Alex Springer
15.01.2017 von Alex Springer

„Ich habe eine Woche lang dasselbe Outfit getragen“

Mein letzter Fashion-Selbstversuch (mein Freund durfte mich eine Woche lang stylen) ist ja schon eine Weile her. Das ist aber nicht die Motivation für die neue Challenge gewesen. Vielmehr war folgende Situation der Auslöser: Montagmorgen und ich stehe wieder Mal vor meinem komplett überfüllten Kleiderschrank. Auf dem Boden liegen schon wieder zehn Pullover, gefühlte tausend Hosen und ich bin immer noch nicht angezogen. Ich fluche: „Ich ziehe einfach nochmal das von gestern an“. Mein Mann (ja, wir haben inzwischen geheiratet) steckt den Kopf durch die Tür und sagt: „Mach das doch, dann könnten wir auch endlich losfahren.“ Gesagt, getan. In der Redaktion fällt es keinem auf und ich habe plötzlich die Idee: Wie wäre es denn eine Woche jeden Tag dasselbe zu tragen ? OHNE ES ZU WASCHEN! Ziemlich entspannt! Lässig. Aber auch ein bisschen eklig. Oder???? Challenge accepted!

Tag 1

War denn gestern schon der erste Tag des Selbstversuchs? Da hatte ich ja auch schon meine blaue Lieblingsjeans mit Netzstrumpfhose drunter, der schwarzen Isabel-Marant-Bluse und den schwarzen Booties dazu an. Isso? Isso!

Tag 2 

Zum Glück ist mein Outfit, das ich heute zum zweiten Mal trage, sehr atmungsaktiv und geruchsfreundlich. Will heißen: Die Bluse ist aus reiner Baumwolle, die Jeans enthält auch wenig Synthetik. Ich werde also hoffentlich so lange wie möglich fresh bleiben. Für alle, die sich jetzt fragen: Die Unterwäsche wechsle ich jeden Tag. Entwarnung.

Tag 3

Ob es heute jemanden auffällt, dass ich wieder dasselbe #OOTD trage? Am Geruch hoffentlich nicht. Frisch geduscht und einparfümiert, merke zumindest ich nicht, dass es die dritte Runde für die Blusen-Jeans-Kombi ist. Hoffentlich bleibt das auch so. An die gesparte Zeit morgens könnte ich mich übrigens gewöhnen. Und mein Mann auch. Im Office (pünklich!) angekommen, sagt meine Kollegin „Wow, tolle Bluse“.

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Hä? Hat sie mich die letzten Tage nicht angeschaut? Oder ist das ihre Art mir zu sagen, dass sie merkt, dass ich zur modischen Wiederholungstäterin geworden bin? Oder muss man vielleicht alle Sachen drei Mal tragen bis sie anderen auffallen? Hhhmm …

Tag 4

Ich bin heute Abend bei einem Dinner eingeladen und frage mich, ob Jeans wohl zum Dresscode Cocktail passt?! Wohl eher nicht, aber da muss ich jetzt durch. Ich stecke den pinken Lippenstift ein und style meine Haare etwas aufwendiger als sonst. Meine zweite Sorge: Wie riecht das Ganze? Mein Mann muss für den Geruchstest herhalten (ihm bleibt auch echt nichts erspart) und gibt mir grünes Licht. Ich hoffe es liegt nicht daran, dass er schon zwei Wochen Mega-Schnupfen hat… Im Büro fragen die Mädels endlich, warum ich so oft dasselbe Outfit trage. Ich erzähle von meinem Selbstversuch. Meine Kollegin kommentiert: „Na, heute ist ja schon Bergfest. Aber mal sehen, ob du DAS bis zum Ende durchziehst!“ Ja, mal sehen.

Lippenstift und mein Lieblingsmond-Ohrring damit es nicht ganz langweilig wird

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Tag 5

Ich bin jetzt morgens immer 15 Minuten schneller fertig. Echt praktisch so ein Jeden-Tag-Look. Aber auch ziemlich langweilig. Und irgendwie echt bäh. Die sonst knackig enge Jeans hängt mir mittlerweile gefühlt in den Kniekehlen, meine Bluse hat schon vier verschiedene Deos kennengelernt, riecht nach einer spannenden Mischung aus Frühlingsfrische, Asia-Essen vom Dinner gestern und einer gehörigen Portion Angstschweiß. Denn: Ich treffe heute eine Freundin, die ich schon echt lange nicht mehr gesehen habe. Wird ihr mein, äh, interessanter Geruch, mein Soßen-Fleck auf der Jeans und das kleine Loch im Ärmel der Bluse auffallen? Um mich zu beruhigen, mogel ich heute ein bisschen und trage meine großen Mond-Ohrringe mit extra viel Glitzer. Immerhin ist Fri-yay und ich brauche echt ein kleines Fashion-Update in Accessoire-Form sonst flippe ich aus. Wer hat nochmal die Idee zu dem Projekt??? Ach ja richtig: ich.

Tag 6

Hoch die Hände, Wochenende! Äh, nein besser nicht. An Tag sechs der Challenge lasse ich meine Arme lieber unten. Ist besser für alle. Mein Mann lobt mich für mein Durchhaltevermögen: „Wahnsinn, ich hätte echt nicht gedacht, dass du das schaffst. Sonst langweilen dich deine Kleider ja manchmal schon nach gefühlt zwei Stunden. Echt tough! Vielleicht brauchst du ja gar nicht so viele Klamotten, wie du immer denkst!“ „T’schuldigung – kennen wir uns?!? Natürlich brauche ich alles, was in meinem Schrank hängt. Nur, weil ich die Challenge mache, heißt es noch lange nicht, dass ich komplett bekloppt bin!“ „Okay, beruhig dich und raus aus dem Pyjama, wir müssen einkaufen!“ „Kann ich nicht im Schlafanzug einkaufen? Bitteeeeee …“

Tag 7

OMG!!! Ich habe es geschafft. Okay, fast. Ich hole meine Hose und meine Bluse vom Balkon. Lüften, fast so gut wie waschen – NOT! – und treffe meine Freundin, die ich schon am Donnerstag beim Dinner gesehen hab. Sie sagt nichts zu meinem Outfit. Aber sie fragt mich, warum ich so happy aussehe. Ich erzähle ihr von der Challenge und dass ich es fast geschafft habe. „Uuund, was ist dein Fazit?“, fragt sie mich. Ja, was ist mein Fazit? 1. Keinem fällt auf, wenn ich mal dasselbe trage. Ich mache mir ab sofort also keinen Stress mehr, mir jeden Tag etwas komplett Neues auszudenken. 2.Wenn man zu viel Deo einatmet, kann einem sehr schwindelig werden 3. Zur Fashion Week in Berlin nächste Woche packe ich für jeden Tag nur ein (!!!) Outfit ein. Okay, vielleicht einen Joker-Look oder zwei.

Mehr über: Selbstversuch, Challenge, Outfit
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