Mein Freund ist „Cuckold“ – er wird geil davon, mir beim Sex mit Anderen zuzuschauen

Was für den Großteil der Männer ein absolutes Horror-Szenario und der sichere Grund für eine Trennung wäre, leben manche als Fetisch aus: seine feste Partnerin beim Sex mit anderen beobachten. Und dabei nicht selbst mit involviert sein. „Cuckolding“ (auch „Candaulismus“) nennt sich diese sexuelle Vorliebe, deren Worterklärung zugegeben etwas komplex ist:

Als „Cuckold“ wird der Mann bezeichnet, der wie gesagt dadurch Lust empfindet, seiner Partnerin bei intimen Kontakt mit anderen Männern oder Frauen (einzeln, zeitgleich, nur eine*r oder mehrere) zuzuschauen. Anders als beim „Wifesharing“ oder beim klassischen Dreier oder Vierer ist er hierbei aber komplett außen vor und selbst nicht an den sexuellen Handlungen beteiligt. Während andere hier vor Eifersucht schier in den Wahnsinn getrieben werden würden, gibt Cuckolds das einen unwahrscheinlichen Kick. Wo der Begriff herkommt? Aus dem Mittelalter: Schon 1250 war ein „cokewold“ Synonym für einen „vorgeführten Ehemann“. 1589 tauchte davon abgeleitet dann erstmals das Verb „cuckolding“ auf. Das weibliche Pendant hierzu ist die „Cuckquean“ („Quean“ bedeutet „Flittchen“). 

Ich wollte jemanden finden, der diesen Fetisch teilt – und haben das überraschend schnell auch geschafft. Elena (Name geändert) hat sich bei mir gemeldet und mit mir über ihr außergewöhnliches Sexleben gesprochen. Jenes Gespräch wird hier aus ihrer Sichtweise geschildert. Ready? Set… go. 

Alle hier gezeigten Bilder sind Symbolfotos und bilden nicht die Interviewte ab

Kurz zu meiner Person: Ich bin Elena, frisch dreißig geworden, lebe in Berlin und habe eine leitende Position im IT in der Unternehmensberatung. Äußerlich bin ich recht klein und zierlich, ein heller Typ. In meinem Job bin ich immer sehr adrett zurecht gemacht, trage ein Kostüm und hohe Schuhe, so wie sich das gehört. Aber sobald ich nach Hause komme, schmeiße ich das alles von mir – kaum jemand würde vermuten, dass ich unter dieser „Verkleidung“ komplett tätowiert bin. Seit 4 Jahren lebe ich in einer Beziehung mit meinem Freund. Dennis (Name ebenfalls geändert) ist 34, auch ein heller Typ, genau wie ich sehr sportlich und der Mann meiner Träume. Und wir teilen einen Fetisch.

Kennengelernt haben wir uns vor 5 Jahren auf Tinder. Wir starteten eine Affäre, die ein Jahr lang andauerte, bis wir uns dazu entschlossen, in einer festen Beziehung zu leben. Schon während wir nur „locker“ miteinander unterwegs waren, machten wir ein paar Ausflüge in gängige Szene-Clubs hier in Berlin wie das Kitkat oder das Insomnia – dort kann man seinen Leidenschaften nachgehen und Menschen entweder beim Sex zuschauen oder auch selbst beteiligt sein.

» Das geht so weit, dass er sogar einen Hodenschutz mit Schloss trägt, dessen Schlüssel nur ich habe.  «
Elena

Wir stellten recht schnell fest, dass wir sexuell ähnlich ticken: Er mag es sehr stark, mir dabei zuzuschauen, wie ich mit anderen meinen Spaß habe. Selbst möchte er aber nicht beteiligt sein, es geht nur darum, dass er die Beobachter-Rolle einnimmt. Das geht so weit, dass er sogar einen Hodenschutz mit Schloss trägt, dessen Schlüssel nur ich habe. Für ihn ist es das Größte, mich in diesem Moment nicht haben zu können, aber dennoch die Gewissheit zu haben, im Anschluss mit mir nach Hause zu gehen.

