Immer mehr Menschen probieren „Dry Dating“ – und das solltet ihr auch!

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wann ihr das letzte Mal bei einem Date keinen Alkohol getrunken habt? Also ich sitze gerade hier und kann mich erschreckenderweise nicht daran erinnern. Bei meinen letzten ersten und zweiten Dates gab’s immer ’nen alkoholischen Drink. Ob nun in einer Bar, zum Essen im Restaurant und sogar bei den gemütlichen Spaziergängen um die Alster, wie man sie vor allem während der Pandemie hier in Hamburg so gerne gemacht hat, hatte man ein Weg-Getränk dabei. Fast schon, als würde es eben einfach dazugehören. Und warum? Klar, in erster Linie natürlich, weil erste Dates einfach scheiße anstrengend und nervenaufreibend sein können. 😅 Vor allem, wenn man sich über eine Dating-App kennengelernt und vorher nicht einmal in natura gesehen hat. Dann ist der Gang zur ersten Verabredung in der wirklichen Welt wie ein Sprung ins kalte Wasser. Man weiß nie, was einen erwartet und ob man auf derselben Wellenlänge ist. Also bestellt man in der Bar eben das Gläschen Wein, um sich ein wenig Mut anzutrinken. Oder kippt schon vor dem Date beim Fertigmachen ’nen Kurzen. Und hey, irgendwie funktioniert das ja meistens auch. Die Stimmung wird schneller zwangloser, man entspannt und bekommt das Gefühl, den Abend weniger nervös genießen zu können.

Aber Leute, mal ehrlich: Das ist doch einfach nur bescheuert, oder? Ja, ist es. Und das begreifen mittlerweile offensichtlich auch immer mehr Menschen, die sich ganz bewusst für „Dry Dating“ entscheiden. Also Dating, bei dem komplett auf alkoholische Getränke verzichtet wird. Klingt im ersten Moment fast schon ein wenig beängstigend, wa‘? Einen ganzen Abend mit einem Fremden überstehen, ohne einen einzigen Tropfen Alkohol zu konsumieren? Tja, genau von diesem Gefühl will man sich bei diesem Trend verabschieden. Und das übrigens nicht erst seit dem „Dry January“, in dem aktuell ja sehr viele Menschen stecken. Falls euch das nichts sagen sollte: Im Januar verzichten viele Leute für einen Monat freiwillig auf Alkohol, um sich einfach mal was Gutes zu tun. Denn dass Alkohol Gift für den Körper ist, muss ich sicherlich niemandem hier noch einmal extra erklären. Und gerade nach dem Dezember-Monat mit den regelmäßigen Glühwein-Abenden, der Weihnachts-Schlemmerei und der Silvester-Eskalation macht es natürlich total Sinn, seine Leber mal ein bisschen zu entgiften, das Immunsystem zu stärken und ganz nebenbei auch der Haut was Gutes zu tun (um mal nur ein paar positive Nebenwirkungen anzusprechen).

„Dry Dating“? Warum immer mehr Leute auf alkoholfreie Dates setzen

Aber wie gesagt, „Dry Dating“ steht nicht erst seit Jahresbeginn auf der Liste von vor allem vielen jungen Menschen da draußen. Eine neue Umfrage von Bumble hat jetzt nämlich ergeben, dass tatsächlich immer mehr Singles 2023 bewusst auf Alkohol verzichten (wollen) – oder es schon längst tun. Heißt im Detail: Mehr als ein Viertel (26%) der Deutschen auf der beliebten Dating-App kann sich vorstellen, bei den nächsten Verabredungen einfach mal auf „Dry Dating“ zu setzen. Dazu zählen wohl vor allem Frauen (29%) und die Gen Z (35%).

