Doris Golpashin über „Check Check 2“ und das Arbeiten mit Klaas: „Es macht wahnsinnig viel Spaß“

Wenn man nach zwei Minuten schon das Gefühl hat, man würde gerade mit ’ner guten Freundin am Telefon hängen, um über Gott und die Welt zu sprechen, dann kann das Interview nur gut werden. Genauso ging es mir vor Kurzem mit der wunderbaren Doris Golpashin (40). Nur dass ich in diesem Fall vielleicht eher von Gott und Simmering sprechen sollte. Genau in diesem beschaulichen (fiktiven) Provinz-Kaff spielt nämlich ihre aktuelle Serie „Check Check“ – produziert by the way von keinem Geringeren als ihrem Lebensgefährten Klaas Heufer-Umlauf (37). Und genau mit dem steht die österreichische Schauspielerin auch noch gemeinsam vor der Kamera. Kann also nur gut sein. Spoiler: Und ist es halt wirklich! 😆 Denn natüüüürlich hab ich mir die ersten zwei Staffeln (Season 1 kam bereits 2019 auf Joyn raus, 2 letztes Jahr und 3 ist in the making 📹, aber dazu gleich noch mehr von Doris 😜) längst reingezogen. Und das solltet ihr auch! Entweder auf dem Streaming-Portal oder ab heute, 19. Mai, auf ProSieben, wo endlich die zweite Staffel an den Start geht.

Und damit jede Menge Lacher gepaart mit echt deepen Momenten, die dir sogar kurz mal die Tränchen in die Augen schießen lassen. Denn auch in Staffel 2 schafft die Serie wieder gekonnt den Bogen zwischen einer gewissen Blödelei und wirklich relevanten, ernsten Themen.

Das Setting ist natürlich dasselbe: der Mini-Flughafen in Simmering. Und auch die Truppe bleibt. Allerdings müssen sich Jan (Klaas) – der sich natürlich immer noch um seinen dementen Vater Udo kümmert – und seine Kolleg:innen mit einem Thema rumschlagen, das in Corona-Zeiten leider kaum aktueller sein könnte. Und das heißt Kurzarbeit. Einiges zu tun also für Flughafen-Chefin Sabine Grünberg alias Doris Golpashin. Und dann kriselt ganz nebenbei auch noch ihre Ehe… und Jan treibt sie ein bisschen in den Wahnsinn. Nicht zu vergessen diese kleinen prickelnden Momente zwischen den beiden… 😏 Wie es ist, sowas mit dem eigenen Partner zu spielen? Darüber habe ich natürlich mit Doris bei unserem kleinen Phone-Talk gesprochen.

Auch, ob sie und Klaas eine Number-One-Regel haben, um als Paar gemeinsam am Set arbeiten zu können – und dann auch noch unter Corona-Bedingungen. Und klar, was die zweite „Check Check“-Staffel so cool, sehenswert und nahbar macht, das hat die 40-Jährige mir natürlich ebenfalls verraten. Also Schluss jetzt mit meinem Gerede und Vorhang auf für die tolle Doris Golpashin! 👏

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trèsCLICK: Liebe Doris, was macht die Serie „Check Check“ für dich aus?

Doris Golpashin: Ich persönlich mag diese Mischung aus einer gewissen Albernheit und Ernsthaftigkeit, gepaart mit vielen privaten, menschlichen Problemen. Und diese Gurken-Flughafen-Truppe, die wächst einem immer mehr ans Herz. Ich finde ganz besonders, dass man in der zweiten Staffel die Charaktere nochmal ein bisschen besser kennenlernt und mehr Platz geschaffen wird für deren private Angelegenheiten. Und selbstverständlich liebe ich auch den Humor der Serie.

Du sprichst diese gewisse Ambivalenz aus Albernheit und Ernsthaftigkeit an. Findest du, das ist genau der richtige Weg, um ernsthafte Themen, wie die Demenz von Udo beispielsweise, anzuschneiden?

