„Lieber verliere ich meine Liebe durch den Tod, als dass sie mich verlässt“

Wie ein Heroin-Junkie, der auf Entzug ist … Diesen Vergleich stellen Psychologen an, wenn es darum geht, annähernd in Worte zu fassen, welche Qualen jemand erleidet, der von seiner Liebe verlassen wird.

Der womöglich nach Jahren vor vollendete Tatsachen gestellt wird, der mit einer Trennung konfrontiert wird, die er vielleicht nicht einmal vorhergesehen hat. Und dann sind sie da, dröhnen laut und unerbittlich in unseren Köpfen … die Selbstzweifel. Toxisch gepaart mit dem Gefühl des Kontrollverlusts und der körperlich spürbaren Sehnsucht nach genau dem Menschen, der einen am schlimmsten verletzt hat.

Wer das einmal durchlebt hat, der weiß: Ein Beziehungsende ist ein kleiner Tod. Das, was nur zwischen diesen beiden Menschen war – harmonisch oder kompliziert – wird nicht mehr so sein. Niemals wieder. Das „Du“, das er für uns war, gibt es nicht mehr. All die kleinen Gesten, die Rituale und Eigenheiten der Beziehung liegen brach, werden nicht mehr ausgelebt. Oder sie werden es … in veränderter Form … mit einem anderen Menschen!

Aber wäre das Ganze leichter zu ertragen, wenn der immer noch so sehr Geliebte gar nicht mehr existieren würde? Wenn er stattdessen tot wäre? Eine rein hypothetische Frage, natürlich. Aber auch eine, die man zulassen sollte zu stellen. Weil allein das Gedankenspiel dabei helfen kann, besser zu verstehen: Verlassen zu werden bedeutet, unfreiwillig die Liebe zu Grabe zu tragen. Und gleichzeitig mit dem Auslöser dieser Tragödie, dem Ex-Partner, auf irgendeine Art immer noch konfrontiert zu sein. Das ist so paradox, wie es weh tut.

Protokoll einer Verlassenen

„Wenn er sterben würde, wäre es für mich leichter, als wenn er mich verlässt“

„Ich [35, Anm. d. Red.] kam gerade frisch aus einer langjährigen Beziehung und war eigentlich noch nicht bereit für eine neue. Aber was macht man, wenn man jemanden trifft, bei dem es sofort passt und auf beiden Seiten funkt. Im Nachhinein betrachtet, sage ich heute noch, dass die Beziehung höchstwahrscheinlich nur wegen dieses falschen Timings kaputt gegangen ist. Als er nach 2 Jahren Schluss machte, war ich nicht mal überrascht. An der tiefen Verletzung änderte das aber nichts. Der seelische Schmerz machte mich in der ersten Zeit fast handlungsunfähig. Ich war ohnmächtig, fühlte mich, als hätte ich eine hartnäckige, fiese Grippe. Mir tat alles weh, ich war zu schlapp um aufzustehen, zu essen, zu reden und überhaupt mein tägliches Leben zu meistern.

Man kämpft sich von Tag zu Tag und hofft auf Linderung. Versucht eine Nähe aufzubauen, die es nicht mehr gibt. Ich habe immer geschaut, ob er online ist, ob ihn jemand gesehen hat, was gemeinsame Freunde zu berichten haben … Das einzig Gute für mich war, dass dieser Zustand die wirklich effektivste Diät ist, die man sich vorstellen kann. Ich habe in 2 Wochen ganze 8 Kilo abgenommen.

» Wenn jemand gestorben ist, verteufelst du das Schicksal, aber du zweifelst nicht an dir selbst. «

Drei Jahre hat es gedauert, bis ich die Trennung halbwegs verarbeitet hatte und auch heute habe ich noch Momente, in denen ich denke ‚Er war wohl der Mann meines Lebens‘. Aber auch die Erkenntnis, dass es selbst dann nicht funktioniert hätte, wenn das Timing besser gewesen wäre, kam mit der Zeit. Denn wenn wir füreinander bestimmt gewesen wären, wären wir nicht auseinander gegangen.

Ich wünsche niemandem den Tod. Weder meinem Ex-Partner, noch sonst jemandem. Karma is a bitch. Aber ich muss auch sagen: Lieber verliere ich meine Liebe durch den Tod, als dass sie mich verlässt. Ich habe schon immer das Gefühl gehabt, dass es einfacher ist, wenn jemand aus deinem Leben scheidet, der es nicht willentlich oder bewusst so entschieden hat. Wenn jemand, den du liebst durch einen Unfall oder eine Krankheit stirbt, dann nicht, weil er es will, sondern weil das Schicksal manchmal eben ein Arschloch ist.

Aber wenn sich jemand bewusst entschieden hat dich zu verlassen, weil er dich nicht liebt, fehlt dir einfach das Verständnis und du kannst es schlechter bewältigen.

Du versuchst verzweifelt zu verstehen, was du hättest anders machen können oder ob es nicht vielleicht doch nochmal dazu kommt, dass er es sich anders überlegt und zurückkommt. Diese Fragen können einen umtreiben.

Wenn jemand gestorben ist, verteufelst du das Schicksal, aber du zweifelst nicht an dir selbst.

Und ich weiß leider nur zu gut, wie es ist, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Das ist furchtbar und man trauert. Aber man akzeptiert es, weil man es eben nicht ändern kann. Wenn dich jemand verlässt, wird immer eine kleine Stimme in dir sagen, dass du es vielleicht doch noch kippen könntest und er sich wieder für dich entscheidet. Ich denke, daher ist die Trauerphase in dieser Sache bei mir auch einfach viel länger.“

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