Nach Ermittlungen und homophoben Kommentaren: Neuer darf seine Regenbogen-Binde weiter tragen

Was war das bitte für ein geiles Spiel am Samstag? Deutschland haut Portugal mal eben mit 4:2 weg. ⚽️👏👏👏 Die Jungs haben grandios gespielt. Wir sind wieder da! Und eigentlich sollte genau das gerade im Fokus stehen. Tut’s aber nicht. Stattdessen wird hier seit Tagen doch ernsthaft über die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer (35) diskutiert und online eine homophobe Grütze von sich gegeben. Wir wollen uns an dieser Stelle übrigens kurz mal Micky Beisenherz (43) anschließen, der kürzlich in seinem Podcast anmerkte, den Begriff doch lieber gegen „homoaggressiv“ zu ersetzen. Immerhin bedeutet Phobie = die Angst vor etwas. Und das ist in diesem Kontext ja wohl einfach nur ein riesiger Bullshit. Niemand muss Angst vor Homosexuellen haben.

Gut, nachdem wir das also direkt mal geklärt hätten, fangen wir nochmal ganz von vorne an. Denn falls es jemandem bei all der sportlichen Spannung nicht aufgefallen sein sollte, Manuel Neuer trug während der beiden vergangenen EM-Spiele (und übrigens sogar bei den Testspielen vorab) eine Kapitänsbinde in den Regenbogenfarben und setzte damit ein wunderschönes, wichtiges Zeichen für die LGBTQ-Community. Passend zum Pride Month. 🌈

Und dennoch leitete die UEFA deswegen Ermittlungen gegen den DFB ein. Die Binde könne als ein mögliches politisches Zeichen gesehen werden. Außerdem seien EM-Kapitäne zum Tragen des UEFA-Modells verpflichtet. So die offiziellen Töne. 

DFB-Pressesprecher Jens Grittner ließ jedoch noch während den Ermittlungen Folgendes verlauten: „Der Juni steht auch im Sport im Zeichen von ‚Pride‘, um sich für mehr Vielfalt stark zu machen. Auch in diesem Jahr beteiligt sich der DFB mit verschiedenen Aktionen. (…) Als Zeichen und klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung. Die Botschaft lautet: wir sind bunt! 🌈👏

Und sie dürfen bunt bleiben. Die Ermittlungen wurden mittlerweile nämlich offiziell wieder eingestellt, wie der DFB nun auch via Twitter bekanntgab. Demnach sei die Regenbogenbinde „als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für ‚good cause‘ bewertet“. Jawoll! Alles andere wäre auch ein Unding gewesen.

Und ganz ehrlich? Wir hoffen, dass diese EM noch sehr viel bunter wird. Und der Regenbogen auch am Mittwoch so hell und leuchtend strahlt, dass AfD-Poltiker Uwe Junge (63) selbst aufm Klo noch davon geblendet wird. Der verbreitete via Twitter nämlich eine so (nun nehmen wir das von oben wieder auf) homophobeagressive Grütze, dass uns hier selbst beim Gedanken daran echt alles wieder hochkommt. In seinem Tweet (mittlerweile wieder gelöscht, aber you know, das Netz vergisst nie) bezeichnete er die Kapitänsbinde von Neuer als „Schwuchtelbinde“ und echauffierte sich doch echt darüber, dass die Allianz Arena beim Spiel gegen Ungarn Mittwoch in Regenbogenfarben leuchten soll. „Jetzt fehlt noch der Kniefall und ihr werdet immer mehr Fans verlieren“, so seine Worte. 👇

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: München will die Arena zum Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen lassen 🌈 – als Zeichen gegen Homophobie(*Aggressivität) und für eine bunte, vielfältige Gesellschaft. Und als allgemeine Solidarität der LGBTQ-Community gegenüber, die gerade auch in Ungarn extrem diskriminiert wird. Am vergangenen Dienstag wurde dort ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität massiv einschränkt.

Es wäre also einfach nur ein MEGA-Zeichen, das München da am Mittwoch setzen könnte. 👏

Über den Antrag der Stadt, der von allen Fraktionen des Stadtrats eingebracht wurde, soll Mittwoch entschieden werden. Es gelte allerdings nur noch als reine Formsache. „Das ist ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Gleichstellung“, so Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. YES! Die Regenbogen-Farben sollen Mittwoch also bitte ganz ganz hell leuchten und Aussagen wie die eines Uwe Junges einfach ÜBERSTRAHLEN. Der 65-Jährige entschuldigte sich gestern übrigens sehr halbherzig auf Twitter – blieb allerdings völlig uneinsichtig bei seinen Aussagen. 

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel forderte den Politiker mittlerweile zum Parteiaustritt auf. Er sei „eindeutig zu weit gegangen“, so ihr Statement. Jo, das trifft’s. Viele Aussagen sprengen hier jeglichen Rahmen. FDP-Politiker Gerhard Papke sagte zu dem Ganzen übrigens Folgendes:

Ne, das hier ist unerträglich. 👆

Hier werden bunte Zeichen für Liebe, Vielfalt und Toleranz gesetzt. Das ist wunderbar. Und steht ja wohl für genau die Welt, in der wir leben wollen. Punkt. Ende. Aus. Mehr gibt’s nicht zu sagen. ❤️💛💚💙💜

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