Très Click
05.10.2021 / Update: 07.10.2021 von Très Click

Darum weiß ich erst durch meinen jetzigen Freund, was (guter) Sex wirklich ist!

Habt ihr schonmal während des Sex nur daran gedacht, dass ihr gerade möglichst gut ausseht?

Möglichst perfekt stöhnt? Einen Orgasmus vortäuscht? Tja… Das war sehr lange mein (daily) Struggle. ⛔️

Dieses Thema ist sehr persönlich und deep für mich, weil ich sehr lange so viele verschiedene Emotionen dazu in mir angesammelt habe. Und zwar stelle ich folgende These für mich selbst auf: Obwohl ich schon ein paar Sex-Partner hatte, habe ich erst mit meinem jetzigen Freund das Gefühl, richtigen Sex zu erleben.

Aber beginnen wir mal weiter vorne in der Geschichte…

Ich will nicht lügen – es gab echt ein, zwei fiese Körbe in meinem Dating-Life. Rückblickend schaue ich in den Spiegel und denke mir: WIE zur Hölle könnte man(n) DAS HIER nicht wollen?! 😳 I just don’t get it.

Aber Spaß beiseite. Könnte ich zurückreisen und mich in den Arm nehmen, dann würde ich es tun. Ich bin und war zwar schon immer sehr selbstbewusst, aber auch empfänglich für Emotionen, super offen und sensibel. Das war nicht immer zu meinem Vorteil. Und nach dem ich mich zu meinem ersten Mal (was absolut schlimm war) habe drängen lassen, weil der Junge sonst mit mir Schluss gemacht hätte (hat er zumindest gesagt), hatte ich eine schwierige Zeit, diese Gefühle nicht mit „SEX“ im Allgemeinen in Verbindung zu bringen. Aber ganz so einfach war das nicht…

Also nahm meine völlig verzerrte Wahrheit darüber, was Männer wollen, ihren Lauf. Es ist nicht so, als hätte ich danach mit vielen Typen geschlafen. Bei Gott nicht. Und selbst wenn, wäre es auch super fein. Aber ich habe wirklich immer nach Gefühl und Chemie ausgewählt. Und als ich dann merkte, dass auch Männer mit Mitte, Ende 20 mich toll fanden, als ich noch minderjährig war, veränderte das irgendwie meine Sicht. Ich fing an, die Männer vielleicht auch etwas weniger ernst zu nehmen und mehr playful da heranzugehen. Und ich merkte auch, dass diese Typen eine ganz bestimmte Vorstellung von mir hatten. Das wiederum nahm ich dann als Goal, weil ich ja gemocht werden wollte! Weil es immer der gleiche Typ Mann war, der mich kennenlernen wollte, dachte ich schnell, dass das dann wohl „normal“ sei. Darauf habe ich meine Wahrnehmung von Flirten, Männer und Sex aufgebaut. Und weil ich so gerne gefallen wollte, habe ich gelernt, mich jedem Wunsch anzupassen. Auch im Bett.

Denn Sex bedeutete für mich zwar, dass ich denjenigen WIRKLIIIIICH mochte, aber häufig übersah ich einfach all die anderen anfänglichen Red Flags! Ich weiß also heute, dass ich nicht nicht gut genug war, sondern dass der Typ mit meiner Art einfach nicht klarkam und eben andere Pläne hatte. That’s fine. Then bye.

Also Girls, ich habe sie gerade schon angesprochen: RED FLAGS! Sie sind da und sie schreien uns an – do not ignore them. Ich weiß, dass ich schon zu dem Zeitpunkt alles so gut gemacht habe, wie ich eben konnte. Ich habe auf meine Mama gehört und auf meine Tante und meine Freundinnen: Nämlich, dass ich IMMER die Vernünftige bin und das auch IMMER sein sollte. Vorsichtig, skeptisch und lieb. Und Sex solle aus Liebe heraus geschehen. Was ist aber, wenn man gar nicht wirklich „weiß“, was Liebe ist? Für mich war es nämlich früher ein anderes Gefühl als jetzt mit 23. Und wenn ich nach ein paar Dates abserviert wurde, tat es immer mehr weh, wenn ich mit dem Typen schon geschlafen hatte. Und ich glaube, ich weiß auch, warum. Ich war wütend. Wütend auf mich selbst! 

Beim Sex habe ich nämlich über Jahre hinweg herausgefunden, was einem so alles gefallen kann. Nur war das leider in dem Falle nie ich selbst. Mir ging es dabei immer um den Mann – nicht um mich. 💭

Und klar hat mir das eine gewisse Kontrolle gegeben, wenn ich mit einem im Bett war, und ich habe auch die Komplimente und die Bewunderung immer sehr genossen. Aber danach? Habe ich mich einfach nur geärgert. Weil ich nichts davon hatte! Ich habe mich komisch und leer gefühlt und wenn es danach mit uns nicht weiterging, hatte ich einen kompletten Mental Breakdown. Nicht, weil die jetzt so die MEGA-Traummänner waren, sondern weil ich mich so abgemüht habe, zu gefallen! Ich bin ein fucking People Pleaser!!! Und ja – manchmal hasse ich das.

