Très Click
01.06.2017 von Très Click

#EmpireStateOfMind: Dinge, die dir im New Yorker Nachtleben wirklich passieren

artikel

Wenn wir etwas entdecken, das wir wirklich unbedingt und am besten sofort haben wollen, dann kommt es meistens aus… richtig, New York! In der Metropole ergeben sich gefühlt im Sekunden-Takt neue Trends. Doch wenn die dann endlich bei uns in Deutschland ankommen, ist das Ganze in NYC schon längst wieder out. Um also immer up-to-date zu sein, ist es durchaus ratsam, sich einen guten Kontakt im Big Apple zuzulegen. Unsere New York-Korrespondentin Deborah Landshut hält uns künftig auf dem Laufenden. Zusammen mit ihrer französischen Bulldogge Barney Stinson erobert sie ab sofort New York. Wenn also jemand weiß, was angesagt ist, dann SIE. Nicht umsonst war Deborah bereits stellvertretende Chefredakteurin des TEASER Magazins und arbeitete schon als freie Autorin für Gala.de, Cover und Co. Ab sofort geht also kein Trend mehr an uns vorbei – und an euch natürlich auch nicht! Diesmal geht es um die heißesten Locations fürs NYC-Nachtleben.

New York heißt nicht umsonst, die Stadt, die niemals schläft. Wohl kaum irgendwo, kann man die Nacht zu einem so derartig hellen Tag machen, nirgendwo sonst hat man eine so große Auswahl an Bars, Clubs, After-Hours, Hotel-Parties und Comfort-Food um 5 Uhr morgens. Kein Wunder, dass Carrie und Co. einen großen Teil ihrer Sex and the City Folgen der Nacht widmeten. Manchmal sogar ohne Sex, dafür aber mit ganz viel City.

Einen typischen New Yorker Abend gibt es nicht. Jeder Abend kann anders ausgehen, an jedem Abend lernt man neue Leute kennen oder trifft alte Bekannte, die den Abend in einer Sekunde drehen können. An einigen Abenden lasse ich euch gern teilhaben, vielleicht sind ja Inspirationen (und Lessons!) für euren nächsten New-York-Trip dabei!

FREAK SHOWS

Neulich waren zwei Freunde aus Hamburg in der Stadt, denen ich natürlich die ultimative New York Experience geben wollte. Also habe ich an einem Mittwoch Abend eine Reservierung im Beauty & Essex in der Lower East Side gemacht. Das In-Restaurant versteckt sich hinter einem Gitarrenladen, den man erst durchqueren muss, bevor man durch die Hintertür ins Restaurant geleitet wird – Laufkundschaft ist schon mal ausgeschlossen. Ebenfalls in der Lower East Side befindet sich unsere nächste Station, die Box, ein Club, beziehungsweise ein Varieté-Theater, das u.a. Jude Law gehört. Während wir zu Fuß hinlaufen, sehen wir schon eine riesige Schlange um halb zwölf Uhr nachts – und einer nach dem anderen wird abgewiesen. Zum Glück arbeitet einer meiner Freunde für den Club und als ich der sehr selektiven Selekteurin sage, dass wir mit ihm da sind, zaubert sich ein Lächeln auf ihr arrogantes Gesicht und die Türsteher werden angeleitet, sich gut um uns zu kümmern. Drin angekommen ist es noch recht leer und wir wundern uns, warum die schönen Menschen vor der Tür nicht reingelassen wurden. Erst später geht uns ein Licht auf, denn der Laden füllt sich erst um zwei Uhr Nachts, die Box muss sich keine Sorgen machen, nicht voll zu werden. Der Laden selbst ist schon eine Attraktion im 20er Jahre Stil und die Leute, die hier feiern, erst recht: Neben Bankern und Mark Wahlberg sitzen am Tisch vor der Bühne auch eine Runde Transen, die zu „Tainted Love“ schon wild auf den Sofas tanzen. Das absolute Highlight sind aber die Shows: Zum Einstieg startet ein YouTube-Star mit mehreren Millionen Abonnenten und bekannt aus America’s got Talent seine Laser-Dancing-Show, die unfassbar krass ist. Zwischendurch fordert der singende Moderator mit seinen halbnackten, oder komplett nackten, Tänzerinnen das Publikum dazu auf, Sex auf dem Klo zu haben. Einige werden dem später noch Folge leisten.