Ich finde Humor generell extrem wichtig. Auch wenn wir uns natürlich alle wünschen, dass wir in kürzester Zeit noch mehr Grund haben, um zu lachen und uns wieder am Leben zu erfreuen. Emotionen sind natürlich gerade in so einer Serie wichtig: Das beginnt bei emphatischen Momenten, in denen man von ganzem Herzen mitlachen kann, die wahnsinnig albern, komisch und lustig sind, und geht bis zu diesen tiefrührenden Momenten, wie zum Beispiel bei der Demenzkrankheit von Udo. Das ist eine schöne Mischung.

Die Demenzkrankheit ist ja ein sehr zentral Thema in der Serie. Beschäftigt einen das privat dann auch mehr?

Klar, etwas, das rührt, trägt man dann natürlich auch im Herzen mit.

In „Check Check“ werden auch sehr aktuelle Themen (Kurzarbeit, Klimawandel) mit einem gewissen Comedy-Charakter aufgegriffen. Was sagst du dazu?

Also man muss dazu sagen, dass das Thema „Kurzarbeit“ ja definitiv keines ist, über das man sich bewusst lustig machen wollen würde. Tatsächlich ist es so, dass die Folgen weit vor Corona geschrieben wurden. Beziehungsweise vor dem zweiten Lockdown.

Das ist tatsächlich ein wichtiges Thema, natürlich aktuell auf einer völlig anderen Ebene als wie es bei uns in der Serie stattfindet. Sabine Grünberg kämpft ja wirklich pausenlos mit finanziellen Problemen am Flughafen, weil da eben nichts mehr fliegt und weil alles schiefgeht. Und das ist ja auch der Grund, weshalb die Truppe immer wieder aufs Neue auf dumme Ideen kommt, wie man den Flughafen in allerletzter Sekunde doch noch retten könnte. Und aus der Kurzarbeit entsteht dann ja auch noch ihre Idee mit dem zweiten Standbein. Ihr Unternehmen „Safe Air“. Das wiederum zeigt auch so einen gewissen Zusammenhalt und eine gewisse Stärke, die alle zusammen an den Tag legen. Klimawandel ist natürlich ebenfalls ein absolut wichtiges Thema unserer Zeit. Das uns auch noch länger beschäftigen wird. Und auch noch die Generationen nach uns.

Warum ist „Check Check“ deiner Meinung nach genau die richtige Serie gerade?

Also sagen wir mal so, wenn man jetzt eine Serie übers Reisen sehen möchte – was wir gerade ja alle dringend brauchen würden – dann ist das leider die falsche Serie. Bei uns in Simmering fliegt ja kaum was. Aber grundsätzlich finde ich es wunderbar, so eine Form des Kopfkinos zuzulassen und sich wegzubeamen. Dafür ist die Serie definitiv perfekt.

Womit beamst du dich denn mal weg? Hast du eine Lockdown-Serie?

Wir sind immer noch bei „The Crown“ ganz vorne mit dabei. Und wir hängen erst in Staffel 2. Aber man weiß ja ohnehin, wie es weitergeht. Und ich finde, die Serie ist einfach wahnsinnig gut und so spannend gemacht. Aber worauf ich mich momentan jeden Abend aufs Neue freue (auch wenn es ein bisschen peinlich ist), ist „KUWTK“. Ich habe erst ganz spät damit begonnen, ich glaube, so vor einem halben Jahr. Das ist absolut großartig und schöne, leichte, seichte Reality Kost in Sachen Unterhaltung. Da muss ich nicht viel nachdenken und kann abschalten. Und was ich neulich übrigens auch wieder begonnen habe, zu gucken, ist „SATC“. Und es ist so krass, die Serie kommt irgendwie nicht aus der Zeit. So gut geschrieben, so gut produziert und so gut gemacht. Und ab und an mal, wenn man Lust hat auf hohe Schuhe und kurze Kleider und tolles Make-up und Fernweh und New York, dann kann man sich damit ganz gut wegbeamen. Das finde ich total schön in Zeiten wie diesen. Ich will da nichts Schwermütiges oder Anstrengendes gucken.

Zurück zu „Check Check“. Was magst du an deiner Figur Sabine?

Also ich mag gerade, dass wir nichts gemeinsam haben. Es ist reizvoll, eine Figur zu spielen, die das komplette Gegenteil von mir ist.