People Pleaser sollten sich selbst die Erlaubnis geben, Spaß zu haben!

Ich hätte mir jedenfalls aus diesen Gründen einigen Sex sparen können. Nicht, weil die Boys schlecht waren (But also been there), oder es zu kurz war, oder sie mich zu irgendwas gezwungen haben. Das war ich quasi selbst. Um ihnen zu gefallen. Und es war so ein krasser Lernweg für mich! Und das sage ich jetzt nochmal mit Nachdruck. NICHTS klappt von heute auf morgen. Sich selbst zu reflektieren und Verhaltensweisen zu ändern, oder auch zu verlernen, dauert manchmal länger. Und das ist total okay so! 

Nun ist ja die Frage, ob man da allein durch muss? Oder, ob es schon zu einer früheren Erkenntnis gekommen wäre, wenn ich in kommunikativ gesunden Beziehungen gewesen wäre, mit Männern, die mich wirklich gehört und gesehen hätten. Mich hat tatsächlich NIE ein Ex-Freund mal wirklich gefragt, was ICH eigentlich mögen würde. Und sie waren auch nie an meinen Vorlieben interessiert. Dann hätte ich nämlich gemerkt, dass ich das gar nicht hätte beantworten können. War ja auch nicht notwendig für die Boys zu fragen, weil ich einfach ein living Dream in der Kiste war und immer nur angestrengt dachte: „Jetzt gucke ich ihn so an. Aus diesem Winkel sehe ich besonders gut aus.“ Und, und, und…

An ein einziges Mal kann ich mich erinnern, bei dem ich nach meinen Guilty Pleasures gefragt wurde und wisst ihr, was ich lächelnd gesagt habe? „Ich versteh nicht, was du jetzt von mir wissen willst. Ich mag eigentlich alles. Ich weiß auch nicht. Ich mag das, was du so magst.“ 👀

I mean… Hallooooooooo? Schien meinem Ex aber auch nicht weiter komisch vorzukommen. Ist ja auch in Ordnung. Ist vielleicht auch nicht seine Aufgabe gewesen, sondern ich brauchte eben noch mehr Zeit für meine Erkenntnis.

War es also verschwendete Zeit? Jein. Es war eben mein Weg hierher. In meine erste gesunde Beziehung mit einem super fürsorglichen Kerl, der mich über alles verehrt und mir geholfen hat, meine eigenen Wünsche und Vorlieben zu entdecken. ✨

Bis zu meiner jetzigen Beziehung war es nämlich so (und das macht mich verdammt traurig), dass ich das mochte, was mein jeweiliger Partner mochte.

(Oder eben der Mann, den ich zu dem Zeitpunkt gedatet habe.) Und nach und nach kamen mir in den letzten Monaten immer wieder neue Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass ich es immer gehasst habe, geleckt zu werden. Ich wollte es einfach nicht und wusste nie, warum nicht. Jetzt weiß ich es aber: Weil ich dachte, dass ich abserviert werde, wenn es beim Sex mehr um mich gehen und ich den Mann zu sehr anstrengen würde. Das ist so sad.

Und täglich grüßt der Fake-Orgasmus

Ich habe meinen beiden Ex-Freunden auch zugegebenermaßen einfach nicht komplett vertraut. Zwar irgendwo zurecht, aber trotzdem dachte ein Teil von mir immer, dass mit mir im Bett einfach etwas nicht stimmen würde. Und ich wurde von ihnen auch nie ermutigt, mich mal in den Mittelpunkt zu stellen und etwas einzufordern. Jetzt weiß ich: ICH MAG ES, GELECKT ZU WERDEN. 💦  Ich mag das sogar sehr. Und tatsächlich habe ich auch (was sie nicht wissen – shame on me) bisherige Orgasmen immer vorgetäuscht. Jaaaa – das macht man nicht. Ich habe das gemacht, weil ich ihnen nicht sagen konnte, was ich gebraucht hätte, um wirklich zu kommen. Ich wollte einfach alle glücklich machen und habe mich ganz unten in der hinterletzten Ecke angestellt. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir ein ganz wichtiger Punkt gerade bewusst: Es war die Reaktion und Bestätigung der Männer, die mir eingeredet hat, dass mir der Sex Spaß macht. Und diese Bestätigung erhält man ja vor allem durch den Orgasmus des anderen.

