Très Click
26.10.2022 von Très Click

Die nächste brutale Geburtsszene im HotD-Finale wirft die Frage auf: Muss das wirklich sein?

*Triggerwarnung*

„Wie viele fucking traumatische Geburtsszenen braucht diese Show noch?“ – Diese Frage stellen sich seit dem großen „House of the Dragon“-Finale wieder einmal sehr viele Menschen im Netz. Teilweise bestürzt und sauer zugleich. Und das kann man ihnen nicht verdenken. Immerhin enthalten ganze vier von zehn Folgen der 1. HotD-Staffel Szenen einer Geburt. Und diese enden nicht selten in einer furchtbaren Tragödie. Angefangen direkt in Episode 1 mit Königin Aemma, der während einer schrecklichen, schmerzvollen Steißgeburt letztlich mit einem Messer brutal das Kind aus dem Leib geschnitten wird – sie stirbt dabei (uns wird heute noch bei dem Gedanken daran schlecht). Und nun verabschiedet sich die Staffel wieder mit traumatisierenden Szenen. Als Rhaenyra nämlich erfährt, dass nicht nur ihr Vater verstorben ist, sondern auch noch der falsche Aegon gekrönt wurde, setzen bei ihr vorzeitig die Wehen ein, was schließlich zu einer Fehlgeburt führt. Und wie es für das GoT-Universum üblich ist, wird auch diese Szene sehr graphisch dargestellt. Rhaenyra, die vor Schmerzen fast in sich zusammenbricht, lehnt jede Hilfe ihrer anwesenden Kammerzofen oder auch die des Maesters ab. Mit schmerzverzerrtem Gesicht lehnt sie schließlich schon völlig kraftlos an der Kante ihres Bettes, schreit… bis sie sich kurze Zeit darauf buchstäblich das Kind aus dem Unterleib reißt.

Szenen, die keineswegs leicht anzuschauen waren – und die traumatisierend sein können. Aus diesem Grund wird „House of the Dragon“ aktuell auch wieder von vielen Menschen im Netz zerfleischt. Denn natürlich wirft diese weitere brutale Geburt in der Serie erneut die Frage auf, ob solche Szenen wirklich nötig sind?

Noch eine traumatische Geburtsszene – Muss das sein?

Viele Kritiker:innen auf Social Media sagen ganz klar Nein. „Die Geburtsszenen in ‚House of the Dragon‘ sind unerträglich und unnötig“, schrieb eine Zuschauerin nur dazu. Sie seien nichts als ein groteskes, blutiges Spektakel, das einmal mehr auf brutale Art und Weise weiblichen Schmerz auf die Leinwand bringt, so der größtenteils einstimmige Ton im Netz. Und ja, dieser Punkt ist richtig. Rhaenyra ist in dieser Szene quasi machtlos ihrer Weiblichkeit ausgeliefert – wie es ihre Mutter Jahre vor ihr schon war. Während Daemon nämlich bereits zeitgleich den anstehenden Krieg plant, liegt sie in den Wehen und kann ihre Pflichten als Königin nicht erfüllen. Eine Redakteurin von Popsugar hat es ganz passend formuliert: „Rhaenyra ist faktisch bereits durch die einfache Tatsache ihres Körpers von ihrer Macht und Entscheidungsfindung abgeschnitten“. Und genau das wollte HotD-Star Emma D’Arcy auch mit dieser wirkungsvollen Szene zeigen. Im Interview mit GQ erklärte Emma: „[Rhaenyra] befindet sich im Worst-Case-Szenario, da sie in dem Moment, in dem ihr gesagt wird ‚Dein Vater ist tot (…)‘ grundlegend arbeitsunfähig ist. Der Rat, den Rhaenyra erhält, lautet, Geduld zu haben, in der Hoffnung, eine Totgeburt des Kindes oder Schaden für das Kind zu verhindern. Und sie ignoriert den Rat und versucht stattdessen, diesen Körper aus sich herauszuholen“. Und auch wenn dem Hollywood-Star damals schon bewusst war, dass diese Szene spalten könnte (was nun eingetreten ist), „rechtfertig“ Emma Rhaenyras Entscheidung: Letztendlich denke ich, dass sie ihre eigene körperliche Autonomie wählt. Sie sagt buchstäblich in der Szene ‚Raus damit‘.“ Das wird auch dadurch deutlich, weil sie in der Szene niemanden der Anwesenden an sich heranlässt – sicher aus Angst, ihr könnte dasselbe wie ihrer Mutter passieren und jemand (ihr Mann, also Daemon) würde über sie entscheiden. Doch das lässt Rhaenyra nicht zu. Sie entscheidet für sich selbst. Gleichzeitig verdeutlicht die Szene einmal mehr, welche eigenen Kämpfe Frauen in einer Welt eh schon voller Krieg noch zusätzlich auszutragen hatten.

