Très Click
28.10.2020 von Très Click

Frag‘ Kate: Was kann ich tun, wenn mein Kind Influencer werden will?

Ab sofort beantwortet Kate Gelinsky, Influencerin, coole Mum & heiße Anwärterin auf den „Miss Germany“-Posten (gerade hat sie es unter die Top 5 aus Niedersachsen geschafft – hier lest ihr ihr Programm) exklusiv bei trèsCLICK Moms eure Fragen rund um Babys, Kinder und das Mama-Sein!

Irgendwas mit Medien – Berufswunsch Influencer. Das geben laut einer Studie immer mehr Schulabgänger als Zukunftsperspektive an. „Warum? Ich hab‘ doch 10k-Follower bei Instagram. Dass die hauptsächlich gekauft sind, merken doch die Werbepartner eh nicht.“ So das Zitat eines Schülers, den ich vor der Corona-Pandemie während eines Vortrags in einer Oberschule besuchte. Sie wollen möglichst schnell viel Geld mit möglichst wenig Aufwand verdienen, dazu ein, auf gut Deutsch, „Schmarotzerleben in Saus und Braus“ leben. Eine schreckliche und vor allem aber gefährliche Falschwahrnehmung eines Berufes, der Disziplin, Ehrgeiz und Professionalität verlangt.

Ich denke, das Medienverhalten sollte schon bei Kleinkindern genauestens beobachtet werden. Meine Kinder sollen nicht nur sehen, was ich mache. Dass es nicht nur darum geht, schöne Fotos zu machen oder Pakete auszupacken oder Dinge zu bestellen. Sie sollen es verstehen und auch die Dinge sehen, die drumherum passieren. Recherchen bis tief in die Nacht, Texte schreiben, Telefonate, Workshops, Fotos bearbeiten, Buchhaltung – aber auch den richtigen Umgang mit Hatern oder der verzerrten Wahrnehmung von Schönheit durch Foto-Filter.

Sind die Kinder irgendwann älter, kann man ihnen den Umgang mit den sozialen Medien ohnehin nicht verbieten. Warum sollte man auch, sie können uns so viele Möglichkeiten geben. Man muss sie nur verstehen und sie richtig bedienen können. Dazu gehört:

Wie präsentiere ich mich im Netz?

Kinder sollten selbst entscheiden, was sie zeigen möchten. Daher sollten die Eltern ihnen einen wertvollen Gefallen tun und nicht, schon bevor sie sich selbst ein eigenes Profil erstellt haben, unzählige Bilder von ihnen posten. Die Gefahr, dass ihnen diese Posts irgendwann peinlich sein könnten, ist zu groß. Das Netz vergisst nie.

Wie halte ich meine Privatsphäre?

Man kann noch so ein großes, authentischen Profil im Netz haben, irgendwann sollte man es ausmachen können, um auch mal alleine zu sein. Es sollte Ecken im Haus, Gläser im Schrank oder Geheimnisse geben, die man nur sich selbst bewahrt.

Wie gehe ich mit Hatern um?

Hat man eine Meinung im Netz, muss man auch eine Meinung seinen Hatern gegenüber haben. Besser, man macht sich von Anfang an klar, dass es immer Menschen geben wird, die einen nicht mögen – und das ist auch gut so. Ich persönlich gehe auf unqualifizierte Kommentare erst gar nicht ein, denn ich habe keine Zeit für so schlechte Energien. Gute Kritik schätze ich hingegen sehr. Man sollte sich ziemlich gut kennen/ selbstsicher genug sein, um Kritik auch richtig annehmen und einordnen zu können.

Wenn ich Schüler in ihrem Klassenraum besuche, kommen häufig diese Fragen:

Was verdienst du als Influencer?

Immer so viel, wie ich arbeite. Viele Dinge mache ich aber auch, weil ich sie ohnehin gemacht hätte und, weil ich kleine Marken oder Freunde mit lokalen Geschäften unterstützen möchte. Ich habe vor 12 Jahren angefangen zu bloggen, weil ich meine Meinung und meine Erfahrungen gerne teilen, nicht, weil ich damit reich werden wollte. Der erste Antrieb hat immer noch Vorrang und nur, wenn das auch so bleibt, ist die Arbeit, die ich tue, authentisch und ihr Geld wert.

