Vergewaltigungsopfer Duffy prangert Netflix’ „365 DNI“ an: „Leichtsinnig, unsensibel und gefährlich“

Es ist schwierig über den neuesten Netflix-Hit „365 DNI“ zu schreiben, ohne dabei irgendeiner Partei auf die Füße zu treten. Denn wir können uns kaum daran erinnern, wann das letzte Mal ein Film so sehr polarisiert und das Netz gespalten hat, wie es aktuell mit dem Erotikstreifen der Fall ist. Die einen lieben und feiern ihn in Grund und Boden, die anderen zerreißen ihn einfach nur… und wieder andere erheben bei all dem Hype auch noch ermahnend den Zeigefinger. Wir sind irgendwas dazwischen.

Denn so heiß die Sexszenen auch sein mögen (und sind wir ehrlich, die meisten haben’s doch nur deswegen geschaut 😜), so problematisch ist der Film auf der anderen Seite. Denn hier werden toxische Verhaltensmuster und eine Entführung schlichtweg romantisiert. Massimo, der gut aussehende Mafiaboss kidnappt Laura, eine hübsche, junge, Geschäftsfrau, damit die sich in 365 Tagen in ihn verliebt. Keine Ahnung, warum wir das immer wieder schreiben, mittlerweile sollte auch der letzte Mensch auf diesem Planeten von dem Netflix-Nr.1-Hit gehört haben. 😅 Und klar, wir alle wissen natürlich, dass es sich bei diesem Streifen um bloße Fiktion handelt… und trotzdem können diese Szenen bei einigen Menschen für ungute Gefühle sorgen. Menschen, die vielleicht sogar schon Ähnliches erleben mussten. Eine von ihnen ist Sängerin Duffy (36).

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Wer es Anfang des Jahres vielleicht nicht mitbekommen haben sollte: Im Februar schockte die 36-Jährige in einem öffentlichen Statement die ganze Welt. Darin berichtete sie darüber, dass sie unter Drogen gesetzt, gefangen gehalten und vergewaltigt wurde. Es sind Zeilen, die auch heute noch ans Mark gehen und die sich dennoch jeglicher Vorstellungskraft entziehen. Denn was Duffy während dieser Zeit durchgemacht haben muss, lässt sich wohl kaum gedanklich nachempfinden.

Ihre aktuellen Gefühle hingegen schon. Denn in einem offenen Brief an den Netflix-CEO Reed Hastings, der unter anderem der New York Post vorliegt, lässt sich ihre Wut und ihr Unverständnis über den Film „365 DNI“ in jeder Silbe herauslesen. Einem Film, der eben genau das romantisiert und verharmlost, was ihr selbst zugestoßen ist. „‚365 DNI‘ verherrlicht die brutale Realität des Sexhandels, der Entführung und der Vergewaltigung. Das sollte weder für irgendjemanden die Idee von Unterhaltung sein, noch sollte es als solche beschrieben oder auf irgendeine Art und Weise kommerzialisiert werden“, so Duffys Worte.

Und die 36-Jährige geht noch weiter ins Detail.

„Es ekelt mich an, dass Netflix einem solchen ‘Kino’ eine Plattform bietet, obwohl der Film Entführungen erotisiert und sexuelle Gewalt und Menschenhandel als ‘sexy’ darstellt. Ich kann einfach nicht glauben, wie Netflix übersehen konnte, wie leichtsinnig, unsensibel und gefährlich das ist.

„Wir alle wissen, dass Netflix kein Material zur Verfügung stellen würde, das Pädophilie, Rassismus, Homophobie, Völkermord oder andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit verherrlicht. Die Welt würde sich zu Recht erheben und schreien. Tragischerweise sind Opfer von Menschenhandel und Entführung oft unsichtbar. Und dennoch wird ihr Leiden in ‚365 DNI‘ zu einem ‚erotischen Drama‘, wie Netflix es beschreibt“, so Duffy weiter. Sie hätte sich stattdessen gewünscht, dass man das Geld und Talent toller Filmemacher lieber in Projekte gesteckt hätte, die über sexuelle Gewalt aufklären. Und sie eben nicht romantisieren und verherrlichen.

Gut, an dieser Stelle muss man natürlich kurz anmerken, dass hinter „365 DNI“ nicht Netflix direkt steckt. Es ist keine Original-Produkt. Nur wurde der Film erst durch den Streaming-Giganten zum weltweiten Hit.

„Als ich selbst entführt und vergewaltigt wurde, hatte ich das Glück, mit meinem Leben davonzukommen. Aber viele hatten dieses Glück nicht. Und nun muss ich miterleben, wie diese Tragödie, meine Tragödie, erotisiert und verharmlost wird. Für jeden, der laut sagt: ‚Es ist nur ein Film‘. Ist es nicht, wenn es einen großen Einfluss darauf hat, ein weitgehend unbesprochenes Thema wie Sexhandel und Entführung zu verzerren, indem das Thema romantisiert wird“, schreibt die Blondine weiter.

Sie wünscht sich, dass auch die Zuschauer diese Tatsache bei der weichgezeichneten und romantisierten Darstellung von Massimo und Lauras „Liebes“-Geschichte nicht vergessen. Und wir finden, dass das ein ziemlich guter Abschluss dieses Textes ist. Denn ja, „365 DNI“ ist Fiktion (und ja, man mag den dargestellten Sex geil finden, Fantasie, bleibt Fantasie) und dennoch sollte man sich bewusst machen, dass nichts an dieser Geschichte romantisch ist.

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Credits: Getty Images

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