Während der Affäre war das natürlich eine ganz lustige Sache, denn da hat man ein ganz anderes emotionales Zugehörigkeitsgefühl als in einer Beziehung. Wir beschlossen, das trotzdem weiter auszuleben – und zwar so lange, wie uns beiden das guttut. Jetzt sind wir jedoch bereits im vierten Jahr und es gibt noch keinerlei Probleme.

Wir haben gegenseitig an uns selbst am meisten Spaß. Dennoch genießen wir unsere Ausflüge sehr, und ich liebe es, dass er scharf davon wird, zu sehen, wie ich Freude habe und Lust empfinde.

Das passiert aber nur einseitig. Andersrum bin ich nie in der Zuschauer-Rolle. Er hat diese Wunsch weder jemals geäußert, noch verspüre ich das Bedürfnis danach. Selbst, wenn wir einen Dreier haben, geht es nur darum, dass ich mit der Frau zugange bin, er nicht – er ist da wirklich sehr eigen.

Theoretisch könnte ich mir aber auch vorstellen, die „Cuckquean“ zu sein, denn der Hauptspaß daran ist echt, dass wir danach gemeinsam nach Hause gehen, egal was vorher passiert ist – wir verlassen die Situation immer als Paar und schlafen dann miteinander.

Wenn wir daheim ankommen, lassen wir den Abend Revue passieren, sprechen darüber, was uns gefallen hat, was und geil gemacht hat und bauen das dann auch in unseren Sex mit ein. Das ist immer der Höhepunkt der Nacht.

Zwei Regeln, die wir nie brechen

Es gibt ein paar Leitlinien, die wir immer, immer einhalten. Die erste lautet: Verhütung. Zum Einen ist Empfängnisschutz in unserer Beziehung aktuell sehr wichtig, da ein Kind, nun ja, die Dynamik vermutlich doch sehr verändern würde, haha. Zum Anderen geht es aber vor allem auch um den Schutz vor Krankheiten, wenn ich mit anderen schlafe. Ich möchte mich selbst, Dennis und natürlich auch alle anderen Beteiligten schützen, das ist eine Frage des Respekts und der Vernunft und für uns auch selbstverständlich – Kondom muss sein!

Der andere Deal ist: Wir machen das nur, wenn wir zusammen sind. Niemals würde ich einfach alleine nachts losziehen und irgendetwas ohne ihn starten. Das ist nur fair, denn es geht um die Gemeinsamkeit. Wir schauen uns ja immer dabei an und er ist immer Teil des Spiels.

Das alles passiert übrigens sowohl im Club-Rahmen, als auch im privaten. Auf den Veranstaltungen ist es etwas exzessiver, aber wir haben auch befreundete Pärchen, mit denen wir uns regelmäßig in den eigenen Wohnungen treffen. Das bedeutet, ich habe Sex mit ihnen und Dennis schaut zu – es gibt aber auch ein Paar, das genau so drauf ist wie wir – dann schlafen wir Mädels miteinander und unsere Jungs sind gemeinsam am Zuschauen.

» Oft sucht Dennis für mich die Männer aus, da er mittlerweile gut weiß, was mir gefällt. «
Elena

Jetzt, während Corona, wurden wir da natürlich etwas ausgebremst. Da siegte die Vernunft. Unser Fetisch war uns nicht so wichtig, als dass wir uns über die grundlegenden Regeln hinwegsetzen würden. Aber in „Nicht-Corona-Zeiten“ besuchen wir besagte Veranstaltungen ungefähr zweimal im Monat, mit Bekannten und Freunden passiert es so häufig, wie es sich eben ergibt. Das heißt aber nicht, dass jeder Abend, an dem wir Leute treffen, automatisch darin endet – nicht immer ist die passende Stimmung gegeben.

