Très Click
31.03.2020 / Update: 29.04.2020 von Très Click

Könnte eine Corona-App die Ausbreitung des Virus effektiv verlangsamen?

Stellt euch vor: Ihr habt im Bus, bei der Arbeit, im Wartezimmer oder in der Schlange beim Supermarkt länger als ein paar Sekunden Zeit mit anderen Menschen verbracht. Und jetzt stellt euch vor: Irgendwer dieser (für euch fremden) Menschen hat sich unwissentlich bereits mit dem Coronavirus infiziert.

Dann besteht nun mal die geringe Chance, dass auch ihr euch, trotz Social Distancing, bei dieser Person angesteckt habt. Dafür kann niemand etwas, daran hat auch niemand Schuld. Und doch ist es ein Risiko, das die Verbreitung von COVID-19 weiter vorantreiben kann.

Eine wirkungsvolle Maßnahme dagegen? Könnte eine App sein, die alle Bürger gemeinsam, auf freiwilliger Basis, benutzen würden. Und eine Umsetzung dieses Gedankenspiels scheint tatsächlich immer näher zu rücken.

Wie das Handelsblatt berichtet, gab die Bundesregierung nach längeren Streitereien am Dienstagabend bekannt, „dass die beiden Dax-Konzerne SAP und Deutsche Telekom damit beauftragt worden seien, eine App zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen“. Mit deren Hilfe soll nun eine transparente und sichere Lösung geschaffen werden, um die Ansteckung durch fremde Personen zukünftig erkennbar und leichter nachvollziehbar zu machen.

Eine App, die die Ausbreitung verringern soll

Die Corona-App mit dem Namen „DP-3T“, die bereits als Prototyp verfügbar ist, soll dabei folgendermaßen funktionieren: Wer sich als Nutzer registriert, sendet automatisch ein Bluetooth-Signal an alle umliegenden Geräte. Sobald sich die Geräte länger als 15 Minuten in der Nähe voneinander befinden, wird anonym der Kontakt des jeweils anderen abgespeichert. Sitzen wir auf einer (notwendigen!) Busfahrt also vor einem anderen App-Nutzer, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass unser Smartphone am Ende der Fahrt via Bluetooth die Daten dieses Nutzers abgespeichert hat. Ohne dass wir je direkten Zugriff darauf hätten.

Warum diese Funktion dennoch so sinnvoll ist? Und vielleicht sogar Leben retten könnte…? Nun: Die jeweiligen Kontakte werden anonymisiert für zwei Wochen in der App gespeichert. Meldet sich nun einer dieser uns fremden Personen beim Gesundheitsamt – und wird positiv auf das Coronavirus getestet – können die Behörden ganz unkompliziert eine Mitteilung an uns versenden.

„Das Programm verfolgt dabei einen dezentralen Ansatz. Der Abgleich der ID-Schlüssel erfolgt also auf dem Smartphone der Nutzer und nicht auf einem zentralen Server. Dieses Konzept gilt unter Datenschützern als Lösung, mit einer geringen Gefahr von Überwachung und Missbrauch“, erklären die Autoren des Handlesblatts im Hinblick auf den angezweifelten Datenschutz, der die Umsetzung bisher so schleppend vorankommen ließ.

Infektionsfälle können leichter nachvollzogen werden

Obwohl wir die oder den Infizierten also nie wieder sehen werden und obwohl, laut Telekom-Sprecher, die genauen GPS-Daten der einzelnen Nutzer nicht erfasst werden … lässt sich mit der App leichter ermitteln, wer sich im Umkreis angesteckt haben könnte. Daraus resultiert im besten Fall, dass wir noch vorausschauender mit unseren Mitmenschen umgehen. Wir könnten uns im Verdachtsfall beispielsweise zwei Wochen lang in Quarantäne bewegen – oder auch leichter getestet werden, falls sich Symptome bemerkbar machen.

Eine effektive, freiwillige Maßnahme also. Die unter Datenschützern aber auch weiterhin auf Kritik stößt. Wie viele unserer persönlichen Informationen werden tatsächlich gespeichert? Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken stellt aus diesem Grund klar: „Jetzt kommt es darauf an, die App nicht nur schnell, sondern in ebenso großer Transparenz und Offenheit und vor allem unter Beteiligung von potenziellen Nutzern zu entwickeln und dabei auch soziologische und psychosozialen Belange mit einzubeziehen.“

Ob und wie schnell die Corona-App bei uns Verbrauchern ankommt, bleibt also nach wie vor offen. Einen Schritt weiter ist sie in ihrer Realisierung allerdings schon mal. Und wenn die Nutzung letztlich tatsächlich dabei helfen kann, die Ausbreitung zu verlangsamen? Dann geben wir der Idee doch gerne zumindest mal eine Chance!

Von der Tagesschau wird eine mögliche Corona-App vorgestellt:

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