Das bedeutet zusammengefasst, dass mein Kopf so funktioniert hat: ER hat einen Orgasmus = Ich habe was richtig gemacht = Scheint Spaß zu machen = Dann war das wohl guter Sex. Ich habe sogar extra perfekt gestöhnt, um anzuheizen und noch MEHR Bestätigung zu bekommen. Klingt ganz schön unromantisch – ist es auch. Durch dieses ganze Schauspielern, Verrenken, Anpassen und meine Bestätigungssucht erschien es mir logisch, dass alles richtig so war. Aber gefühlt habe ich dabei nie wirklich viel. Die Orgasmen, die ich dann irgendwann selbst vorgetäuscht habe, habe ich auch nur für ein besseres Gefühl durchgezogen. Damit meine Ex-Freunde zufrieden und nicht frustriert waren. Dann waren sie happy. Ich demnach auch. Jap, so habe ich ein paar Jahre funktioniert

Und wie gesagt: Ja! Auch DAS macht man alles nicht – weiß ich ja jetzt auch. Genau so weiß ich aber auch, dass ich nun an dem Punkt angekommen bin, an dem ich mache, was ich will. Jetzt. Endlich.

Klar – ich habe immer noch manchmal Probleme, mich fallen zu lassen und Sex zu genießen aber immerhin kann ich durch meinen jetzigen festen Freund lernen, dass es wichtig ist, Dinge einzufordern und auch zu nehmen. Doch was genau ist passiert? Er leckte, kommunizierte und siegte…

Mit dem richtigen Mann an meiner Seite erfahre ich tatsächlich jetzt auch ECHTEN Sex. Und es ist so abenteuerlich… 🔥

Nach IHM kam dann die (Sinn)flut… 💥🔥💦

Und wie ist jetzt der Stand bei mir? Mein neuer Freund hat ganz zu Anfang gesagt, dass er lieber gibt, als zu nehmen. Und da wurde mir klar: Bisher hatte ich noch NIE, NIEEEMALS, einen Mann so etwas sagen hören. Ich habe es bisher aber auch nie hinterfragt oder vermisst, weil ich nicht dachte, dass es so herum eben auch geht. 

Heute weiß ich: I do matter. Ich muss für mich einstehen und ich habe Vorlieben, auf die ich stehe! Und es gibt auch Dinge, die ich hasse und vorher aber gemacht habe. For them boys. Zum Beispiel 69. That’s a big no for me. Mit der Nase halb in der Arschritze stecken? Ne. Einfach nicht meins – Das kommuniziere ich auch so. Dafür hab ich entdeckt, dass ich das Reiten liebe! Wer hätte es gedacht? Ich nicht, Gurls. Und zwar, weil ich immer Angst hatte, dass der Mann mich aus diesem Winkel nicht so perfekt sehen würde, wie ich es eben wollte. Ich wollte mich nicht verletzlich zeigen. Jetzt genieße ich es aber richtig, weil es ihm einfach nur wichtig ist, dass ich Spaß habe. DAS findet er heiß. Was für eine Erkenntnis für mich. ✨  Dass ich gleich bei unserem vierten gemeinsamen Mal meinen ersten Orgasmus beim Sex JEMALS hatte, grenzte für mich an ein Wunder. ✨

Und es klingt vielleicht dumm, aber für mich stand das für viiieeeeel mehr! Es bedeutete, dass ich schon von Anfang an eine so tiefe und vertraute Basis mit meinem neuen Freund hatte, dass ich mich leichter fallen lassen konnte als bei meinen Ex-Freunden nach zwei Jahren Beziehung. Es bedeutete, dass ich nicht verkehrt bin, sondern, dass auch ich loslassen, Spaß haben und kommen kann. War schon heftig… Und ein absolutes Glücksgefühl. Überhaupt bin ich jetzt glücklich. Und dafür bin ich dankbar – bin IHM dankbar. ❤️

💭

Also ja, strenggenommen hatte ich für mein Gefühl nie wirklich so richtig Sex. Ich war nur anwesend und mit allem anderen beschäftigt, außer selbst Fun zu haben. Und das ist nicht die Schuld der Männer. Nicht ausschließlich. Sie haben es halt einfach genommen, genossen und nicht weiter über mich und mein Verhalten nachgedacht. Und ich habe eben geschauspielert und mich oft neu erfunden. Es war vielleicht auch einfacher. Vielleicht wäre ich sonst mehr verletzt worden. Idk. Aber das musste ich mit euch teilen, weil ich glaube, dass dieses Verhalten weit verbreitet ist – in verschiedensten Ausführungen.

Und JETZT verstehe ich endlich, dass Sex mit der richtigen Person und der richtigen Liebe wirklich anders ist. Das ist nicht irgend so ein dahingeschwafelter Spruch. Weil ich Vertrauen habe und mich unterstützt fühle. Es ist wirklich spaßig, leicht und tatsächlich auch aufregender als meine Single-Zeit und die bisherigen Beziehungen, weil ich jetzt viel mehr ausprobiere. Es ist einfach unbeschreiblich! 🎊 

WOW – Das war jetzt harter Tobak. Jetzt geht hinaus in die Welt und habt guten (!) Sex. Probiert aus, was IHR wirklich mögt. Wer euch dafür dann abserviert und euch dabei nicht unterstützt, gehört vielleicht eh in den Trash… Nein, Quatsch. Für jeden Arsch gibt’s den passenden Eimer. Ach, ihr wisst doch was ich meine.

Hab euch lieb! Fühlt euch gedrückt. ❤️

Credits: Unsplash, Unsplash

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