Julia Kiener
12.04.2017 von Julia Kiener

Wieso uns der Hashtag #HilfeFürAndreas zu Tränen rührt

Jodel ist eigentlich als App bekannt, bei der jeder Nutzer komplett anonym genau das loswerden kann, was ihm gerade durch den Kopf geht. Da gibt es lustige, traurige, tiefsinnige und einfach nur ziemlich blöde Posts. Ein Münchner beispielsweise erlangte im vergangenen Jahr Jodel-Berühmtheit, weil er alle live an seinem Beziehungsdrama teilhaben ließ.

Nun nutzte Dennis, ein junger Mann aus Rheinland-Pfalz, die hauptsächlich von Studenten genutzte App, um einem Obdachlosen wieder auf die Beine zu helfen.

Alles fing mit einem Krankenhausaufenthalt an, der Dennis und Andreas zusammenbrachte: „Ich lag zwei Wochen im St. Vincent in Mainz“, fängt Dennis seinen Post an. „Dort habe ich mir das Zimmer mit einem Obdachlosen geteilt, der wirklich eine traurige Geschichte hat.“

» Mittlerweile sind über 4.700 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. «
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Er entschloss sich, Andreas wieder auf die Beine zu helfen. Zunächst ging es lediglich um einen kleinen Abstellraum für dessen Sachen: „Auf der Straße wird er viel beklaut – und er ist so ein lieber, hilfsbereiter Mensch.“ Da Andreas lediglich einen polnischen Personalausweis besitzt, so klärt Dennis in seinen zahlreichen Postings auf, darf er in Mainz nur zwei Wochen im Obdachlosenheim schlafen und muss danach wieder auf die Straße. Im benachbarten Wiesbaden bekomme er mit dem Ausweis gar keinen Schlafplatz. Außerdem wollte er ihm einen Job suchen, damit wieder auf eigenen Beinen stehen kann.

Doch aus einem kleinen Lagerraum und einem Job wurde ganz schnell noch viel mehr. Schon nach kurzer Zeit folgten über 500 Menschen dem Posting, boten ihre Hilfe an: Kleidung, Schuhe, Kellerräume, Geld. Schnell wurde eine Spendenseite eingerichtet, auf der jeder, der will, für Andreas spenden kann.

Dennis selbst ist total überwältigt: „Auf einmal wurde immer mehr angeboten. Wir haben inzwischen schon eine ganze Wohnungseinrichtung zusammen. Das ist unglaublich!“ Eine Frau aus der Region hat ihm sogar einen 450-Euro-Job angeboten. Seine Sachen konnte er in einer Autowerkstatt unterbringen. Mittlerweile sind über 4.700 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. Eine Webseite, auf der alle Quittungen veröffentlicht werden, ist derzeit in Arbeit. Er verspricht: „Es wird KEIN Mist von dem Geld gekauft…“

Andreas selbst weiß noch gar nichts von seinem Glück. „Ich will den Wow-Effekt, wenn ich es ihm sage“, erzählte Dennis gegenüber dem Merkurist. „Wenn er erfährt, wie viele Menschen schon hinter ihm stehen, wird er so glücklich sein.“
Dennis, wir ziehen den Hut vor dir und allen, die bisher mitgeholfen haben. Andreas wünschen wir für seine zweite Chance alles Gute. Mit so vielen Helfern an seiner Seite sollte da wohl alles gut gehen. 😍

Den ganzen Jodel findet ihr übrigens hier, spenden könnt ihr hier und falls ihr immer up-to-date bleiben wollt, geht es hier zur #HilfeFürAndreas-Facebook-Seite.

Mehr über: App, Spenden, Jodel, #HilfeFürAndreas, Jodel-App, Mainz, Obdachlosenhilfe
Credits: Foto: Dennis Zepter, Giphy
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