Und es ist natürlich so, dass Sabine auf den ersten Blick wahnsinnig spießig und eher zögerlich wirkt und nicht besonders offen ist für große Veränderungen in ihrem Leben. Aber jetzt in Staffel 2 wird es schon ein bisschen spannender. Ich habe das Gefühl, dass sie innerlich so einen kleinen Reset startet und das kleine Fünkchen Abenteuer, das noch in ihr schlummert, zu neuem Leben erweckt wird. Das hat damit zu tun, weil weibliche Konkurrenz am Flughafen auftaucht und weil ihre Ehe offensichtlich beginnt zu bröckeln. Sie kommt immer mehr darauf, dass Elmar ein Kind von ihr will und sie beginnt, sich damit auseinanderzusetzen. Und eigentlich hätte sie auch gerne Kinder, aber sie stellt fest, dass er vielleicht gar nicht so der Richtige dafür ist. Abgesehen davon, beginnt sie mutiger zu werden. Damit fällt sie definitiv immer wieder auf die Fresse, aber sie steht auch wieder auf. In Staffel 2 wird also ein Prozess losgetreten und es ist interessant, mit ihr Seite 2 von 5 diesen Weg zu gehen. Und dann ist da natürlich auch immer noch dieses Brodeln zwischen ihr und Jan.

Gutes Stichwort. Wie würdest du die Beziehung zwischen Jan und Sabine in der zweiten Staffel denn beschreiben?

Man hat ja schon das Gefühl, dass Sabine ab und an mal die Tür zu ihrem Herzen so einen ganz kleinen Spalt aufmacht. Aber eher unbewusst, weil Jan ein vertrauter Charakter und jemand in ihrem Leben ist, der ja doch schon ein bisschen länger da ist. Aber immer wenn sie dieses Türchen so ein bisschen aufmacht, dann klettert er sofort rein und macht da total Unruhe. Und bringt alles durcheinander. Man wünscht sich ja eigentlich nur, dass es früher oder später bei den beiden weitergeht und Jan auch mal ein bisschen erwachsener wird. Er hat ja ein bisschen was von einem Lausbub, der nicht erwachsen werden will. Aber das macht die Beziehung irgendwie auch so interessant und lustig zu spielen, weil wir diese Momente immer wieder haben. Aber ich finde es auch schön, dass beide dann auch doch mal – und ich hoffe, das kommt so rüber – so wache Momente haben, in denen man merkt: Jaaa, irgendwas ist da trotzdem. Auch von seiner Seite. Man kann nur hoffen, dass sich beide in die richtige Richtung entwickeln.

Ist es einfacher, solche „prickelnden“ Szenen mit dem eigenen Partner zu spielen?

Es ist grundsätzlich entspannter, mit jemandem zu spielen, den man schon so lange und so gut kennt und bei dem so eine gute Vertrauensbasis da ist. In allererster Linie macht es einfach wahnsinnig viel Spaß, gemeinsam vor der Kamera zu stehen, eben weil man sich gut aufeinander einlassen kann… und weil man sich schon so gut kennt.

Habt ihr eine Number-One-Regel, um erfolgreich am Set zusammenzuarbeiten?

Nein, die Number-One-Regel ist eigentlich das komplette Team. Das sind einfach tolle Menschen am Set. Ich finde sie alle so großartig. Das macht es dann natürlich für jeden Schauspieler leichter, vor der Kamera zu funktionieren. Das ist ein vertrautes, angenehmes, schönes Arbeiten.

Wie war/ ist es, unter Corona-Bedingungen zu drehen?

