„Ja, ich frage mein Baby, ob ich es wickeln darf!“

Ja, zugegeben, es klingt erst mal befremdlich, dass Expertin Deanne Carson vorschlägt, sein Baby vor dem Windelwechsel um Erlaubnis zu bitten. Ich selbst hörte von der Idee in meiner Krabbelgruppe, als Malo ein paar Monate alt war, und fand es ehrlich gesagt direkt sehr nachvollziehbar. Warum erkläre ich hier gerne genauer.

Der erste Gedanke zu der Idee ist natürlich „Hä, und was wird mein Baby antworten?“ „Oh ja, gerne! Eine tolle Idee. Könnte ich diesmal bitte die mit den Autos drauf haben? Die mit den Giraffen war nicht so ganz mein Style!“ Hatte ich auch, aber dann hat die Mutter, die die Idee in die Gruppe brachte, es genauer erläutert und es ist echt sinnvoll – für mich. Und für dich vielleicht ja auch?

Es geht um Körpersprache

Also, wie schon erwartet, wird das kleine Baby nicht verbal antworten. Aber es wird antworten! Echt! Das bestätigt auch die Expertin Deanne Carson in diversen Interviews, nachdem sie für ihre Idee stark angefeindet wurde. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich mache es mit Malo seit er vier Monate alt ist. Gut, heute kann er sprechen und sagt seeeehr deutlich, was ihm gefällt und was nicht, aber auch als er noch nicht sprechen konnte (das waren noch Zeiten ☺️), hat er „geantwortet“: Er hat mich immer direkt angeschaut und gequietscht. Mal fröhlich, mal meckrig. Manchmal glucksend vor Freude und manchmal kreischend. Alle Facetten der Kommunikation eben.

Es geht um die Zukunft

Das war natürlich erst mal eins: Unterhaltsam und besser als den ganzen Tag vor sich hinzuschweigen, wenn man plötzlich alleine zuhause ist mit dem kleinen glatzköpfigen Kollegen statt bei den Kolleginnen im trèsCLICK-Office. Aber es hat einen viel weitreichenderen Effekt als Entertainment für uns beide:

Malo kann so früh lernen, dass seine Meinung zählt und er gefragt wird, was er möchte. Gerade beim Thema körperliche Übergriffe lernt er so, seine eigene Grenze zu kennen und zu wahren. Und hoffentlich auch die von anderen. Bevor mich jemand anfasst, muss er oder sie fragen. Und bevor ich jemanden anfasse, muss ich fragen.

Es geht um Respekt

Eine einfache Frage, die nicht viel Zeit kostet und die so viel ändern kann. Wie ich hier bereits schrieb, sind kleine Babys keine dummen Blubbs, die nichts verstehen. Sie sind kleine Charaktere, die nur auf Stand-by stehen, bis sie endlich laufen und reden können, um sich der Welt mitzuteilen. Und bis dahin können wir sehr viel tun, damit sie dann gestärkt, mutig und fair sind. Im Umgang mit anderen – und sich selbst. 🙏

Credits: Giphy, Unsplash/ Irina Murza

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