Deshalb kannst du es dir sparen, im Smartphone deines Freundes herumzuschnüffeln

Lang ist’s her, da hat mich mein Ex-Freund, mit dem ich gerade erst zusammengekommen war, versehentlich bei ihm zu Hause eingeschlossen. Keine Ahnung, wie das genau passieren konnte; er hatte morgens wohl schlichtweg vergessen, dass er nicht allein war und ich noch in seinem Bett schlief, als er das Haus verließ. (Dass er grundsätzlich nicht so viel an andere dachte, braucht man jetzt nicht zu sagen, oder?)

Als ich da so eingesperrt bei ihm am Küchentisch saß und darauf wartete, dass mein Ex mir die Haustür aufschließen kommt, schrieb ich mir ein bisschen mit meiner BFF hin und her. „Wie, du bist eingeschlossen? Warum durchsuchst du dann nicht seine Sachen?!“, schlug sie mir vor. Ähm, gute Frage. Vielleicht, weil ich vom Herumschnüffeln grundsätzlich nicht viel halte und mir ziemlich sicher bin, dass es immer, egal was man findet, oder auch nicht findet, nur böse enden kann.

Das war früher schon so, wenn wir die Tagebücher unserer großen Schwester gelesen haben. Die Einträge waren meistens nicht ganz so schmeichelhaft und trotzdem konnten wir  nichts sagen. Wenn dagegen unsere Schwester unser Tagebuch angeschaut hat und wir dahinter kamen, war das ein ganz, ganz mieses Gefühl. Daran sollten wir denken, bevor wir in den Sachen unseres Partners herumschnüffeln. Wenn man nicht gerade vom Freund höchstpersönlich eingeschlossen wurde, macht man das natürlich am ehestem mit dem Handy. Nirgendwo sonst gibt es so viele vertrauliche Informationen über unseren Partner, wie auf seinem iPhone. Whtasapp-Chats, Facebook, die Einträge in seiner Anrufliste… Sehr verlockend, zugegeben, aber bevor wir uns als Stasi-Mitglied versuchen, sollten wir lieber kurz überlegen, wieso wir es überhaupt für unbedingt nötig halten, die Sachen unseres Partners zu durchwühlen.

 

Wonach suchen wir? Und was, wenn wir es finden? Die Antwort auf die erste Frage ist in Beziehungen eigentlich immer dieselbe: Wir suchen nach Vertrauen. Wenn wir schnüffeln, scheint es mit dem Vertrauen zu unserem Partner nicht ganz so weit zu sein. Deshalb möchten wir uns vergewissern, dass unser Freund loyal ist, uns wirklich liebt und uns nicht hinter unserem Rücken verletzt. So etwas lässt sich aber nicht mit Schnüffelei herstellen. Auch nicht, wenn der Whatsapp-Chat-Verlauf eures Freundes nur männliche Namen enthält. Schnüffeln ist nie die Antwort.

Eigentlich machen wir mit unserer Schnüffelei genau das, was wir unserem Freund zum Vorwurf machen. Wir machen Dinge mit uns allein aus, ohne mit ihm darüber zu sprechen und handeln heimlich. Mit heimlichen Aktionen lässt sich Vertrauen in einer Beziehung aber leider nicht herstellen. Viel besser wäre es deshalb, die eigenen Gedanken auszusprechen: „Du bist in letzter Zeit so distanziert zu mir und ich kann dir nicht richtig vertrauen.“ Das zu sagen erfordert zwar mehr Mut als heimlich zum Handy zu greifen; dafür erreicht man aber auch mehr.

Denn selbst mal angenommen, ihr fändet beim Lesen des Whatsapp-Chatverlaufs heraus, dass sich euer Freund mit einem anderen Mädel getroffen hat – absolutes Worst-Case-Szenario also – würde euch das nicht wirklich viel bringen. Was soll man denn auch groß dazu sagen: „Du Schatz, ich habe mir heimlich dein Smartphone gekrallt, deine Privatsphäre total ignoriert und deine Nachrichten angeschaut?“ Kann man doch irgendwie schlecht zugeben, oder?! Wer herumschnüffelt macht sich selbst strafbar, so einfach ist das.

Grundsätzliche Dinge wie „Dürfen wir unsere Ex-Freunde/Freundinnen jetzt weiter treffen?“ oder „Was machen wir mit unseren Online-Dating-Accounts“? sollte man ohnehin besser gleich zu Beginn einer Beziehung besprechen. Wäre ja schade, wenn die Vorstellungen von Treue und Monogamie so gar nicht zusammenpassen. Dann kann man sich die Beziehung gleich sparen. Genau wie anschließendes Herumschnüffeln.

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