» Der Moderator fordert das Publikum dazu auf, Sex auf dem Klo zu haben «

Und während wir noch darüber lachen, kommt auch schon ein breitgebauter Typ mit Glatze auf die Bühne, der sich nach und nach entblößt, uns stolz seine wirklich sehr großen Silikon-Brüste präsentiert – und schließlich sein Gemächt. Das soll es aber noch nicht gewesen sein: Auf der Bühne fängt er an zu pinkeln und während das Publikum lachend hin- oder angeekelt wegschaut, läuft er freihändig durch die Menge und pisst die Leute an. Kein Scherz, wirklich so passiert. Zum Glück wurden wir nicht getroffen. Noch Wochen später rätselten wir, ob es ein Trick war und wenn ja, wie zur Hölle der Typ das hinbekommen hat. Glücklicherweise konnte mein Cousin, der mal für die Box gearbeitet hat und die transsexuelle Künstlerin gut kennt, Licht ins Dunkle bringen. Und auch was hinter dem Bathroom-Sex steckt, wurde mir schnell bewusst, als ich mich auf der Damentoilette in der Schlange stehend darüber beschwerte, dass die Typen nicht auf’s Herrenklo gehen: Die freundliche Klo-Dame, die übrigens auch gern Kondome verteilt, wies mich netterweise darauf hin, dass man auf den Toiletten gern Sex haben darf und die Polster auf dem Toilettenkasten und die Fußablagen an der Wand extra dazu eingerichtet worden sind, dass der Verkehr etwas bequemer ist. Das nächste Paar, das mit einem verlegenen Grinsen aus der Toilette kam, schien es auf jeden Fall super bequem gehabt haben. Um fünf Uhr morgens stolperten wir geschockt und begeistert aus dem Laden.

FREE TABLE, FREE DRINKS

Eine weitere Sache, die dir in New York – allerdings nur mit einer Horde heißer Mädels passiert – sind Free Tables und Free Drinks. Vor einiger Zeit war ich mit meinen Freundinnen in der Gold Bar in SoHo, einer super coolen Bar mit DJ und Dancefloor, die Ihren goldigen Namen nicht umsonst trägt: Das Interior ist sagenhaft, die kompletten Wände bestehen aus vergoldeten und aneinandergereihten Totenköpfen, die Tische sind ebenfalls aus Gold und nur die grünen Samt-Sofas heben sich farblich ab. Wir kommen in den Laden und wie immer in New York sind die Preise stolz – sogar besonders stolz. Während wir an der Bar gefühlte Stunden überlegen, was wir uns am Ende des Monats noch leisten können, kommt ein kleiner Typ in Kapuzenpulli zu mir an die Bar. Er quatscht mich an und ordert eine Runde Drinks für uns. Schließlich haut er ab, spricht mit einem Typen im Anzug, der dann auf uns zukommt und sich als Manager des Ladens vorstellt. Er grüßt uns vom Besitzer (ahhh, der kleine Kapuzenpulli-Typ) und erzählt, dass er uns nun einen Tisch an der Tanzfläche frei macht – und wir heute auf ihn trinken. Natürlich ist mir bewusst, das eine Gruppe gutaussehender Frauen den Laden attraktiver macht, füllt und weitere Kunden anzieht: ohne geschäftlichen Hintergedanken hätten wir wohl nicht den ganzen Abend umsonst getrunken. Aber hey, es war eine klassische Win-Win-Situation! Also Cheers!

„SORRY, WE HAVE A 5 HOUR WAIT“

In New York kann ein Abend aber auch ganz anders laufen: Wie ab und an mal erwähnt, wohne ich im East Village, hip, aber verhältnismäßig günstig. Hier ist das Nachtleben besonders laut und so beschlossen meine Freunde und ich, erst in einer großen Runde zu meinem Lieblingsfranzosen „Pardon My French“ (Geheimtipp!) zu gehen und anschließend ein paar bestimmte und besonders coole Bars zu checken: Mother Of Pearl ist eine Tiki-Bar mit speziellem, südsee-inspirierten Interior. Bekannt ist sie für dramatisch aussehende Cocktails, die gern auch mal aus offenen und blutverschmierten Haimündern (also Gläser, die täuschend echt wie welche aussehen) serviert werden. Voller Vorfreude laufen wir in den Laden, nur um dann von der Empfangsdame zu erfahren, dass wir mit einer größeren Gruppe leider drei Stunden warten müssen. Und selbst für zwei Personen läge die Wartezeit bei einer Stunde. Nun gut. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir sind natürlich aber nicht wir, wenn wir nicht noch einen Plan B hätten: Death & Company sollte danach eh auf unserer Route liegen. Diese Bar, auch im East Village, ist ebenfalls für ihre stylische Einrichtung, sowie für extrem gute Drinks bekannt. Aber auch hier gibt’s den nächsten Dämpfer von dem Türsteher im Anzug – und zwar noch vor der Tür: Denn jetzt beträgt die Wartezeit auf Einlass ganze fünf (!) Stunden. Yes, you read right. Ok, mit dem Gedanken, das nächste mal früher, in einer kleineren Gruppe oder sogar an einem Wochentag in die besagten Bars zu gehen, laufen wir weiter zum Cooper Square in die Bar „Coup“. Der Laden ist noch ganz neu und wir hoffen, dass er sich noch nicht so weit herumgesprochen hat. Wir hatten Glück! Das Besondere: Coup ist eine Non-Profit-Bar und alle Einnahmen gehen an amerikanische Organisationen wie dem Human Rights Watch oder Planned Parenthood, denen Trump nach Regierungsantritt die Förderungsgelder gestrichen hat. Die Coins, die man mit der Rechnung bekommt, kann man in verschiedene Gläser an der Wand werfen und somit selbst entscheiden, für welchen guten Zweck man gerade gepichelt hat. Diese Drinks haben wir gern selbst bezahlt!

Credits: Pexels
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