Und manchmal suchen wir uns auch was „Frisches“ auf Tinder, haha. Wir beide haben einen eigenen Account mit eigenen Bildern aber auch welche mit dem Partner. Oft sucht Dennis für mich die Männer aus, da er mittlerweile gut weiß, was mir gefällt und mir auch wichtig ist, dass er damit einverstanden ist. Ich würde mich da nie über seinen Kopf hinwegsetzen. Wenn uns jemand gefällt, dann klären wir die Person natürlich auch recht schnell auf, was wir uns vorstellen und was sie erwarten würde.

Eifersucht spielt in unserer Beziehung keine große Rolle

Für viele ist es unverständlich, wie man so einen Fetisch ausleben kann. Eifersucht spielt in unserer Beziehung jedoch keine merkliche Rolle. Natürlich gibt es auch bei uns mal Momente, in denen einer Verlustängste hat, aber das resultiert meistens aus eigener Unsicherheit und weniger aus dem Verhalten des Partners. Wir sind sehr, sehr offen und ehrlich in unserer Kommunikation – alles andere wäre in diesem Konstrukt auch schlicht unmöglich.

Wenn es überhaupt mal „Probleme“ gibt, dann nicht zwischen uns beiden, sondern von außen – es gab schon Momente, in denen die Menschen, mit denen ich geschlafen habe, nicht akzeptieren wollten, dass mein Partner nicht mitmacht. Oder aber meine Sexualpartner haben sich etwas mehr auf den Sex eingebildet, versuchten, mich auch außerhalb dieses Rahmens zu treffen (Wollen wir mal essen gehen?“) oder entwickelten leichtere Gefühle. Das brechen wir sofort ab.

» Er hielt mich fest und küsste mich, während 6 oder 7 verschiedene Menschen Sex mit mir hatten. «
Elena

Übrigens gehen wir mit dem Thema vor der Familie völlig diskret um – die wissen das nicht und das soll auch so bleiben. Sex und Familie sollte man definitiv trennen, haha. Unsere Freunde wissen, dass wir in diesem Sektor recht aktiv sind und hier und da kommt auch mal eine Äußerung von wegen „Ich könnte das nie“, aber es ist auch nicht so, dass wir denen jedes Detail erzählen.

Unser heißestes Erlebnis fand auf einem Maskenball statt…

Wir waren im Schloss Milkersdorf, ein exklusiver „Lifestyle Club“ für Paare und Singles, welcher wie eine Spielwiese für jegliche Fantasien ist… Dort gibt es verschiedene Räume mit Betten, Sesseln, sogar einem Pool und Badezimmern in Luxus-Ambiente. Es wurde eine Maskeraden-Party veranstaltet. Ich putzte mich richtig raus, alle trugen venezianischen Masken und die Stimmung war sehr geheimnisvoll.

Dennis und ich vergnügten uns auf der Veranstaltung gegen Ende erst zu zweit, dann kamen immer mehr Menschen dazu. Es lief darauf hinaus, dass er mich schließlich festhielt und küsste, während 6 oder 7 verschiedene Menschen Sex mit mir hatten. Dieser Moment war unfassbar intim und erotisch. Wir hielten einander fest, streichelten uns, schauten uns tief in die Augen. Und dann verließen wir die Party – wie immer – zu zweit, um dem Ganzen zuhause den Höhepunkt zu verleihen. Es gab noch kein einziges Mal die Situation, dass das nicht so war. Die Zweisamkeit danach ist der schöne Teil, und außerdem muss Dennis seiner Lust ja dann auch irgendwann mal Luft machen. Wir beide hatten in der Vergangenheit in Puncto Sex recht offene Beziehungen, er war auch früher schon „Cuckold“. Da haben sich also wirklich zwei gefunden – und das auf Tinder, ha!

