der Fehlgeburt für ihren Umgang mit Trauer anzuprangern!

Es muss die Art von Verlust sein, die man sich wohl in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen kann. Das eigene Kind zu verlieren – nach beinahe fünf Monaten Schwangerschaft. Doch es passiert. Jeden Tag, so vielen Familien… und jetzt auch John Legend (41) und seiner Ehefrau Chrissy Teigen (34). 💔

Gestern erst wendete sie sich mit herzzerreißenden Bildern und emotionalen Abschiedsworten an ihre Instagram-Community: „Wir stehen unter Schock und durchleben die Art von tiefem Schmerz, von der man sonst immer nur hört. Eine Art von tiefem Schmerz, die wir noch nie zuvor gefühlt haben. Wir waren nicht in der Lage, die Blutung zu stoppen und unserem Baby genügend Nährstoffe zu geben, trotz all der Bluttransfusionen und Beutel. Es war einfach nicht genug.“

Während die Anteilnahme weltweit groß ist (und weitestgehend überwiegt!), tauchen immer wieder auch kritische Stimmen zwischen den Kommentaren auf. Viele verstehen nicht, warum Chrissy ihre Trauer so öffentlich machen muss und werfen ihr sogar vor, den grausamen Verlust medial ausschlachten zu wollen.

Dabei ist die 34-Jährige schon immer bekannt dafür, das Herz auf der Zunge zu tragen und all die Ups und Downs ihres Lebens ungefiltert zu teilen. Dass gerade sie ihre tiefen Schmerz mitten in unsere heile Timeline setzt, ist da wohl kaum verwunderlich. Und definitiv auch gerechtfertigt! Denn wie ein Mensch mit Trauer umgeht, einen Verlust verarbeitet und weiterzuleben versucht, ist ganz allein der individuellen Person selbst überlassen.

Es ist in Ordnung, all die Kämpfe mit sich selbst auszumachen. Es muss aber ebenso in Ordnung sein, den Schmerz in die Welt hinauszuschreien. Finden auch zahlreiche Frauen, die ein ähnliches Trauma erlebt haben – und sich jetzt auf Twitter und Instagram mit der trauernden Mutter solidarisieren. Überall teilen auch sie nun die schrecklichen Schicksale von Fehl- und Totgeburten, schließen sich dem Model an und geben ihren Gefühlen den benötigten Raum.

Chrissy Teigen trauert… und lässt die Welt daran teilhaben

„Wie auch immer jemand trauert, öffentlich oder privat, ist GERECHTFERTIGT. Trauer kann einen Raum füllen, wenn man es zulässt, sie kann aber auch aus allen Fenstern und Türen hinaus schwappen. Lasst die Menschen trauern, wie auch immer sie sich entscheiden und nicht so, wie ihr glaubt, dass sie trauern sollten. Und hofft darauf, dass euch die Welt diesen Gefallen irgendwann einmal erwidert.“

Auf die Kritik folgt Widerstand

Schauspielerin Zelda Williams schiebt der empathielosen Kritik daher entsprechend schnell einen Riegel vor: Trauer, Tod, Verlust und auch Fehlgeburten dürfen nicht an den Rand der Gesellschaft verdrängt werden. All diese Themen gehören zum Leben dazu – so sehr dieser Gedanke auch schmerzen mag. Und genau deshalb teilen so viele Frauen nun wohl auch ihre eigenen Geschichten mit der Welt.

Lest sie euch bitte nur dann durch, wenn ihr euch aktuell gefestigt genug dafür fühlt. Aber macht euch bitte regelmäßig bewusst, wie sehr solche Schicksale und Traumata Menschen prägen können. Ein ganzes Leben lang. Sie alle sollten trauern dürfen, genau so, wie es sich für sie richtig anfühlt. So leise oder laut, intensiv oder heimlich, verschlossen oder offen, lange oder kurzweilig wie eben nötig. Weil ein solcher Schmerz in kein Raster passt. Und wir als Gesellschaft das (er)tragen müssen. 💔

Frauen teilen ihren Verlust – und solidarisieren sich mit Chrissy Teigen

„In Solidarität mit unserer Schutzheiligen der Ehrlichkeit, Chrissy Teigen, teile ich das einzige „versteckte“ Foto auf meinem Smartphone. 18.08.18, der Tag an dem ich, alleine im Krankenhaus, herausfand, dass mein Baby keinen Herzschlag mehr hat. Der Schmerz fühlte sich an wie die absolute, schwelende Hölle. Und dann versteckte ich ihn. Danke, Chrissy.“

„Die Leute sagen Chrissy Teigen, sie solle den Verlust ihres Babys besser privat halten. Dabei gibt es keine Tabus, wenn es um Fehlgeburten geht. Es ist eine Tragödie und ein schrecklicher Verlust, der aber niemals stigmatisiert werden sollte. Frauen sollten sich nicht dafür schämen müssen.“

„Es gibt professionelle Fotografen auf Entbindungsstationen in Krankenhäusern. Man kann sie darum bitten, nach der Geburt Bilder zu machen und sie sind da, um Bilder zu machen, auch wenn das Baby nicht überlebt hat. Das ist vollkommen normal! Und kein „Influencer“-Ding, verdammt nochmal! Ich bin so sauer!“

„Es tut mir so leid, Mama. Das ist eine Trauer, die ich selber gut kenne. Ich weiß, wie sehr du ihn liebst und wie verzweifelt du dir gewünscht hast, dass er ein Teil deiner Familie wird. Ich wünschte, ich könnte dir etwas von deinem Schmerz abnehmen und die Zeit schneller vergehen lassen, die es für dich braucht, zu heilen. […] Letzten Monat feierten wir, dass unser kleiner Junge 18 Jahre alt geworden wäre. Die Trauer schwindet, aber sie verschwindet nie. Der Raum, den er hinterlassen hat, schmerz weniger, aber er wird nie gefüllt werden. Ich frage mich oft, was gewesen wäre, wenn die Geschichte unserer Familie anders verlaufen wäre.“

„Deinen Schmerz und deine Verletzlichkeit auf diese Weise zu teilen ist wunderbar, Justine. Niemand hier kennt mich, aber auch ich habe eine späte Fehlgeburt erlitten. An all die Menschen, die bösartige und fiese Dinge über Chrissy zu sagen haben: Ihre Offenheit war nicht für euch. Es geht darum, dass unser Schmerz kein Tabu sein darf!“

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