Lena Meyer-Landrut im Interview: „Ich unterdrücke solche Gefühle nicht mehr“

„Dann eine Acht“, antwortet Lena Meyer-Landrut strahlend, als wir ihr in einem Berliner Café gegenübersitzen. Auf einer Skala von 1 (sehr bescheiden) und 10 (yay! Ausrasten!) geht es der 27-Jährigen also sehr gut. Nicht einmal vier Wochen ist es her, dass sie die Trennung von ihrem langjährigen Freund Max von Helldorf bekannt gemacht hat. Wir erleben dennoch/deswegen (das weiß nur sie) eine entspannte und bedachte Lena, eine „lena-like“ Lena, die ihre Äußerungen mit Stimmimitationen und süßen Grimassen unterstreicht …

Ihre ansteckend gute Laune mag vielleicht an ihrer Vorfreude liegen – darauf, dass sie noch am selben Abend in einem WOW-Kleid über den Roten Teppich der Berlinale laufen wird, bestaunt und beklatscht von der deutschen Presse. Vielleicht auch an unserem gemütlichen Interview-Setting, dem worth it! CAFÉ von L’Oréal Paris. Hier trägt Lena Meyer-Landrut gemeinsam mit Steffi Giesinger die Marken-Idee der „Women of Worth“ nach außen. 100 Prozent glaubwürdig, wenn wir an dieser Stelle einen Teil unseres Gesprächs vorwegnehmen dürfen. 😉

Denn wenn eines in unserem Interview mit der Sängerin deutlich wird, dann worauf sie – inzwischen noch mehr – Wert legt: Liebe, Gesundheit, wenn man fröhlich und glücklich ist, wenn es einem gut geht, wenn man achtsam mit sich selbst ist, wenn man gelassen ist, wenn man ein gutes Bewusstsein für sich selbst hat. Sich nicht von der Meinung anderer abhängig machen muss …“, findet sie. 

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trèsCLICK-Talk mit Lena Meyer-Landrut

Wann Lena bei aller Transparenz vor ihren Fans die Grenze zieht, was ihre eine „Riesenangst“ macht und noch viiiiieeeel mehr, hat sie uns erzählt.

» Ich unterdrücke solche Gefühle nicht mehr «
Lena Meyer-Landrut

Du hast gerade von Fröhlichkeit, Achtsamkeit und Gelassenheit gesprochen. Würdest du sagen, dass das bei dir gerade gegeben ist?

Ich bin auf jeden Fall auf einem ganz guten Weg, habe ich so das Gefühl. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich 100 Prozent angekommen bin, aber ich bin immer dabei, mich selbst zu beobachten und mich nicht für Dinge zu verurteilen, die ich mache. Das habe ich früher ganz oft gemacht, wenn ich mal nicht so gut gefühlt habe zum Beispiel, dass ich das gleich bewertet habe, so nach dem Motto „Hätte ich mal …“. Ich schaffe das aber inzwischen ganz gut, insgesamt gelassener zu werden, besser zu mir zu finden und mir Ruhe zu gönnen. Ich unterdrücke solche Gefühle nicht mehr und dadurch habe ich auch wieder mehr Energie.

Du lässt sowas jetzt auch mal raus?

Ja! Das ist ja auch total ok. Jeder hat mal einen schlechten Tag, jedem geht’s mal schlecht. Jeder ist traurig. Auch wegen unnötiger Dinge …

Manchmal gibt man das ja ungern preis …

Genau. Ich hab das auch total oft. Es sind ja meistens die kleinen Sachen: Wenn man zum Training verabredet ist und dann keinen Parkplatz findet … dann fährt man irgendwo vorbei und datscht sich den Spiegel an. Dann denkt man nur „Das ist alles so scheiße“ (Lena zieht eine Grimasse und sieht trotzdem noch wunderhübsch aus 😅). „Wie soll heute noch ein guter Tag werden?“ statt sich zu sagen „Chill. Es ist alles nicht so schlimm.“

» Wenn du fake bist, kommt das nicht gut an. «
Lena Meyer-Landrut

Was ist für dich wertlos?

Alles, was nicht echt ist. Ein Stuhl ist nur dann toll, wenn man sich über den Stuhl freut. Er hat einen echten, emotionalen Wert, wenn du ihm einen Wert zusprichst. Wenn du sagst „Den habe ich mir gewünscht“ oder „Darauf habe ich gespart“. Und alles, was demgegenüber nicht authentisch ist, hat dann auch keinen Wert.

Gerade, wenn es um Authentizität geht, da ist es nicht einfach, die Grenze zu ziehen – zwischen dem, was echt ist und was man nach außen trägt und dem, was man lieber für sich behalten möchte. Oder was meinst du?

Aber auch da kann man auch echt sein und sagen: Darüber möchte ich nicht sprechen, aus den und den Gründen … Und ich glaube, wenn man das auf friedliche Art und Weise macht, dann kann der Gegenüber auch viel besser deine emotionale Welt verstehen. Wenn du auf der anderen Seite eine Geschichte erfindest und fake bist, wenn du eine Wand schaffst, dann kommt das nicht gut an.

» Ich war abends völlig am Ende, weil ich den ganzen Tag nur durchgeheult habe «
Lena Meyer-Landrut

Auch, wenn man seinen Fans so nahe ist wie du deinen Fans auf Instagram?

Ja, genau! Weißt du, manchmal habe ich ja auch Lust mehr zu teilen als an anderen Tagen. Und manchmal nicht und sage dann auch ehrlich „Heute fühle ich mich nicht nach Posten. Ciao!“

Dein neues Album erscheint am 5. April 2019, im Juni gehst du auf Tour: Wie stolz bist du?

