„Curfew Calls“ wurde ausschließlich per Zoom gedreht – und das Ergebnis ist einfach so SO gut!

Ich gebe es zu, als ich mich gestern Abend gemütlich mit meinem Laptop auf mein Sofa geschmissen habe, um mir die aktuelle Mini-Serie „Curfew Calls“ reinzuziehen, von der ich kürzlich gehört habe, war ich etwas skeptisch. Warum? Weil diese Serie komplett von zu Hause aus gedreht wurde. Und zwar per Videocall.

Ja, jede der vierzehn Folgen (alle gehen übrigens nur so zwischen 3-6 Minuten, deswegen auch Mini-Serie 😉) sind quasi in sich geschlossene Videocalls. Okay, wie kann man sich das Ganze vorstellen? Wird das nicht langweilig? Und haben wir nicht alle so langsam genug von irgendwelchen Zoom-Geschichten? Brauchen wir das auch noch als Serie?

Wie gesagt, ich war skeptisch. 😅  Skeptisch. Und trotzdem auch sehr sehr neugierig. Denn sind wir ehrlich: Seit Corona unsere Welt mal eben auf den Kopf gestellt hat, wir mehr online als offline miteinander kommunizieren und das reale Leben draußen nur langsam wieder Fahrt aufnimmt, hat natürlich auch die Entertainment-Branche mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. Laufende Produktionen mussten gestoppt werden, Movie-Veröffentlichungen verschoben und dann ist da natürlich auch immer noch die #PhysicalDistancing-Regel. Filmdrehs sind da schwierig!

Und selbst wenn Netflix für dieses Jahr ausgesorgt hat, Kinos wieder aufmachen und tatsächlich erste Produktionen weltweit wieder angefangen haben, fragt man sich natürlich, wie unsere Zukunft in diesem Bereich so aussehen mag.

Wird es vielleicht immer mehr Zoom-Serien und -Filme geben? Aus Sicherheit? Ist so etwas wie „Curfew Calls“ nur der Anfang? Und kann das funktionieren? Und viel wichtiger: überhaupt Spaß machen?

Kann es!

» Ich war unfassbar fasziniert, was das Team von 'Curfew Calls' da auf die Beine gestellt hat. «

Ja, wirklich. Und ich war ehrlich überrascht, als ich gestern Abend um 20:12 Uhr (ich hab auf die Uhr geschaut) auf die erste Folge „Run Girl Run“ gedrückt habe und gefühlt zwei Sekunden später schon bei Folge 14 war und es draußen dämmrig wurde. Jup, ich hab „Curfew Calls“ also sprichwörtlich inhaliert. Und das nicht nur, weil die Folgen, wie gesagt, kurz und knackig sind und das demnach definitiv machbar ist, sondern weil ich unfassbar fasziniert war, was das Team hinter „Curfew Calls“ da Cooles auf die Beine gestellt hat. 👏👏👏

Um genau zu sein sind das übrigens eigentlich „nur“ die drei Studentinnen Anna Roller, Lea Neu und Katharina Kolleczek der HFF in München, die die Idee zu dem ganzen Projekt hatten. Na gut, Unterstützung gab’s dann unter anderem noch von einem Kamera-Kommilitonen, Felix Pflieger, und Leuten für die Musik und das Design. Doch das war’s: Keine professionelle Maske, kein Ton, kein Kameraassistent oder oder. All die Dinge, die sonst zu einer Produktion dazugehören, fielen weg.

Mal ausgenommen von den Schauspieler*innen natürlich… und da haben sich die Girls einige prominente Gesichter ins Boot geholt. Unter anderem Annette Frier, Juliane Köhler, Jeremy Mockridge und Vincent Redetzki (beide aus „Die Wilden Hühner“ und ja, ich war damals in beide ein bisschen verliebt 😍😆), die „Dark“-Darsteller Lisa Vicari, Louis Hofmann, Moritz Jahn und viele meeeeehr.

„Curfew Calls“ hat so viel zu bieten, dass einmal Gucken kaum reicht

Hatten halt alle Zeit… und saßen wie wir in Quarantäne. Und genau darum geht’s auch in „Curfew Calls“ (curfew zu dt. Ausgangssperre).

Um das Leben seit Corona. Ein Leben voller Ungewissheit, verzwickten Gedanken und neuen Herausforderungen, von denen wir doch nie dachten, dass wir uns ihnen jemals stellen müssen.

Und das alles haben die drei Studentinnen in ihre Serie gepackt. Und glaubt mir eins, ihr werdet mindestens bei der Hälfte der Folgen schmunzelnd dasitzen und denken: OMG, feeeeel you! Mir ging’s zumindest so…

Klar, Folge 2 „Geburtshilfe“, bei der man quasi bei einer Zoom-Geburt dabei ist (Annette Frier als Hebamme Ina ist großartig, ihr schmeißt euch weg 😆 ) ließ sich vom Topic her nun nicht wirklich auf meine persönliche Corona-Situation übertragen, doch ansonsten waren super viele Storys ultra relatable.

