Ja, das Coronavirus belastet unsere Psyche … hier kommen Tipps für den Umgang damit

Irgendwie schwingt der Gedanke wohl gerade überall omnipräsent mit. Bei jedem „Hallo“, in jedem noch so kurzen Gespräch, jede Stimmungsschwankung betreffend. Corona ist leise oder lauter am Start.

Sitze ich im Home Office, fällt mir die Decke auf den Kopf. Öffne ich Social Media (eigentlich ein Garant für Stressabbau) schnellt mein Puls in die Höhe. Betrete ich den Supermarkt, gehen die Fantasien vollständig mit mir durch …

Ich gebe es ehrlich zu: Aktuell bin ich tagtäglich vor allem damit beschäftigt, mich selbst zu beruhigen. Um gedanklich nicht zu sehr in eine Abwärtsspirale zu geraten. Dabei bin ich mental meist sehr gefestigt, lasse mich selten aufstacheln oder herunterziehen. Nicht so angesichts der momentanen Corona-Pandemie. Meine Psyche leidet ganz eindeutig unter den sekündlichen Nachrichten – und sicherlich auch unter der sozialen Isolation.

Damit bin ich nicht alleine. Ganz im Gegenteil. Vielleicht müssen wir uns also auch hier einmal mehr bewusst darüber werden: Wir sitzen alle in einem Boot. Dr. Stephanie Grabhorn, Chefärztin der psychosomatischen Privatklinik Blomenburg, ordnet die Situation für uns erklärend ein:

„Es handelt sich aktuell tatsächlich um eine nie dagewesene Krise, in der es um die gesundheitliche und finanzielle Existenz aller geht. Das führt zu Ohnmacht und Hilflosigkeit und diese bedeuten Dauerstress. Das Gehirn strebt Kontrolle an und kennt dafür zwei Modi: Kämpfen oder Flüchten! Wenn beide Optionen ausfallen, finden wir uns in einer Pattsituation wieder, die eine ganze Flut von Gefühlen auslösen kann – je nach Situation und Persönlichkeit reagieren die Menschen darauf unterschiedlich. Mit Angst, Wut, Trauer oder Rebellion.“

Die Gefühle haben ihre Berechtigung – und dürfen dennoch verarbeitet werden

Wir alle wollen informiert bleiben … ohne panisch zu werden. Wir alle wollen ruhig bleiben … ohne fahrlässig zu sein. Wir alle wollen Antworten … ohne drängend zu wirken. Wir alle wollen Normalität … ohne andere zu gefährden. Aber wie lässt sich dieser Spagat im Kopf realisieren? Was können wir tun, an Tagen, an denen sich die Sorgen einfach nicht abstreifen lassen?

Die gute Nachricht ist: Viele Psycholog*innen haben bereits zahlreiche Tipps für uns auf Lager, um mit den aktuellen Geschehnissen und den Auswirkungen auf unsere Psyche in erster Linie klarzukommen. Und falls das im individuellen Fall nicht ausreichen sollte? Dann scheuen wir uns bitte bitte nicht davor, auch auf anderem Wege Hilfe in Anspruch zu nehmen. 💞

Das können wir akut gegen unsere Corona-Angst tun

An die Fakten halten

Angst und Sorge sind selten erklärbar … und lassen sich noch seltener argumentativ abwenden. Umso wichtiger ist es also, von vornherein wenig Panik in uns aufkommen zu lassen. Dabei kann es helfen, sich nur an wissenschaftlich fundierte Nachrichtenquellen zu halten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bietet nützliche Informationen, ebenso wie etwa die Tagesschau. Vieles darüber hinaus (jaa, auch aus dem eigenen Bekanntenkreis) kann Ängste stattdessen schüren und unser Gedankenkarussell noch weiter antreiben.

Der klinische Psychologe Thore Würger sagt dazu gegenüber „ze.tt“: „Es ist ganz normal und vollkommen angemessen, von der aktuellen Situation verunsichert zu sein. Undifferenzierte, populistische und frei erfundene Beiträge zum Thema machen aus der Verunsicherung dann aber ganz schnell Panik“ … und die sollten wir für unser eigenes Seelenwohl nun wirklich zu vermeiden wissen.

