#FreePeriodStories ist die neueste Kampagne, um unsere Periode endlich zu enttabuisieren

Wie oft haben wir Momente wie diese bereits selbst erlebt. Wir kramen in unserer Handtasche, suchen nach einem Labello… und zucken zusammen, als stattdessen plötzlich ein Tampon sichtbar in unserer Hand liegt. Oder wir sind auf die Hilfe einer Freundin angewiesen… und schleusen das kleine Hygieneprodukt heimlich von einer Hosentasche in die andere. Fast so, als würde es sich dabei um verbotene Schmuggelware handeln.

Womit wir auch schon beim Thema wären. Im unübersichtlichen Dschungel der fortwährenden Periodenscham.

Denn so sehr wir uns auch dagegen aussprechen wollen, so allgegenwärtig ist das Thema leider auch heute noch: Die Menstruation wird stigmatisiert. Verschwiegen, weggelächelt, abgetan. Diese oben erwähnten Momente lassen uns schließlich nicht etwa deshalb erröten, weil sie peinlich sind – sondern weil die Gesellschaft etwas Peinliches daraus macht.

Genau dagegen will die Aufklärungsplattform „Free Period“ jetzt etwas tun. Mit einer Kampagne, mit lauten Stimmen, mit einem Hashtag, der alle menstruierenden Personen weltweit vereint: #FreePeriodStories. Was einfach klingt, verfolgt einen großen Plan: Jede Person, die schon einmal überfordert mit der eigenen Blutung war oder sich in einer unangenehmen Situation wiedergefunden hat, kann diese Geschichte unter dem Hashtag teilen. Und damit für Aufklärung und Gemeinschaft sorgen.

Denn es sind verdammt viele Menschen, die jeden Monat bluten, geblutet haben oder bluten werden. Es ist die Hälfte der Bevölkerung. Und es sollte endlich klar werden, dass dieser natürliche Zyklus unseres Körpers nichts ist, wofür wir uns schämen müssen. Um das zu verinnerlichen, müssen wir darüber sprechen. Immer wieder. Tabus brechen, bis Normalität daraus wird.

Also lasst uns über Zyklen reden

Genau das tun etliche Frauen jetzt. Unter genau diesem Hashtag. Unter ihnen ist Adwoa Aboah (27), Topmodel und Aktivistin aus den UK. Auch sie teilt ihre persönliche Geschichte mit uns. Um all den Mädels, Frauen, Menstruierenden da draußen zu zeigen: Wir sind hier, wir sind viele und unser Körper ist kein Tabuthema. 

„Als ich jünger war, hätte ich mir jemanden gewünscht, der mir sagt, dass es nicht peinlich ist, seine Tage zu haben. Und dass es etwas ist, das ich nicht geheim halten muss, indem ich zum Beispiel, ihr wisst schon, den Tampon in meinem Ärmel verstecke.“

#FreePeriodStories fördert eine offene Kommunikation

Adwoa machte damit nur den Anfang. Viele Frauen folgten in den letzten 24 Stunden bereits ihrem Beispiel. In den Beiträgen geht es nicht nur um das Versteckspiel „Tampon“, sondern auch um die Unsicherheit, die bleibt, wenn einfach niemals eine richtige Aufklärung erfolgt.

Klar, wir müssen jetzt nicht gleich jeder Person die Beschaffenheit unserer Blutung auf die Nase binden. Aber es muss ok sein, sich in Zimmerlautstärke Tampons zu leihen. So, wie man eben auch nach Taschentüchern fragt. Und es muss ok sein, sich im Meeting zu entschuldigen, weil es zu unerwarteten Krämpfen kommt. So, wie man das eben auch bei anderen Schmerzen tut. Vor allem aber muss es endlich ok sein, mit normalen Begrifflichkeiten darüber zu sprechen. Ohne Verniedlichung oder klischeebehaftetes Augenrollen. Und um diese, unsere Grundsätze einmal mehr zu verdeutlichen, lassen wir jetzt am besten die Menschen unter dem Hashtag #FreePeriodStories für uns sprechen.

Die Periode ist nicht peinlich. Und sollte kein Tabu (mehr) sein

„Ich hatte meine erste Periode im Alter von 10 Jahren und meine letzte mit 37, vor meiner Hysterektomie-Erkrankung. Meine Periode war immer sehr stark und sehr schmerzhaft, aufgrund von Endometriose. Ich erinnere mich daran, wie ich in der Schule einmal durch meine Unterwäsche bis auf meine Kleidung geblutet habe und den ganzen Tag einen Pullover um die Taille herum tragen musste.“

„Einmal während einer Besprechung holte Emily einige Sachen aus meiner Tasche. Jap, dabei fielen Tampons heraus. Ohhh, diese peinliche Stille.“

„Ich besuchte eine große Veranstaltung im Olympiapark, als dort Spendenläufe stattfanden. Ich musste dann auf meinem weißen Stuhl sitzen bleiben, bis alle anderen 100 Leute gegangen waren und unbeholfen erklären, dass das Marathontraining meinen Unterleib offenbar zu einem Horrorfilm mutieren ließ. […]“

„Als ich jünger war, war die Periode ein absolutes Tabuthema. Meine Mutter brachte sogar meine ältere Schwester dazu, mir zu zeigen, was zu tun ist und wie man damit umgeht, weil sie zu verschämt war. Ein paar Jahre später hörte mein Vater plötzlich grundlos auf mit mir zu reden. Ich fand später heraus, dass ein Tampon aus meiner Tasche gefallen war und er in der Annahme lebte, wer Tampons benutzt, musste seine Jungfräulichkeit verloren haben. Es klingt absolut seltsam, aber weil mit Männern nicht offen über die Periode diskutiert wird, scheint es für ihn Sinn gemacht zu haben.“

„Einmal bei einem Date ließ ich meine Tasche fallen und ungefähr sieben Tampons verteilten sich auf dem Boden. Als meine Verabredung sich bückte, um mir zu helfen, meine Habseligkeiten einzusammeln, geriet ich in Panik und rief: ‚DAS SIND NICHT MEINE!’“

„Dieses eine Mal, wenn du einer Freundin helfen willst, ihren ersten Tampon zu benutzen, indem du ihr mündlich von außerhalb der Toilette Anweisungen gibst. Bis sie dann herauskommt, besorgt darüber, dass etwas nicht stimmen kann, du einen Blick darauf wirfst und feststellst, dass der Tampon etwas zu weit hinten sitzt…“

Been there, done that. Naja OKAY, vielleicht nicht alles davon. 😜 Aber doch so einiges. Vieles lässt uns schmunzeln, einiges sorgt dagegen auch für einen fetten Kloß im Hals. Was wiederum zeigt: WIR alle sind nicht alleine – und wir MÜSSEN darüber sprechen können. Genau aus diesem simplen Grund sollten wir auch weiterhin diskutieren, feiern, normalisieren… auch uns niemals-nie das Gegenteil vermitteln lassen. Period.

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