Wie wir uns die gemeinsame Zukunft vorstellen…

» Wir lieben, was wir machen, aber wir lieben noch mehr, was wir gemeinsam aneinander haben.  «

Eines steht fest: Wir wollen eine gemeinsame Zukunft. Die Abmachung ist wie gesagt, dass wir darüber sprechen, sobald unser Fetisch sich für einen von uns nicht mehr gut anfühlt. Vielleicht kommt einer phasenweise mal nicht so gut damit klar und wir legen das dann nur für eine Weile beiseite – für die Beziehung würden wir das aber auch komplett aufgeben, wenn es sein müsste. Wir lieben, was wir machen, aber wir lieben noch mehr, was wir gemeinsam aneinander haben. Dennis ist ja so viel mehr als mein Sexpartner. Er ist mein Partner, mein Mann, mein bester Freund, mein engster Vertrauter.

Dennis spricht in letzter Zeit oft über Kinder, allerdings stehe ich in meiner Karriere gerade vor einem großen, elementaren Schritt, auf den ich schon seit Jahren hart hinarbeite. Eine Schwangerschaft würde das sicherlich erschweren, deshalb möchte ich gerne noch etwas warten und erst dann Kinder bekommen – denn die sind prinzipiell definitiv geplant. Aber wir wohnen ja noch nicht mal zusammen. Das steht immer mal wieder im Raum, aber wir bekommen von vielen Paaren mit, wie das die Beziehung nachhaltig (negativ) beeinflussen kann, weshalb wir die Situation so, wie sie ist, jetzt erstmal genießen.

Wer Candaulismus leben will, muss unerschütterlich vertrauen!

Manche denken jetzt vielleicht „Ach wie toll, ich kann mit allen möglichen Menschen schlafen und mein Partner nicht“, aber so simpel ist es einfach überhaupt nicht. Das muss sehr, sehr gut überlegt sein. Alleine schon deshalb, weil es einen sehr großen Teil der Beziehung einnimmt. Das Vertrauen muss auf beiden Seiten unheimlich stark sein. Wenn der eine von beiden mit einer anderen Person schreibt, muss man sich sicher sein können, dass es im beidseitigen Interesse passiert und derjenige nicht etwa andere Intentionen verfolgt. Das ist vor allem auch eine Frage des Vertrauens, das man in sich selbst hat. Wenn hier Issues, Traumata oder Sonstiges mit ins Spiel kommen, die einen selbst belasten, kann das nach hinten losgehen.

Viele fragen auch, was denn dann überhaupt „Fremdgehen“ für uns sei, und das ist ganz einfach: sobald etwas hinter dem Rücken des Partners passiert. Oder sobald Gefühle außerhalb unserer Beziehung zugelassen werden. Kürzlich fragte mich eine Freundin, ob ich es denn als Betrug werten würde, wenn Dennis auf einer dieser Partys was mit einer anderen Frau hätte – nein, das wäre es nicht, denn ich wäre ja immer noch dabei und er würde mir das nicht verheimlichen.

Unterm Strich sind wir beide sehr glücklich. Ohne Fetisch, aber mit Fetisch noch mehr. Und wir haben auch nicht das Gefühl, den Kick irgendwie noch „steigern“ zu müssen. Also… Ist doch alles perfekt, oder?
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Danke, danke, danke für so viel Offenheit, du Liebe! Man lernt hier nie aus. Und für euch zur Info: Laut einer Studie der Boston University lag der Begriff „Cuckolding“ schon 2011 auf dem zweiten Platz der häufigsten Suchanfragen auf Pornoportalen (ganze 55 Millionen Mal gesucht), der Fetisch ist also nichts Neues, erfreut sich aber immer mehr Anhängern. Wir haben uns sagen lassen, dass auch bei Google Trends immer häufiger danach gesucht wird – im Mai diesen Jahres gab es Top-Zahlen. Ob Corona bei manchen wohl neue Vorlieben zum Vorschein bringt?… 😉

Credits: Getty Images

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