Lizzo hat eine wichtige Botschaft an ihre weißen Fans: „Solange ihr schweigt, seid ihr Teil des Problems!“

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„Bildet euch fort“! Mit dieser klaren Ansage richtet sich Sängerin Lizzo (32) am Wochenende an ihre 8,7 Millionen Follower*innen auf Instagram. Bildet euch fort, hört zu, werdet laut, bezieht Stellung. 

Doch es gibt Fans der Sängerin, die sich von diesen Worten angesprochener fühlen sollten, als andere. Man könnte auch sagen: Weiße Menschen, bildet euch fort! Denn während in Minneapolis, den USA und inzwischen auf der ganzen Welt gegen die tödliche Verhaftung von George Floyd protestiert wird, sind es vor allem Schwarze, von Rassismus betroffene Menschen, die online und auf den Straßen unaufhörlich Aufklärungsarbeit betreiben.

Um endlich Gehör zu finden, um ihre Angst, Ohnmacht und Wut zu erklären. Doch so weit sollte es gar nicht erst kommen müssen! Warum muss erneut jemand sterben, damit #BlackLivesMatter wieder in den (globalen) Fokus der Aufmerksamkeit rückt? Wieso muss die Schwarze Bevölkerung immer wieder solches Leid ertragen – und teilen – damit weiße Menschen zu Verbündeten werden?

Lizzo stellt deshalb klar: „An meine Schwarze Fangemeinde: Hier kommt euer täglicher Reminder daran, dass es nicht eure Aufgabe ist, Menschen über Rassismus oder Privilegien aufzuklären. Es ist anstrengend. Und wenn Personen es bis jetzt noch immer nicht sehen oder glauben, dann wollen sie es einfach nicht. Es gibt Google, es gibt Bücher – sie alle können das ganz einfach selber tun.“

Und, liebe Leute, just to make that 100 percent clear: Lizzo hat mit ihren Worten absolut recht! Nicht diejenigen, die unter individuellem und systematischem Rassismus leiden, sollten darüber aufklären müssen. Diejenigen (jede*r von uns!!), die davon profitieren (ob bewusst oder unbewusst), sollten sich selbst aufklären, um gesellschaftliche Strukturen, die Rassismus überhaupt erst tragbar machen, so schnell wie möglich abbauen zu können.

Rassismus beginnt eben nicht erst beim Rechtspopulisten, der gegen Ausländer hetzt. Rassismus beginnt dort, wo eine Hautfarbe Vorteile gegenüber einer anderen bringt. Wo sich auf Privilegien ausgeruht wird, für die niemand etwas kann, die aber auch niemand für sich alleine beanspruchen sollte. Genau deshalb richtet die Sängerin ihre folgenden Worte darüberhinaus auch an all diejenigen, die Aufklärung nötig haben (und das tun definitiv alle von uns): „An all die weißen Personen: Hier kommt euer täglicher Reminder daran, dass ihr ein Teil des Problems seid, wenn ihr schweigt. Ich weiß, dass ihr keine Rassisten seid. Aber ihr müsst mehr sein als das, ihr müsst anti-rassistisch sein. Also werdet laut!“

Lizzo schärft unser Bewusstsein im Kampf gegen Rassismus

Denn erst wenn der weiße Teil der Gesellschaft geschlossen neben denjenigen steht, die von Rassismus betroffen sind, kann dieses System Veränderung erfahren. „Protest ist nicht der Ende des Fortschritts, es ist der Anfang davon!“, schreibt die Sängerin entsprechend als Caption zu ihrem Video-Statement.

Nur wenn wir Rassismus gemeinsam, in seinen unterschiedlichsten Facetten, erkennen, ansprechen und dekonstruieren – im öffentlichen und privaten – können strukturelle Veränderungen geschehen. Doch dafür müssen weiße Personen zunächst vor allem folgendes tun: Zuhören, lernen, Raum geben, solidarisieren! 

Die Sängerin fordert: Informiert euch!

Wartet nicht darauf, von Betroffenen aufgeklärt zu werden. Hört Schwarzen Aktivist*innen zu, bildet euch fort, nutzt eure Möglichkeiten. In Form von Spenden, Gesprächen mit der Familie, Demonstrationen, genutzter Reichweite. Und fangt am besten direkt damit an. Indem ihr folgende Bücher lest zum Beispiel: „Exit Racism“ von Tupoka Ogette, „Deutschland Schwarz Weiß“ von Noah Sow, „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollten, aber wissen sollten“ von Alice Hasters, „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ von Reni Eddo-Lodge und „Sprache und Sein“ von Kübra Gümüsay.

Rassismus schwillt in unserer Gesellschaft auch deshalb so unaufhörlich, weil wir uns nicht klar genug positionieren. Weil sich Unternehmen, die Politik, einflussreiche Menschen und Einzelpersonen nicht klar genug positionieren. Lasst uns also gemeinsam auf Lizzos Worte hören – und Strukturen damit hoffentlich langfristig ändern. 🙏

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