Ganz ganz stolz und sehr happy! Ich freue mich auf die Arbeit, die damit verbunden ist. Am Montag ist die Abgabe der letzten Vocals und ich bin bis dahin jede freie Minute im Studio, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen. Es ist wahnsinnig stressig, weil wir super viel zu tun haben und die Deadline immer näher rückt.

Vor allem, wenn wir jetzt noch hier sind …

Ja, ganz toll! Ich bin tiefenentspannt! (lacht) In Gedanken bin ich gerade im Studio. Das heißt, wenn ich heute Abend vom Teppich komme, renne ich dahin und arbeite die Nacht durch. Es wird musikalisch, aber auch inhaltlich ganz toll. Einfach auch, weil ich da viel ehrlicher bin als sonst und mich mehr traue.

Die Texte sind viel autobiographischer geworden, was für mich auch eine große Hürde ist und wovor ich auch Riesenangst habe. Denn ich gebe in dem Moment, wenn es so persönlich ist, auch viel von mir preis. Aber ich habe für mich selbst gemerkt, dass, wenn ich das nicht mache, es sich auch nicht echt und gut anfühlt. Jetzt über random Sachen zu singen, die mein Gefühlsleben nicht widerspiegeln, wäre komisch gewesen.

Wenn du so in deine Gefühlswelt im Studio abtauchst… Musst du dann auch mal abbrechen, weil es dich emotional so mitnimmt?

Ja! Ich hatte sehr viele Tage im Studio, an denen ich abends völlig am Ende war, weil ich den ganzen Tag nur durchgeheult habe … weil es ja auch wie eine Art Therapie ist, wenn man sich den ganzen Tag mit einem Thema auseinandersetzt. Ich habe zum Beispiel kleine Notizbücher, in die ich schreibe und je nach Tagesform entscheide ich, über was. Und klar, da kommt es schon mal vor, dass ich dann sage: Ich muss jetzt mal kurz ’ne Pause machen …

… und an die Luft!

Ja, genau.

Sweet: Lena mit Steffi Giesinger bei der Eröffnung des worth it! CAFÉS von L’Oréal Paris in Berlin

Es ist interessant, weil zum Beispiel Steffi im Interview gesagt hat, es sei eine Form von Therapie, wenn sie Schauspielunterricht nehme. Offenbar kommt so etwas schnell automatisch, wenn man sich mit sich und seinen Gefühlen beschäftigt …

Total, total! Und es ist so: Dadurch, dass ich jetzt ernstere Texte veröffentliche, die näher an mir dran sind, kommt ja auch ein ganz anderes Gespräch zustande. Bei „Thank You“ und bei „If I Wasn’t Your Daughter“ war das schon so und wahrscheinlich auch bei einigen Songs, die jetzt noch kommen werden … Es sind Lieder über Angst, über Lügen … Dazu kommen entsprechend natürlich auch tiefgründigere Fragen, denen ich mich auf eine Art auch aussetze.

Oder du handelst nach dem Authentizitäts-Prinzip, über das wir vorhin gesprochen haben?

Genau! Das hatte ich auch schon, dass ich gesagt habe „Hey, das ist ein Thema, das möchte ich in meiner Kunst verarbeiten und da möchte ich nicht weiter drüber sprechen. Wie beispielsweise bei dem Song über meinen Vater – da war es auch so, dass ihn unbedingt machen, aber gleichzeitig das Thema nicht an die große Glocke hängen wollte. Da war alles gesagt. Aber klar, generell, wenn ich eine Single auskopple, ist es auch schön, sich dazu mitzuteilen.

» Ich habe schon Druck, aber eben den, den ich mir selbst mache. «
Lena Meyer-Landrut

Wie groß ist der Druck, abliefern zu müssen?

Ich habe schon Druck, aber eben den, den ich mir selbst mache. Ich will halt, dass alles geil ist. Ich will, dass alles übergeil ist (lacht). Dass es geil aussieht, dass es sich geil anhört, dass wir ’ne tolle Kampagne haben. Ich bin ja selbstständig und da ist das wie mein Baby, von dem ich hoffe, dass alle gut zusammen daran arbeiten. Aber ich habe ein tolles Team, das mit mir an einem Strang zieht.

Du startest musikalisch neu durch, es gab darüber hinaus einige Veränderungen – würdest du sagen, das Jahr 2019 steht unter diesem Motto?

Ich würde sagen, 2018 war ein Jahr der Veränderungen, auch astrologisch, wenn man sich damit ein bisschen auseinandersetzt. Und dieses Jahr ist dafür da, um in seine eigene Kraft zu kommen. Das hört sich so ein bisschen eso oder spiri-mäßig an, aber das trifft es wirklich gut, auch in Bezug auf unsere Gesellschaft. Selflove und Selfcare werden so großgeschrieben. Sich um sich selbst kümmern und sich mit sich auseinandersetzen, bedeutet auch, durch schwierige Situationen durchzugehen oder sich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht so angenehm sind. Aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Was wünschst du dir von 2019?

Ich wünsche mir, dass ich mir meine Gelassenheit erhalte und dass sie noch größer wird.

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Tried to meditate. And then phili came and took a pic 😂

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Dass ich es noch mehr schaffe, im Moment zu sein und daraus das Schönste und Beste mitzunehmen … weich zu bleiben … und nachsichtig mit mir zu sein.

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