Kinderlose Paare enttäuschen den Papst – Realität gegen Romantisierung der Welt!

Let the battle begin! Wo soll man da anfangen… 😐

Papst Franziskus hat öffentlich sein Unwohlsein bezüglich kinderloser Paare ausgedrückt. Man, man, man… diese News ging wirklich ab wie Schmidts Katze! Gleichzeitig möchte er durch vereinfachte Adoptionsregeln mehr Kinder in Familien bringen und befürchtet, dass Menschen anstatt Babys lieber Haustiere haben möchten. Ich verstehe auch total, dass da einige Fragen auftauchen. Kennt ihr das, wenn man plötzlich in einer Kopfdiskussion mit sich selbst steckt und für beide Seiten so viele emotionale Argumente findet? Jaaaa, so ungefähr erging es mir hier.

Um das mal vorwegzunehmen: Ich bin tatsächlich katholischen Glaubens. Aber wirklich nur des Glaubens an Gott wegen – das gibt mir oft positive Energie. Ich glaube an die Ehe und andere ein paar wild romantisierte Dinge, ja. An die Art und Weise, wie die katholische KIRCHE agiert, daran glaube ich allerdings nicht. Wie der Papst, der wie aus einer anderen Zeit zu sein scheint, als Oberhaupt anscheinend denkt, das fand ich dennoch irgendwie interessant…

Ich bin außerdem nicht unbedingt ein Kinder-Fan. Deshalb habe ich auch noch keine, denn ich möchte mir das gut überlegen. Das ist etwas kompliziert zu erklären, aber Kinder rufen total gegensätzliche Gefühle in mir hervor. Ihr könnt euch das etwa so vorstellen: Auf einem Spaziergang kommen mir zwei junge Mamas entgegen, die lachen und quatschen und in ihren Kinderwagen sind unfassbar niedliche Kids mit großen, weltoffenen Augen und ich denke mir „OMG, ist das süüüüß! Das wäre irgendwann schon echt ein Goal“. Am Ende des Spaziergangs halte ich noch beim Bäcker, wo ein Kind volles Rohr mit den Füßen gegen die Theke ballert, anfängt rumzumotzen, was dann in Geschrei übergeht, bis ich die Augen schon komisch zusammenkneifen muss und dann fängt es an sich vollzurotzen und ich denke mir „OMG die armen Eltern. Da sage ich mal nein, dankeee!“.

Puhhh. Also ja, eine Menge Gefühle sind das hier bei mir…

Natürlich weiß ich, dass ich manche Kinder süß finde, weil ich ganz ursprünglich ja dafür gemacht wurde, um mich fortzupflanzen. Und wahrscheinlich sind wir auch die einzigen Lebewesen auf dem Planeten, die Sex haben (was ja zum Kindermachen gedacht war), um uns zu vergnügen. Eltern werden wollen viele von uns jahrelang nicht, manche eben auch nie. Sex haben wir dennoch. So weit so gut!

Aber jetzt sind wir halt so weit entwickelt, dass wir das Leben haben, was wir eben haben. Und in diesem Leben kann man gar nicht mehr auf Urtriebe reduzieren, weil wir auch arbeiten, Wirtschaft betreiben, Macht besitzen, unsere Leben selbst gestalten können und einfach nicht mehr im Mittelalter leben. Und seit einigen Jahren werden wir Menschen auch immer selbstbewusster – vor allem innerhalb der Bevölkerungsschicht. Du willst Karriere machen? Tu es! Du möchtest dein Leben nicht in Monogamie verbringen? Go for it. Du willst lieber mit deiner Frau auf einer Yacht sitzen und nach Monaco, weil du zuhause keine Verpflichtung als Eltern hast und dir Cola für 16 Euro leisten kannst? Voll verständlich, meine Unterstützung hast du!

Da boxt der Papst im Kettenhemd!