Wir waren uns kurz vor dem Dreh natürlich nicht mal sicher, ob es überhaupt stattfinden wird. Da waren viele Fragen offen: Was für Regelungen gibt es? Kommt man in ein Hotel-Zimmer? Haben die Hotels überhaupt offen? Wie sieht das dann am Set aus? Und letztendlich war es so, dass wir in der ganzen Phase einen wirklich tollen Hygienebeauftragten hatten, der alle ständig durchgetestet hat. Seite 4 von 5 Und der darauf geachtet hat, dass die Abstände eingehalten werden und dass man im Freien Mittag isst, dass man sich regelmäßig die Hände desinfiziert usw.! Aber grundsätzlich ist es natürlich so, dass man Kolleg:innen auch anders begegnet als bei der ersten Staffel, wo man abends nach Feierabend noch ein Glas Wein zusammen im Hotelhof getrunken hat und da irgendwie noch ein paar Stündchen saß. Aber wir waren auf der anderen Seite auch glücklich, dass wir überhaupt drehen können. Es kam gar nicht so weit, sich darüber zu beschweren oder darüber nachzudenken, wie das in Staffel 1 jetzt überhaupt war. Letztendlich war es für viele im letzten Jahr das erste Projekt, weil alles andere abgesagt wurde. Und deshalb hatte ich das Gefühl, dass alle so dermaßen motiviert, glücklich und dankbar dafür waren, einfach arbeiten zu können. Alle waren glücklich, dass dieses Projekt nicht abgesagt wurde. Und abgesehen davon hatten wir trotz allem viel Spaß beim Arbeiten und eine gute Zeit. Und es waren alle sehr diszipliniert und es hat Gott sei Dank ohne Zwischenfälle richtig gut funktioniert. Und Staffel 3, die wir begonnen haben, drehen wir jetzt im Sommer weiter. Mal schauen, wie es bis dahin so ist.

Was hat sich für dich persönlich durch Corona am meisten verändert? Beziehungsweise, was hast du mitgenommen?

Also in allererster Linie wird einem mal wieder bewusst, dass man in einer sehr privilegierten Situation ist, arbeiten zu können. Und mich persönlich macht das einfach nur dankbar und demütig. Da beginnt man natürlich nochmal zu reflektieren und darüber nachzudenken und auch für sich selbst festzustellen, was das Wichtigste im Leben ist. Und das ist natürlich Gesundheit, der Zusammenhalt und die Familie.

Viele zieht es seit Corona ja wieder mehr in die Natur. Du lebst in Berlin. Könntest du dir auch vorstellen, mehr abseits zu leben?

Absolut, definitiv. Ich bin, glaube ich, auch so eine ganz gute Mischung aus Stadt- und Land-Mensch. Ich brauche die Luft, den Wald und das weite Land, um abschalten zu können. Ich bin gerade jetzt – und das mag auch daran liegen, weil man älter wird (lacht) – viel draußen im Grünen. Ich finde die Mischung aus Großstadt und Landleben eigentlich immer sehr ausgeglichen und sehr wichtig. Wir sind glücklich, dass wir das miteinander verbinden können.

Auf was freust du dich am meisten, wenn es nach Corona wieder Richtung Normalität geht?

Ich bin die letzten Monaten nicht ins Flugzeug gestiegen. Und langsam packt mich natürlich, so wie alle anderen, das Fernweh. Das steht ganz oben auf meiner Liste. Ich möchte wahnsinnig gerne wieder nach Wien. Zu meiner Familie. Ich vermisse das Meer, ich bin ein absoluter Sonnenmensch.

Und dann denke ich natürlich auch wieder an Konzerte, Open-Air-Geschichten, Menschen in den Arm nehmen. Wo fängt es an, wo hört es auf?! Und ich liebe es, Freunde zum Essen einzuladen. Wir sind hier eigentlich immer gute Gastgeber und haben open house. Ich freue mich, wenn unser Leben in der Hinsicht wieder ein bisschen mehr Lebendigkeit und Farbe bekommt.

Absolut! Und dann gehen im Sommer ja noch die Dreharbeiten zu „Check Check 3“ weiter. Was erwartet die Zuschauer:innen denn in der neuen Staffel?

Mhhhh… ich will ja nicht spoilern, das darf ich natürlich auf gar keinen Fall machen (lacht). Aber sagen wir es mal so: Es bleibt auf jeden Fall chaotisch, prickelnd und es wird definitiv auch noch auf vielen anderen Ebenen spannend.

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Uhhhh, wenn das mal nicht nice klingt. 😜 Aber jetzt check(t) check(t) – höhö – erstmal die zweite Staffel auf ProSieben aus. Lohnt sich!!

Die zweite Staffel von „Check Check“ läuft ab dem 19. Mai 2021 immer mittwochs um 22:15 Uhr bei ProSieben.

Credits: Hilde van Mas, Joyn/ProSieben/Stephanie Kulbach

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