Eine neue Studie hat jetzt eine Verbindung zwischen Dating-Apps und Depressionen herausgefunden

Ich habe neulich alle meine Dating-Apps in einem Anflug aus Wut und Genervtsein gelöscht. Fast so, als wäre das letzte scheiß Match-Erlebnis nun eines zu viel gewesen. Denn sich wochen-, vielleicht sogar monatelang durch Dates zu schleifen, Gefühle aufzubauen und ja, vielleicht sogar neu zu hoffen, nur um dann am Ende doch wieder mit den typischen Floskeln oder ’ner Ghosting-Masche abgesägt zu werden, kann auf Dauer echt anstrengend sein. Klar, sowas kann dir im Real Life natürlich auch passieren, aber mir wird wohl niemand widersprechen, wenn ich sage, dass dieses Ausgetauschtwerden auf Dating-Apps wie Tinder, Bumble und Co. fast schon zur gängigen Praxis gehört. Da kann ja schließlich noch was Besseres vorbeikommen. Aber das hier soll jetzt keine Hasstirade auf all die Dating-Apps dieser Welt werden (auch wenn es mir in den Fingern kitzelt)… nein. Ich will damit nur deutlich machen, was für einen krassen Einfluss solche Plattformen auf uns und unseren Seelenfrieden haben können. Denn wenn hinter gefühlt jedem nächsten Swipe nur der nächste Fail wartet, geht das irgendwann ganz schnell an die eigene Substanz und die lieben Selbstzweifel klopfen plötzlich wie ein Presslufthammer an die Tür.

Und weil das so ist, wundert mich das neueste Ergebnis einer Studie, die kürzlich im medizinischen Fachjournal Sexes veröffentlicht wurde, auch kaum. Dort kam man nämlich zu dem Ergebnis, dass Nutzer:innen von Dating-Apps tatsächlich häufiger an Symptomen von Depressionen leiden als Nicht-Nutzer:innen. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass jeder, der Dating-Apps benutzt und sich dadurch irgendwann auch mal schlecht gefühlt hat oder fühlt, auch direkt unter Depressionen leidet, doch eine Verbindung ist eben möglich.

So hatten Untersuchungen „die hohe Prävalenz von schweren Depressionen, Angstzuständen und allgemeinem Stress bei jungen Menschen, die Dating-Apps nutzen, hervorgehoben. In einigen Fällen betreffen diese psychologischen Probleme die Selbstwahrnehmung durch ein geringeres Selbstwertgefühl, und Beeinträchtigung des Körperbildes und der Zufriedenheit“, zitiert Cosmopolitan aus der Studie.

Jep, genau da haben wir es, was ich eben schon angesprochen habe. Denn dass es irgendwann aufs Selbstwertgefühl geht, wenn man auf Dating-Apps nur Müll erlebt, ist fast schon logisch…

Übrigens fand die Studie aber nicht nur einen Zusammenhang zwischen Dating-Apps und Depressionen heraus, sondern auch zu Hypersexualität, also Sexsucht, und dass diejenigen, bei denen diese Symptome auftreten, Dating-Apps eventuell als Bewältigungsmechanismus verwenden könnten.

„Diese Untersuchung zeigt zum ersten Mal einen starken Zusammenhang zwischen der Nutzung von Dating-Apps, hypersexuellem Verhalten und Depressionssymptomen. Dieser Beweis könnte bedeuten, dass einige hypersexuelle und / oder depressive Personen wiederholt Dating-Apps verwenden, um ihre psychischen und sexologischen Leiden zu mildern“, heißt es weiter.

Und wir sind jetzt keine Expertinnen, aber für uns klingt das ganz klar nach einem Teufelskreis. Man fühlt sich schlecht, nutzt Dating-Apps, bekommt Bestätigung und ein gutes Gefühl, hat anschließend vielleicht sogar Sex (wonach sich eh alles immer nice anfühlt – man kompensiert also quasi die bad feelings), und läuft ja aber Gefahr, danach trotzdem wieder in ein Down abzurutschen… nur um das ganze Programm dann quasi von vorne zu starten. Ganz schöner Mist. Und trotzdem wollen wir an dieser Stelle noch einmal betonen, dass wir hier nur von einer Studie sprechen, die sich natürlich nicht automatisch auf alle Menschen beziehen lässt. Wir halten lediglich fest, dass die genannten Symptome eben häufiger bei Dating-App-Nutzer:innen auftauchen können.

Solltet ihr euch aktuell mental nicht gut fühlen oder an Depressionen leiden, sucht euch bitte unbedingt Hilfe. Zum Beispiel bei der Deutschen Depressionshilfe (Info-Telefon Depression: 0800 / 33 44 533) oder der Telefonseelsorge ((0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222).

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