Es ist einfach UNMÖGLICH, dieses „perfekte“ Leben aus der Bibel zu leben, auch wenn ich versuche, den Papst und seine Denkweise da nachzuvollziehen. Die Gefühle und Lebensphasen, die wir jetzt nach außen leben und kommunizieren, die hatten die Menschen früher aber auch schon in sich. Es war einfach nur nicht üblich, zu ihnen zu stehen. Das bedeutet nicht, dass es früher nur happy Family gab, LOL…

Klaro gibt es gute und gesunde Familien! Versteht mich nicht falsch. Aber wer im Jahr 2022 freidenkenden Erwachsenen sagt, aufgrund ihrer Kindlosigkeit enttäuscht zu sein, der schießt sich einfach ein Eigentor. Wer Kinder haben möchte, soll es versuchen! Und wer lieber 24 Hunde haben will, hat auch meinen Respekt. Wenn der Papst später bei mir zum Babysitten kommt, ein paar Groschen zu den Weihnachtsgeschenken dazugibt und sich darum kümmert, dass meine Kinder in 70 Jahren nicht im Atomschutzbunker leben müssen, dann fange ich morgen direkt an (Ich mache nur Spaß, Mama…). Woher will der Papst überhaupt wissen, wie es ist, Kinder zu haben? Er hat ja keine.

Es ist einfach weltfremd. Natürlich sollte und dürfte es gerne so einfach sein: Bekommt mal alle Kinder. Viele können aber gar keine bekommen. Andere fühlen sich sexuell gar nicht zum anderen Geschlecht hingezogen. Und wieder andere sind schon mit sich selbst überfordert und möchten keine Babys zeugen, wenn sie sich darum nicht kümmern können. Und wisst ihr, was dazukommt? Der Mann ist uns allen ja fremd. Mir zumindest. Wie kann er darüber traurig sein, wenn wir in keinerlei Verpflichtung zueinanderstehen? Das Einzige, in dem ich zustimme: Der Papst hat bemängelt, dass Menschen Hunde und Katzen als Ersatz nehmen und da völlig übertreiben. Der Boom an Haustieren ist definitiv problematisch und sie wie Kinder zu behandeln, zeugt nicht gerade von Gutmütigkeit und Tierliebe. Auch wenn es oft miteinander verwechselt wird.

Wenn Tinder schon genug Verpflichtung ist

Aber zurück zum Thema: Es ist einfach so schwierig, zu versuchen, die Kirche mit in unsere moderne Welt zu integrieren und beides zusammenzuführen… In meinem Kopf vereinbart sich das alles zumindest gar nicht. Endlich sind wir an einem Punkt, an dem du dich trennen darfst, wenn dein Mann dich betrügt, oder deine Frau dich zuhause schlägt. Früher war nicht „alles besser“, es gab einfach weniger Möglichkeiten für die Menschen. Und weißt du, was crazy ist, Papst Franziskus? Während du im Papamobil durch den Vatikan fährst, kann sich irgendein Paul bei Tinder vermutlich nicht mal entscheiden, ob er sich so weit verpflichten kann, dass er nur noch drei, anstatt fünf Frauen kennenlernt. AHHHHH – das ist halt schon echt VERDAMMT VIEL COMMITMENT!

Und was es noch alles für Faktoren in der realen Welt gibt… Wie oft habe ich gehört, wie schwer es sein kann, Hebammen zu finden? Kitaplätze? Stellt euch mal vor, wir alle würden vier Kinder bekommen. Schon mal etwas von Wohnungsknappheit gehört? WO sollen wir denn alle hin? Ohhhh Jesus Christus.

Papst Franziskus beim Maxi-Cosi-Shopping? Ja, bitte!

Ach, wisst ihr… Über all dem steht natürlich eins: Kinder bedeuten lebenslanges Glück und ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, wie unglaublich es sich anfühlen kann, Eltern zu werden. Aber Folgendes sollte es einfach nicht mehr geben: Emotionale Erpressung, bis andere ihre Lebensplanung an die eigenen Vorstellungen anpassen.

Von niemandem sollten wir uns so beeinflussen lassen, dass wir gesellschaftliche Standards und Goals vor unsere Selbstreflektion und Lebenszeit stellen. Wir sind alle wunderbar, egal ob mit oder ohne Kindern. ❤️

Mein Fazit: Der Pontifex weiß anscheinend zu wenig darüber, wie abgöttisch man Hundis lieben kann, wie lange einige bei Tinder auf den oder die Richtige:n für Kinder warten und was so ein Maxi-Cosi eigentlich kostet. Trotzdem ist er nun mal ein älterer Mann, der ein anderes Leben lebt, als wir. Und dass er sich mehr Kinder in Familien wünscht ist nichts Verwerfliches, sie sind natürlich auch etwas Tolles. Ich ordne das ein bisschen so ein, wie wenn meine Oma sich jetzt Urenkelchen wünschen würde und schließe das Thema damit seelig ab. Er hat es sicher nicht schlecht gemeint. 😇🥂✨

Credits: Giphy, Pexels

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