Daniel Radcliffe reagiert mit klaren Worten auf J.K. Rowlings transfeindliche Twitter-Postings

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Nicht immer sind Idole das, was wir in unseren Köpfen aus ihnen machen. Das mag hart zu realisieren sein … ist aber leider oft die traurige Wahrheit. Im Falle der „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling vielleicht sogar eine besonders traurige. Nicht zum ersten Mal schießt genau die sich nämlich jetzt mit einem Twitter-Posting vom 7. Juni selbst ins Aus.

Offen positioniert sie sich auf ihrem Account gegen Transgender-Personen – und spricht ihnen aus der eigenen – wohlgemerkt außenstehenden – Position heraus kurzerhand die vollständige Identität ab.

Mit einer einzigen Aussage bringt sie ihre (viel diskutierte) Meinung zum Ausdruck: Das biologische Geschlecht sei ein unumgänglicher Fakt. Wer das bezweifle, lösche gleichermaßen Homosexualität und Weiblichkeit aus.“

Vorausgegangen war dieser Aussage ein Artikel, in dem von menstruierenden Menschen – anstatt Frauen – die Rede ist. Für J.K. Rowling ging diese Formulierung offenbar zu weit. Dabei wird genau mit dieser lediglich versucht, alle Menschen in den Diskurs über Zugänglichkeit und Aufklärung einzubinden. Denn nicht alle Frauen menstruieren – und nicht alle menstruierenden Personen sind Frauen.

Doch nicht genug damit, dass sie sich mit ihrer Aussage gegen alle Personen ausspricht, die sich mit ihrem biologischen Geschlecht nicht identifizieren können – sie spielt sie gleichzeitig auch noch gegen Homosexuelle aus und exkludiert sie aus der Frauenbewegung.

J.K. Rowling wird Transfeindlichkeit auf Twitter vorgeworfen

Erneut sorgt die Autorin so also für ein große Diskussion im Netz. Nicht nur unter ihren Twitter-Follower*innen. Auch ein ganz besonders prominenter Herr schaltet sich jetzt ein – und hält mit starken Worten dagegen. Kein geringerer als „Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe (30) nämlich. In einem Blogbeitrag für die LGBTQ-Organisation „The Trevor Project“ spricht er sich deutlich gegen Rowlings Haltung aus.

Darin schreibt er: „Transgender-Frauen sind Frauen. Jede gegenteilige Aussage löscht die Identität und Würde aller Transgender-Personen aus. Und widerspricht zudem allen Ratschlägen, die von professionellen Vereinigungen des Gesundheitswesens gegeben werden, die weit mehr Fachwissen zu diesem Thema haben als Jo (Anm. d. Red.: J.K. Rowling) oder ich. Laut dem „The Trevor Project“ gaben 78% der transsexuellen und nichtbinären Jugendlichen an, aufgrund ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert worden zu sein. Es ist also klar, dass wir mehr tun müssen, um Transgender und nichtbinäre Menschen zu unterstützen. Um ihre Identität nicht zu entkräften und keinen weiteren Schaden anzurichten.“

Daniel Radcliffe will ihre Zeilen nicht so stehen lassen

Dazu gehöre es seiner Meinung nach definitiv nicht, ihnen auf Twitter die Identität abzusprechen. Sollte es wirklich J.K. Rowling, als cisgender Frau sein, die sich ein Urteil darüber erlauben? Daniel Radcliffes Antwort darauf ist jedenfalls eindeutig. Obwohl er wisse, dass er selbst noch viel lernen muss, will er sich so doch klar und deutlich positionieren. Und seine Solidarität und aufrichtige Entschuldigung all denjenigen zukommen lassen, die sich durch die Tweets der Autorin diskriminiert, ausgegrenzt oder getriggert fühlen:

„Allen Menschen, die jetzt das Gefühl haben, dass ihre Erfahrung mit den „Harry Potter“-Büchern getrübt oder vermindert ist, will ich meine persönliche Entschuldigung aussprechen. Es tut mir zutiefst leid, dass diese Kommentare solchen Schmerz in euch ausgelöst haben. Ich hoffe wirklich, dass das, was an der Geschichte für euch wertvoll ist, nicht vollständig verloren geht. Wenn diese Bücher euch gelehrt haben, dass Liebe die Stärkste Kraft ist, die alles überwinden kann; wenn sie euch gelehrt haben, dass unsere Stärke in der Vielfalt liegt und dass die dogmatische Vorstellung von ‚Reinheit‘ nur zur Unterdrückung gefährdeter Gruppen führt; wenn ihr glaubt, dass ein bestimmter Charakter transsexuell, nichtbinär oder geschlechtsneutral ist, dass er schwul, lesbisch oder bisexuell ist; wenn ihr in diesen Geschichten etwas gefunden habt, mit dem ihr euch identifizieren konntet und dass euch in bestimmten Momenten eures Lebens geholfen hat – dann ist das etwas zwischen euch und dem Buch. Diese Erfahrung ist heilig und meiner Meinung nach unantastbar. „

Für diese Positionierung gibt’s ne fette Umarmung, lieber Harry Daniel

Credits: Giphy, Gettyimages

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