Arbeitest du eigentlich auch?

Seitdem ich selbstständig bin, das ist seit 6 Jahren, hatte ich nicht einen einzigen Tag, an dem ich nicht online war. Ich sitze an 7 Tagen die Woche bis spät in die Nacht an meinem Rechner, um am Tag hauptsächlich Hausfrau und Mutter sein zu können. Ich habe Spaß an dem was ich tue. Deshalb kommt es mir selten wie harte Arbeit vor. Ist sie aber, immerhin mache ich den Job einer Redakteurin, einer Texterin, einem Model, einer Einkäuferin, einer Lektorin, einer Fotografin, Grafikerin und einer Buchhalterin. Die Frage ist also nicht, ob ich arbeite, sondern wann nicht.

Was machst du mit den ganzen Geschenken?

Zurückgeben, wenn sie nicht abgesprochen sind. Ansonsten versteuer ich sie. Geschenke sind eine betriebliche Einnahme und müssen als solche natürlich auch dem Finanzamt gemeldet werden. Bei einigen Dingen überlegt man dann zweimal, ob man da draufzahlen möchte.

Wer glaubt, das kommt doch eh nicht raus, der täuscht sich gewaltig. Im vergangenen Jahr habe ich eine betriebliche Steuerprüfung mitgemacht und jeder einzelne Blogpost der letzten Jahre musste mit Quittungen belegt werden. Irgendwann ist jeder mal an der Reihe.

Wie lange willst du das noch machen?

So lange ich die Leute da draußen inspirieren kann. Es geht inzwischen um „Purpose & Meening“ – Influencer von heute versuchen durch ihre Reichweite mehr zu erreichen als nur einen neuen Kunden für ein paar Schuhe. Mit meiner Teilnahme zur Wahl der Miss Germany 2021 versuche ich zum Beispiel Frauen, die nach der Elternzeit wieder ins Berufsleben finden wollen, eine bessere Perspektive zu geben. Ich kämpfe für Homeoffice-Teilzeit-Lösungen und eine staatliche Mindestrente, die den Elternteil im Alter entlastet, der viele Jahre die nächsten Steuerzahler von Morgen versorgt hat. So lange ich etwas mit meiner Reichweite erreichen kann, höre ich nicht auf.

» Die Frage ist also nicht, ob ich arbeite, sondern wann nicht. «

Hast du auch was Richtiges gelernt?

Ich habe eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital-/ und Printmedien abgeschlossen und mich danach auf Packaging-Design und Ladenbau spezialisiert. Elf Jahre war ich in einer Werbeagentur und habe für viele bekannte Marken im Foodbereich gearbeitet. Leider habe ich nach der Geburt meines ersten Kindes schnell gemerkt, dass ich in meinen Job nicht so ohne weiteres in Teilzeit zurückkehren kann. Die Selbstständigkeit war dann eine Entwicklung des Ganzen in einer Zeit, in der noch niemand an dieses Berufsfeld Influencer geglaubt hat.

Meinst du, deine Kinder finden dich irgendwann mal peinlich?

Ich glaube, dass ich meinen und vielen anderen Kindern ein Vorbild sein kann. Ich möchte ihnen zeigen, wie wichtig es ist, eine abgeschlossene Ausbildung oder ein bestandenes Studium in der Tasche zu haben. Verschlossene Türen öffnen sich so leichter, Nischen, aus denen man sich spezialisieren kann, werden schneller gefunden. Und man hat immer einen Plan B, falls es mit dem Traumjob Influencer dann doch nicht so recht klappen sollte.

Seit August 2020 betreue ich daher die INITIATIVE PLAN B.

Eure Kate

P.S.: Du hast auch eine Frage an Kate? Dann schreib uns an info@tres-click.com oder schreibe Kate in ihren Stories, wenn sie dazu aufruft.

Credits: Kate Gelinsky

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