Warum fragt ihr euch? Die Gründe sind – neben den gesundheitlichen Vorteilen natürlich – ziemlich einleuchtend: „Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 %) glaubt, auf einem Date eher eine echte Beziehung aufbauen zu können, wenn sie nüchtern blieben, und mehr als 2 von 5 (43 %) bestätigen, dass Alkohol ihr Urteilsvermögen negativ beeinflusst, wenn sie jemand Neues kennenlernen. So kann ein falsches Gefühl der Verbundenheit entstehen, das keinen Bestand hat.“

Und je mehr ich über diese Zahlen nachdenke, desto mehr kann ich das Gesagte nachempfinden und bestätigen. Gerade wenn ich über eine Dating-Phase mit einem Kerl vor einigen Monaten nachdenke. Unsere erste Verabredung fand direkt in einer Bar hier in Hamburg statt, in der es die verrücktesten Cocktails ever gibt. Ich war krass aufgeregt, weil ich diesen Typen einfach schon nach unseren ersten Gesprächen bei Bumble waaaahnsinnig gut und hot fand. Die Cocktails kamen mir also gerade recht. Und nun ja, der erste Abend endete dann direkt mal damit, dass wir noch in der Bar wie 14-jährige Teenies wild miteinander rumgemacht haben. Zitat von ihm damals: „Das hatte ich so jetzt nicht geplant!“ Jo, ich auch nicht. Und wer weiß, ob es überhaupt dazu gekommen wäre, wenn ich damals nüchtern geblieben wäre… Ich will das Ganze jetzt nicht verteufeln, weil ich generell der Meinung bin, dass alles, was sich in dem Moment gut angefühlt hat, auch richtig war… und trotzdem entwickelten sich unsere restlichen Dates dann irgendwie immer zu entspannten Cocktail-Stunden (er selbst konnte auch sehr nice Drinks mixen). Das war eben so unser Ding. Und Fakt ist, dass ich bei unserer Handvoll Dates wirklich keinen nüchternen Abend mit ihm verbracht habe. Es war immer Alkohol im Spiel. Jetzt auch nicht im übertriebenen Maße, versteht mich nicht falsch, aber ich kann mir trotzdem vorstellen, dass dadurch sicherlich dieses „falsche Gefühl der Verbundenheit“, von dem oben schon die Rede war, verstärkt wurde. Denn hey, vielleicht hätten wir beide schon vorher gemerkt, dass es zwischen uns nicht wirklich passt. Und das gibt einem natürlich schon zu denken…

