Schon mal was von „Figging“ bzw. „Ingwer-Sex“ gehört? Dieser Fetisch ist wirklich nichts für Softies…

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal zwielichtige Gedanken dabei verspüre, wenn ich morgens in aller Seelenruhe meine Ingwerknolle schäle und in kleine Scheibchen schneide, um mir meinen Ingwer-Honig-Tee aufzugießen. Oder dass es seit Neuestem ein Running Gag sein würde, wenn ich Freunde zu Besuch habe und irgendjemand zum Kochen ein Stück Ingwer aus dem Kühlschrank holt.

„Hä, was redet sie?“  fragt ihr euch jetzt? Ja, hä, das frage ich mich auch. Da dachte ich doch, ich wüsste nahezu über fast alles Bescheid, was sich im Sex-Universum so tummelt, dann brach die Welt über mir ein: Ich hörte von „Ingwer-Sex“, fachlich korrekt auch bekannt unter dem Fetisch „Figging“. Eine Sexpraktik, die definitiv nur was für Hartgesottene ist. Oder für Leute mit sehr stabiler Darmflora. Liebe Leute, es wird feurig…

„Figging“ – das passiert bei der Sexpraktik

Am ehesten durchgeführt wird der Fetisch unter BDSM-Anhängern („Bondage, Discipline, Dominance and Submission, Sadism and Masochism“) – ihr könnt also erahnen, dass er etwas speziell ist. Schlürft nochmal schnell den letzten Schluck eures Ingwertees, solange ihr das in völliger Unschuld tun könnt. Denn:

Beim „Figging“ schält und schnitzt man sich eine Knolle des Gewächses so zurecht, dass sie einem Anal-Plug ähnelt. Wie ein Zäpfchen in Übergröße quasi. Und dieses wird der unterwürfigen Person dann rektal eingeführt – oder ums platt zu sagen: Kannst du dir in den Arsch schieben. Im Idealfall werden Spitze und Mitte der Wurzel etwas schmaler in Form gebracht, sodass der Schließmuskel den „Plug“ gut halten kann. Das Ende bleibt am dicksten, sodass ihr das Teil nicht verliert.

Sinn der Sache? Pain and Pleasure – Scherz und Vergnügen –, wie es in der BDSM-Welt so schön heißt. Die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle und Scharfstoffe sollen anregend wirken, sie lösen nämlich schon kurz nach dem Einführen einen ziemlichen Wärme- und vor allem Schmerzreiz aus. (Wer schon mal auf ein rohes Stück gebissen hat, weiß, wie einem danach der Mund brennt. 🥵) Außerdem regt das Ganze die Durchblutung an, was wiederum orgasmusfördernd wirken kann.

Bitte Vorsicht beim „Figgen“ – das gilt es zu beachten

Fast unnötig zu erwähnen, dass diese Sexpraktik eine kleine „Bedienungsanleitung“ mit sich bringt – wie generell alles, was mit dem Hintertürchen zu tun hat, ganz besonders aber, wenn das dann auch noch lodert. 😆 (Vaginal geht natürlich auch, just saying). Einmal eingeführt, gibt es kein Zurück mehr, ihr solltet auch also dringend vorab gut überlegen, ob ihr euch da rantraut. Hier ein paar weitere Regeln, damit auch wirklich alles glatt läuft:

👉🏻 Nach dem Schnitzen unbedingt die Hände waschen, solltet ihr euch nämlich mal die Augen reiben, wird’s sonst unangenehm.

👉🏻 Gleitgel kann hier ausnahmsweise weggelassen werden, da das die Wirkung einschränkt – stattdessen lieber Spucke benutzen.

👉🏻 Achtet darauf, dass keine Stückchen oder scharfe Kanten am Plug „abstehen“, die euch verletzen oder sich loslösen könnten.

👉🏻 Bereitet den Anus gut vor – wer will, säubert den Darm durch einen Einlauf. Poloch dann erstmal mit dem Finger dehnen.

👉🏻 Entfernt den Plug nach ca. 3-5 Minuten, sodass nichts überreizt wird. Die Wirkung hält trotzdem um die 30 Minuten an.

👉🏻 Auf keinen Fall einen Plug für mehrere „Eingänge“ verwenden.

👉🏻 Nicht zu häufig machen! Wer grade „gefiggt“ hat, möge seinem Hinterteil dann bitte ein paar Tage Pause gönnen.

Und: Wer erstmal „soft“ starten will, kann stattdessen auch gemahlenes Ingwer-Pulver ins Gleitgel mischen oder auf die Schleimhäute des Geschlechtsteils auftragen.

Eine Leserin berichtet von ihrer Erfahrung

Weil unsere Community einfach nicht zu toppen ist, haben wir tatsächlich eine Leserin gefunden, die den BDSM-Trend schon mal ausprobiert hat. Sie und ihr Freund haben Spaß am gemeinsamen Vergnügen mit anderen, besuchen öfters Fetisch Parties und sind in der BDSM-Szene gerne unterwegs:

„Wir hatten letztes Jahr eine ‚Gespielin‘, die auf Demütigung stand und ihre analen Orgasmen verstärken wollte. Wir ‚figgten‘ sie und führten ihr den Ingwer-Plug also rektal ein, um sie zu züchtigen. Es ging ihr um dieses schmerzhafte Brennen, das sie wortwörtlich richtig scharf gemacht hat. Danach befriedigten wir sie anal mit dem Vibrator, bis sie schließlich kam. Ihr Hintern war so gereizt, dass sie Schmerzorgasmen on another level hatte!“

Okay. 😱

Auch der Ursprung des „Figgings“ ist ziemlich spannend

Was den Ursprung des Begriffs „Figging“ angeht, vermutet man, dass dieser zurückführt auf das Englische Verb „to feague“ aus dem 19. Jahrhundert – das bedeutet „antreiben“ oder „anspornen“ und wurde damals bei Pferden angewandt, um sie schneller rennen zu lassen und für lebhaftere Bewegungen zu sorgen. Oder aber auch, damit sie ihren Schwanz höher trugen, wodurch sie erhabener aussahen und höhere Preise bei Käufern erzielten.  Man führte den Tieren also tatsächlich Ingwer ein.

Auch die Griechen der Antike haben damals weibliche Sklaven bestraft, indem Sie ein Stück Ingwer in deren Anus einführten. Weitere Überlieferungen besagen außerdem, dass im viktorianischen Zeitalter ungehorsame Kinder mit dieser Praxis gezüchtigt worden sein sollen.

… Uff! Ganz schön harter Tobak. Mir geht da so ziemlich der Arsch auf Grundeis. Oder in diesem Fall: in Flammen auf. Aber – wie mit allem beim Thema Sex: Alles, was anderen nicht (ernsthaft und ungewollt) wehtut, ist erlaubt. Also, falls ihr Bock habt: Go for it! 🔥

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