Instagram schränkt schon bald Diät-Postings ein, wenn Nutzer sich darüber beschweren

Eine Frau in Sportbekleidung hält ihren Fitness-Tee in den Händen – solcherlei Fotos begegnen einem häufig im Netz. (Symbolbild)

Wer auf Instagram nicht bewusst seine Timeline aussortiert, dem wird dieses eine Bild nur allzu gut bekannt vorkommen: Eine junge Frau mit zauberhaftem Lächeln, wallendem Haar, verträumtem Blick… hält ein Getränk in die Kamera. Wahlweise einen Fitness-Tee, an dem sie galant nippt, oder auch den Body-Shake, der unauffällig auffällig in ihrer Küchenzeile positioniert ist.

Eingebaute Werbung wie diese funktioniert heutzutage nun mal am besten über Instagram. Promotet von beliebten Influencern. Wird zum Shake dann auch noch der knackig flache Bauch gezeigt, steht für viele fest: Dieses Abnehmprodukt muss das ultimative Wundermittel sein. Das uns endlich auch so aussehen lässt… wie diese Frau da in der Timeline.

Was natürlich absoluter Quatsch ist. Doch der Zusammenhang, der durch Bilder in Sportklamotten mit Rabattcodes entsteht, suggeriert eben dennoch genau DAS. Und es beeinflusst – selbst unbewusst.

Aus diesem Grund will Facebook solchen Abnehm- und Optimierungs-Postings jetzt den Riegel vorschieben. Oder sie zumiiiiindest stärker im Auge behalten.

Die Beschränkungen sollen vor allem Instagram betreffen

Gegenüber „The Guardian“ gab der Social-Media-Gigant, zu dem inzwischen auch Instagram gehört, bekannt:

„Wir ändern unsere Richtlinien, was Posts betrifft, die Diät-Produkte und Schönheitsoperationen promoten oder mit deren Vergünstigung werben. Dabei wird es eine Altersbeschränkung geben, um Postings dieser Art mit Kaufanreiz für unter 18-Jährige unsichtbar zu machen. Zusätzlich ist Content, der explizit mit „wundersamen Ergebnissen“ wirbt und Links oder Rabattcodes erhält, nicht mehr zulässig und wird vollständig entfernt .“

War’s das jetzt also mit Beauty-Docs, Abnehmpillen und gestellten Vorher-Nachher-Vergleichen auf Instagram? Nicht ganz. Denn wie so oft bleibt die Frage offen, ab wann und wie effektiv die neuen Richtlinien wirklich greifen. Mit anderen Worten: Wie plakativ muss das Produkt im Mittelpunkt stehen, um abgestraft zu werden?

Werbung wie diese ist im Moment keine Seltenheit:

Ein Shake der schlanker macht? Wird gerne gezeigt. (Symbolbild)

Zunächst stellt Facebook im Hinblick darauf gegenüber Mashable klar, dass vor allem die Nutzer selbst in der Verantwortung stehen: „Wir werden Inhalte nicht direkt verfolgen, sondern dann entfernen oder mit einer Altersbeschränkung versehen, wenn sie von unserer Community gemeldet werden.“

Bereits in den kommenden Wochen wird daher eine Einstellung bereitgestellt, mit der sich solche Beiträge explizit melden lassen. Ein wichtiger Schritt und eine sinnvolle Maßnahme. Denn Experten für psychische Gesundheit, wie Dr. Ysabel Gerrard, bestätigen schon lange, dass die ständige Sichtbarkeit solcher Werbung zu einer ungesunden Selbstwahrnehmung führen kann. Gerade bei jungen Menschen. Viele der Diätprodukte können außerdem ungesund sein und Essstörungen fördern. Darüber hinaus werden soziale Medien bereits seit geraumer Zeit mit dem Anstieg der Anfragen nach plastischer Chirurgie in Zusammenhang gebracht. Junge Mädchen wollen aussehen, wie ihre Idole auf Instagram. Und deren Körper“ideale“ sind ohne Operation eben einfach nicht zu erreichen.

Wir sind schön – auch ohne Lipfiller und Body-Shake

Die Marketingmöglichkeiten für Chirurgen und Arztpraxen sind momentan also riesig. Eine Einschränkung ist daher wohl längst überfällig. Und wird hoffentlich konsequent durchgezogen. Denn natürlich soll trotzdem auch weiterhin jeder selbst entscheiden dürfen, was er mit seinem Körper macht. Aber eben auf Grundlage realistischer Vergleiche. Und nicht aus Zugzwang, weil unehrliche Werbung eine übersteigerte Erwartungshaltung schafft. Wenn Influencer also weiterhin für ihre Produkte werben wollen, müssen sie das in Zukunft reflektierter tun. Mit der Bemerkung beispielsweise, dass ein Tee allein keine Wespentaille zaubert. Und dass eine Wespentaille allein eben auch nicht glücklich macht…

Wäre damit am Ende nicht sogar allen geholfen?

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