Einen Safe-Space schaffen

Was oftmals mein Instagram-Account für mich war, vermag gerade nicht mal mehr der liebste Podcast zu ermöglichen. Klar, alle beschäftigen sich schließlich gleichermaßen (und berechtigterweise) mit dem Thema. Und trotzdem ist irgendwann auch mal gut damit. Unsere Social-Media-Time müssen wir uns momentan also entsprechend einteilen. Wer bereits unter starken Ängsten leidet, sollte sich höchstens zweimal am Tag Online-Slots für die Sichtung von Informationen einräumen.

Wie wir die freigewordene Scrolling-Zeit stattdessen sinnvoll nutzen können? Indem wir Freunden und der Familie schreiben, mit ihnen telefonieren, Sprachnachrichten an sie versenden. Erinnert euch: Wir sitzen alle in einem Boot. Und gemeinsam ist der Alltag ganz schnell weniger allein.

Kontrolle behalten

„Kontrolle“, was war das noch gleich …? Gerade jetzt klingt das Bestreben danach natürlich wie eine absolute Farce. Unser Leben steht schließlich Kopf. Nichts ist mehr so, wie es sein sollte. Und doch gibt es auch in dieser Situation Dinge, die wir kontrollieren können. Jene, die gleichzeitig für Zuversicht und Zusammenhalt sorgen …

Worüber wir nämlich Kontrolle bringen können, sind die persönlichen Auflagen, um die wir von Seiten der Wissenschaft gebeten werden. Lasst uns also ausreichend die Hände waschen, lasst uns mit Sicherheitsabstand spazieren gehen, lasst uns Menschenmengen meiden, lasst uns für ältere Nachbarn einkaufen gehen. Im Kampf gegen Hilflosigkeit und Kontrollverlust sind das aktuell die vielleicht wichtigsten Maßnahmen. Weil sie uns das gemeinschaftliche Gefühl der Mithilfe verschaffen – und die Gedanken (wenn auch kurz) von übermächtigen Sorgen wegbewegen.

(Körperlichen) Ausgleich finden

Aktuell sitzen wir nicht nur unglaublich viel herum (was gut ist!) wir verkrampfen durch unsere Ängste zusätzlich noch den kompletten Körper. Ein physischer Ausgleich ist also gleichzeitig auch für die Psyche gut. Psychologe Thore Würger erklärt: „Plötzlich haben alle sehr viel Zeit. Und die nutzen wir leider viel zu oft zum Grübeln. Bei der Depressionstherapie wird oft daran gearbeitet, das Grübeln auf ein Minimum zu reduzieren, damit Sorgen und Befürchtungen nicht plötzlich übergroß erscheinen.“

Ablenkung in Form von Sport ist dabei ein sicherer Garant. Vielleicht auch erzwungenermaßen. Ob Yoga, Home-Workout, Jogging oder schnelles Walken. Das „was“ ist egal – solange es hin und wieder passiert.

Und wer sich dann doch eher im Bett verkriechen muss (ja, die Momente gibt es!), der sollte wenigstens darüber nachdenken, ein schönes Hörbuch zu hören. So findet immerhin der Kopf mal kurz einen wohlverdienten Ausgleich.

Hilfreich sein (und hilfesuchend bleiben)

Dieser letzte Ratschlag ist schnell gegeben. Und gleichzeitig so wunderbar effektiv: „Ruft eure Freund*innen an, wenn ihr euch unwohl fühlt. Die sitzen ja wahrscheinlich auch zu Hause rum. Und ganz wichtig: Ruft eure Freund*innen an, denen es vielleicht nicht so pralle geht, und kümmert euch. Seid einfach besonders lieb zueinander in den nächsten Wochen“, fordert der Experte.

Und wir fordern gleich mit! Nehmt eure Sorgen ernst, teilt sie mit anderen … und vergesst sie im Verlaufe des Gesprächs vielleicht sogar mal kurz. Nehmt andererseits aber auch die Sorgen der anderen ernst. Hört zu, bietet Hilfe an, seid nahbar und verletzlich. Denn das sind wir doch alle irgendwie.

Nicht nur heute, nicht nur gerade. In diesem Sinne: Schnappt euch euer Handy, ignoriert den verführerischen Facebook-Button … ein schreibt dieser wichtigen Person in eurem Leben. Am besten jetzt sofort. ❤️🙏🏻

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