Tinder, die vor kurzem ebenfalls eine Studie zu dem Thema mit ganz ähnlichen Ergebnissen durchführten, schrieben in diesem Zuge: „Alkoholfreie Dates sind zu einer Möglichkeit für Singles geworden, bei Dates authentischer zu sein und traditionelle Dating-Normen in Frage zu stellen“. Und das glaube ich sofort. Denn nüchtern kann man doch viel eher für sich selbst feststellen, ob man mit seinem Gegenüber wirklich vibed – oder ob einem das nur der liebe Rausch vom Alkohol glauben lassen möchte. „Ein Dry Date (…) ermöglicht auch, aufrichtiger zu handeln und zu fühlen. Das kann helfen, einen ‚klaren Blick‘ zu behalten und letztendlich zu authentischeren und ehrlicheren Gesprächen und Beziehungen führen“, sagt auch Nicole Engel, Psychologin von Bumble. UND man muss am nächsten Tag auch weniger Schiss haben, dass man eventuell einen nicht ganz so geilen (aka vielleicht leicht abngeschwipsten) Eindruck hinterlassen oder sogar was richtig Peinliches gesagt oder getan hat. Jede:r zweite Deutschte (also unglaubliche 50 %) sorgt sich laut der Umfrage nämlich nach Dates genau darum. Und das bringt mich auch direkt zu meinem nächsten Gedanken, warum „Dry Dating“ eine verdammt nice Sache ist. Stichwort: bewusstes Trinken. Denn wenn man die Sache mit der Nervosität jetzt mal ausklammert: Ist es nicht so, dass wir super oft zum Alkohol greifen, obwohl wir das gerade eigentlich gar nicht bräuchten oder eine leckere Maracuja-Schorle uns genauso glücklich machen würde? Aus Zugzwang zum Beispiel? Und wegen des sozialen Drucks, der irgendwie mit dem Alkoholkonsum einhergeht? Also ich definitiv. Denn wie oft musste ich mir schon auf Partys und Co. anhören, wie langweilig ich doch wäre, oder in schockierte Gesichter blicken, wenn ich gesagt habe, dass ich heute mal nichts trinke?! Sehr oft. „Alkohol ist in unserer Kultur und unserem gesellschaftlichen Leben so tief verwurzelt, dass wir oft ‚Ja‘ sagen, ohne darüber nachzudenken“, sagt auch Isabella Steiner, Gründerin und CEO des ersten alkoholfreien Späti Deutschlands und Onlineshop nüchtern.berlin. Logisch, dass man dieses Verhalten dann irgendwie auch automatisch mit in Dates reinnimmt… und umso schöner, dass sich das nun langsam mit Trends wie dem „Dry Dating“ zu ändern scheint. Denn dass es am Ende eigentlich nur Vorteile mit sich bringt, habt ihr ja eben gelesen. Und natürlich bedeutet das alles jetzt nicht, dass ihr nie wieder Alkohol trinken sollt, wenn ihr zu einem (ersten) Date spaziert. Es kann aber nicht schaden, sein Trinkverhalten mal etwas mehr zu reflektieren und sich zu fragen, warum man jetzt überhaupt zu einem alkoholischen Drink greift. Und Nervosität fällt als Antwort definitiv durch. Das sage ich euch, genauso wie mir. Die hat leicht reden, denkt ihr euch jetzt? Verstehe ich voll! Und deswegen kommen hier jetzt noch ein paar Tipps, mit denen der Start ins „Dry Dating“ vielleicht etwas einfacher wird. Und wer weiß, vielleicht geht es euch dann bald schon wie mehr als ein Drittel der Millennials, die laut der Bumble-Umfrage „gar nicht mehr das Bedürfnis haben, auf einem Date Alkohol zu trinken, weil sie selbstbewusster sind“. 🙌

Tipps für euren „Dry Dating“-Start:

1. Lenkt euch ab

Den Mut-Tequila kurz vorm ersten Date gibt’s nicht mehr? Dann seht zu, dass ihr euch einfach anders ablenkt. Meditiert, dreht die Musik auf und tanzt es kurz raus oder trefft euch direkt mit der BFF und lasst euch von ihr ein wenig die Nervosität nehmen.

2. Bereitet euch vor

Ich weiß, das klingt jetzt super unsexy, aber es kann manchmal gar nicht schaden, wenn man sich im Vorfeld schon Gedanken darüber macht, was man für Fragen stellen oder über welche Themen man sprechen könnte. Dann wird man auch von der Standardfrage „Was willst du wissen?“ nicht überrascht.

3. Werdet kreativ bei der Date-Auswahl

Wie ihr ja wahrscheinlich schon herauslesen konntet, spielten sich viele meiner letzten Dates in Locations ab, wo die „Gefahr“, Alkohol zu trinken, nicht gerade klein war. Also lasst es gar nicht erst dazu kommen und schlagt eher aktive Dates vor, bei denen ihr nicht nur stumm voreinander sitzen müsst. Zum Beispiel Stand-up-Paddling, Bowling, Minigolf oder verabredet euch tagsüber zu einem Kaffee oder Spaziergang.

4. Redet darüber

Entweder schon vorher oder ihr sprecht es während des Dates an, dass ihr gerade keinen Alkohol trinkt. Aber eben auch nur, wenn euch danach ist. Denn wie bereits erwähnt: Ihr müsst euch vor keinem Menschen dafür rechtfertigen, wenn ihr mal eine Zeit lang sober unterwegs sein wollt. ☝️ Und nun ja, wenn euer Gegenüber in diesem Moment irgendwie unangebracht reagiert, dann wisst ihr zumindest direkt, dass aus diesem Date wahrscheinlich kein zweites wird.

In diesem Sinne: Happy sober Dating, ihr Mäuse! 💞

Credits: Getty Images, Bumble

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