Eine meiner absoluten Highlight-Folgen: „Quarantine Calls„. Und nein, das nicht nur, weil Vincent Redetzki darin die Hauptrolle spielt. 😜 Mich hat vor allem angesprochen, wie perfekt die Episode den ganzen Selbstoptimierungswahn, der mit der Ausgangssperre wie eine Welle über uns hinweggeschwappt ist, auf den Punkt bringt.

Denn ihr habt’s ja sicher mitgekriegt. Der ganze Instagram-Feed war plötzlich voll mit irgendwelchen neuen Home-Workouts, neuen Hobbys, Storys über neue Renovierungsaktionen, neuen Banana-Bread-Rezepten… fast so, als stünde auf einmal an oberster Stelle, sich selbst zu optimieren und die neu gewonnene Zeit so effizient wie möglich zu nutzen. Dass das aber nicht unbedingt von Vorteil ist, zeigt das Beispiel von Daniel (Vincent Redetzki) in der Episode nur zu gut. Der weiß vor lauter Selbstoptimierung irgendwann nämlich schon nicht mehr, wo vorne und hinten ist.

Und dieses Chaos wird in der Folge durch die ganze Videocall-Aufmachung einfach perfekt unterstrichen. Denn die Sequenzen springen hektisch zwischen Daniel aka dem Daniealnator, der voll motiviert zu seinen Insta-Followern spricht (man schaue sich das Foto oben an), zwischenzeitlichen Calls mit der Family (die sich langsam Sorgen machen) und Zoom-Meetings mit dem Chef (der auch noch irgendwas will) hin und her. Dann noch Sport, neue Bücher lesen und was macht da plötzlich diese Japanerin im Videochat?! „Ist alles mit einer endlosen Schleife verbunden?!“„Wer einschläft, der friert!“ 😵

Jetzt seid ihr verwirrt? Und völlig erschöpft? Daniel auch! Und hey, dieses Gefühl kennen sicher viele aus den letzten Wochen, oder? Ob nun wegen des ganzen Selbstoptimierungswahns oder auch einfach wegen der ständigen Ungewissheit, die einen so unfassbar müde macht…  „Quarantine Calls“ ist ein Must-See!

Und die restlichen Folgen auch. Denn in jeder stecken kleine Überraschungen, die einen zum Schmunzeln bringen. Charmante Details, die diese Serie so herrlich real machen, weil wir sie eben alle irgendwie nachempfinden können oder bei unseren Zoom-Dates schon mal so erlebt haben. Ob nun das Geschrei von den Kids mitten im wichtigen Videocall… die eine obligatorische Freundin, die immer ein Glas Wein in der Hand hat… der „Oben schick und unten gammelig“-Look… Zoom-Hintergründe, die mehr zeigen, als einem lieb wäre oder oder…

Doch nicht nur die Storys in „Curfew Calls“ sind mit viel Liebe zum Detail gewählt, sondern auch das ganze Konzept drumherum. Denn das Coole ist: Nicht nur die Schauspieler und Geschichten wechseln von Folge zu Folge, sondern auch die Genres. Mal ist es lustig, mal traurig, mal ultra spannend und fast schon Krimi-like (Folge 1 zieht direkt schon gut rein 😳) und in der letzten Folge gibt’s sogar ein Musical. Es ist herzzerreißend und ich fühl’s ja so seeeeeehr. (Geht um Zwei, die sich kurz vor der Quarantäne kennengelernt haben und nun nicht wissen, wie es weitergehen soll… treffen geht nicht… packt man das… nur online? Scheiß Timing!)

» Diese Serie zeigt, was trotz begrenzter Möglichkeiten machbar ist. Nämlich verdammt viel! «

So, genug gespoilert. Ihr müsst es euch einfach angucken. „Curfew Calls“ macht Fun. Und dank der vielen unterschiedlichen Genres, unterschiedlichen Schauspieler*innen, verschiedenen Schnitte (mal nah dran, mal mehrere Leute im Bild, mal nicht, mal werden Textnachrichten eingeblendet, mal sieht man kaum etwas und hört nur das Rascheln des Handys) wird einem nie langweilig.

Und wie gesagt, diese Serie zeigt, was trotz begrenzter Möglichkeiten machbar ist. Nämlich verdammt viel! Und es ist halt einfach mal was Neues. Und aktueller denn je. Übrigens habe ich entdeckt, dass es bei Instagram noch eine weitere Videocall-Reihe (V Dates) gibt, und die CBS-Serie „All Rise“ hat ihr Staffelfinale sogar ebenfalls per Zoom gedreht, anstatt die Produktion aufzuschieben. Das mal nur noch kurz am Rande. Denn wer weiß, vielleicht bekommen wir in Zukunft ja noch mehr von solchen Zoom-Serien. Ich wäre dafür! 🙌

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