„Die Geburt ist ein Schlachtfeld“

Showrunner Ryan Condal sagte dazu im Interview mit Vanity Fair vor einiger Zeit bereits, dass man durch die vielen Geburtsszenen eben genau diesen Unterschied zwischen Mann und Frau in der Serie zeigen wollte. „Die Männer marschierten zum Schlachtfeld und das Schlachtfeld der Frauen fand im Kinderbett statt.“ Und dieses Schlachtfeld wollte man in der Serie eben auch besonders realistisch darstellen. Damals in der Szene mit Aemma und nun auch mit Rhaenyra – auch wenn das als Zuschauer:in vielleicht wehtut. „Die Geburt ist ein Schlachtfeld und jetzt befindet sich Rhaenyra selbst im Krieg und das, indem sie ihren eigenen Kampf austrägt“, erklärte Ryan Condal dazu jetzt auch noch einmal im Interview mit Deadline. Es sei außerdem von Anfang an geplant gewesen, mit einer schrecklichen Geburt zu starten und diese „mit einer weiteren schrecklichen Geburt zu verknüpfen, die im Finale schief geht“. Und ja, man kann nun natürlich darüber streiten, ob es wirklich sein musste, diese Geburten so grausam und explizit darzustellen. Allerdings sagte Emma D’Arcy dazu, dass es viel schlimmer gewesen wäre, hätte man die jeweiligen Geburtsszenen in einer abgeschwächten Version gezeigt. „Ich habe ein echtes Problem mit der Idee, dass wir Frauen in den Wehen nicht mit hartem Realismus, Blut und Plazentas dargestellt sehen sollten. Besonders bei einer Show, deren Alleinstellungsmerkmal große, blutige Kampfsequenzen sind.“ Und da hat D’Arcy auch Recht, oder? Eine solche Notlage war für Frauen damals (also zu Mittelalterzeiten – ohne richtige medizinische Versorgung wie heute) durchaus realistisch. Warum das also nicht auch zeigen? Ansonsten spritzt im GoT-Universum ja auch genug Blut…

„Es fühlt sich so an, als wollten wir, dass Frauen einem bestimmten Bild entsprechen. Was aus schauspielerischer Sicht interessant ist, weil es auch viel Spaß macht, die großen, körperlich anstrengenden Sequenzen zu machen. Und es ist interessant, dass Frauenfiguren das vielleicht manchmal nicht gegönnt wird“, ergänzte Emma. Und das muss man dem HotD-Star bei all der Diskussion, ob man nun für oder gegen solche Geburtsszenen ist, ja wirklich lassen: Emma hat es unfassbar krass gespielt!!!!

Und genau deswegen freuen wir uns auch schon sehr auf die 2. „House of the Dragon“-Staffel. Aber gerne ohne weitere, brutale Geburtsszenen… wir würden sagen, davon gab es in Season 1 nun wirklich genug.

Credits: Ollie Upton / HBO, Twitter/ #HouseoftheDragon

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