Ninon Götz
14.10.2014 von Ninon Götz

„Das war mein größter Fehler“ – Im Gespräch mit Promi-Designer André Borchers

„Von Beruf Sohn“, „Schnösel“, „Traumtänzer“: André Borchers (27) ist es gewöhnt, auf Vorurteile zu stoßen. Daran ist er zum Teil selber schuld. „Aus Dummheit“, wie er heute sagt, hat er sich am Anfang seiner Karriere vor laufenden Kameras als hohles Rich Kid inszeniert. Doch statt auf Champagner und schnelle Sprüche treffen wir in Paris (wo er gerade ein Atelier eröffnet hat) auf einen sehr zielstrebigen und überraschend reflektierten jungen Mann. Scheint fast so, als wäre der Paradiesvogel in Wirklichkeit ein Arbeitstier …

Andre-Borchers-Paris

Très Click: „Wenn man deinen Namen bei Google eingibt, wird von der Suchmaschine sofort „André Borchers Eltern“ und „André Borchers Familie“ vorgeschlagen. Stört dich das?“

André Borchers: „Meine Familie ist ein zweischneidiges Schwert. Natürlich haben mich meine Eltern immer unterstützt und auch Türen geöffnet, aber ich musste für alles hart arbeiten. Meine Eltern haben immer nur Leistungen belohnt, sie wollten Erfolge sehen, wofür ich nun sehr dankbar bin. Andererseits musste ich durch meinen Namen immer genau prüfen, wer meine wahren Freunde sind. Hier habe ich leider oft viele schmerzhafte Erfahrungen sammeln müssen und auch doofe Fehler begangen.“

Très Click: „Apropos Fehler: Bekannt geworden bist du durch eher trashige Boulevard-TV-Formate…“

André Borchers: „Das bereue ich sehr. Ich war jung und hatte keine Ahnung, wie die Medien funktionieren. Meine Eltern haben mich gewarnt, aber ich wollte nicht hören.
Dass ich da mitgemacht habe war wahrscheinlich der größte Fehler meines bisherigen Lebens. So etwas verfolgt einen immer, man wird es nicht mehr los.“

Très Click: „Dass dich das so belastet, würde man gar nicht vermuten…“

André Borchers: „Es gibt Phasen, da macht es mich echt fertig. Gerade dieses Thema „arm und reich“ ist für mich ein sehr sensibles Thema. Die Medien haben mich durch meine Unerfahrenheit in eine Rolle gedrängt, in der ich mich nun gefangen fühle. Gerade, wenn Wiederholungen laufen, geht es mir richtig schlecht. Dann mag ich gar nicht vor die Tür gehen.“

Très Click: „Ist das mit ein Grund, warum dir dein Erfolg als Designer so wichtig ist?“

André Borchers: „Bestimmt. Ich will, dass man sieht, was ich kann und nicht, was ich habe.“

Très Click: „Du hast es mit deinen Taschen in ein paar sehr angesagte Läden geschafft…“

André Borchers: „Was  leider die wenigsten wissen. Ich arbeite sehr hart. Ich habe einen Showroom in Los Angeles Studios in Paris und Hamburg, mache Kooperationen mit Firmen wie Otto, Charity-Projekte und bin ständig dabei, meine Brand aufzubauen. Das ist ein Fulltime-Job.“

» Ich will, dass man sieht, was ich kann und nicht, was ich habe. «
André Borchers

Très Click: „Was war bisher dein größter Erfolg?“

André Borchers: „Dass meine Kollektion auch international so gut angekommen ist. Das hat mich sehr stolz gemacht.“

Très Click: „Was ist das größte Vorurteil über dich?“

André Borchers: „Dass ich den ganzen Tag nur rumhänge und Geld ausgebe. Und dass ich total oberflächlich und kalt bin. Ich denke aber, dass man sich mit der Zeit mit Vorurteilen abfinden muss. Das Wichtigste ist, dass die wahren Freunde und die Familie weiß, wer man ist.“

Très Click: „Du wirst immer wieder mit anderen Prominenten wie Mischa Barton oder Sylvie Meis in Verbindung gebracht. Sind das echte Freunde oder eher PR-Beziehungen?“

André Borchers: „Das sind echte Freunde. Mischa wohnt in LA, leider sehen wir uns dadurch zu selten. Sylvie und ich sind wirklich sehr close, wir reden über alles.“

Très Click: „Nervt es dich, wenn Leute versuchen über dich Informationen über Sylvie zu bekommen?“

André Borchers: „Das ist mir egal, ich würde nie etwas Privates ausplaudern.“

Très Click: „Wir sitzen hier in deinem Pariser Apartment, um dich herum wuselt es an Leuten, die für dich TV-Projekte und Kooperationen managen, was willst du noch erreichen?“

André Borchers: „Ich wünsche mir, dass ich weiterhin mit meinem Label Erfolg habe und die Öffentlichkeit mein wahres Ich sieht, statt nur ein vorgefertigtes Bild.“

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„Das sind nur meine Paris-Sachen. Der Großteil meiner Garderobe ist in Hamburg“, so André Borchers über seinen XXL-Kleiderschrank

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André Borchers‘ Studio in Paris

Mehr über: André Borchers, Otto, Designer
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