Die „Mindful Masturbation“ bringt euch zum absoluten OOOM-gasmus

Text: Tabea Sophia Ernst

Sobald ich mich mit Freund:innen über Sex unterhalte, erreichen unsere Gespräche ziemlich schnell den Höhepunkt. „Ohne Witz, ich hatte gleich zwei Orgasmen hintereinander“ oder „So intensiv bin ich echt selten gekommen“, heißt es dann.

Was drumherum passiert? Das interessiert eigentlich nicht. Wenn’s um das Eine geht, dann geht’s nunmal ums Eine. 😏 Nämlich um den Orgasmus.

Versteht mich nicht falsch. Ich liebe Orgasmen. Ich habe gerne welche. Und gönne allen anderen ihre eigenen. Ja, sogar multiple. Meinetwegen rund um die Uhr. Aber was ist bitte aus „Der Weg ist das Ziel“ geworden? Warum ist – wenn’s um Sex geht – lediglich der Orgasmus der Höhepunkt und nicht etwa der gesamte Akt an sich?

Ich könnte jetzt super philosophisch werden, um euch eine Antwort zu liefern. Oder dafür tief in den Verhaltensmustern unserer Gesellschaft wühlen. Will ich aber gar nicht. Viel lieber möchte ich euer „Sex-Mindset“ erweitern, indem ich euch von einer Praxis erzähle, die den gesamten Weg zum Höhepunkt macht: der „Mindful Masturbation“.

Was ist Mindful Masturbation?

Mindful. Das ist ja gerade alles. Man kann sich mindful ernähren. Einen mindful morning haben. Mindful auf der Yoga-Matte stehen. Und ja, eben auch mindful masturbieren.

Wer den englischen Begriff ins Deutsche übersetzt, versteht schnell: Es geht um Achtsamkeit. Um die Fähigkeit, absolut präsent zu sein. Im Hier und Jetzt zu sein. Im eigenen Körper zu sein. Und es geht auch darum, weniger zu urteilen. Sich dem gegenwärtigen Moment hinzugeben. Bewusst loszulassen.

Mindful masturbation ist also – um jetzt doch einmal schnell zum (Höhe-)Punkt zu kommen – der achtsamste Solo-Sex seit es Dildos & Vibratoren gibt. Aber eben nicht mit dem Ziel, in Rekordzeit zu kommen, sondern mit der Intention, eine tiefere Verbindung zur eigenen Lust aufzubauen und den Körper besser kennenzulernen.

Ob das auch wirklich klappt? Ich habe den Test gemacht und erzähle euch gerne von dem Part, der bei den Sex-Talks mit meinen Freund:innen meist zu kurz kommt: dem Drumherum.

Mindful Masturbation: Tipps treffen auf Testbericht

Fürs achtsame Masturbieren gibt es natürlich kein Handbuch. Es gibt kein „so und so wird’s gemacht“. Schließlich erfährt sich jede:r auf eine ganz eigene Art und Weise. Dennoch gibt es ein paar Tipps, mit denen man sich – im wahrsten Sinne des Wortes – rantasten kann:

1. Weg mit dem Toy

Ich gebe zu: Ich bin seit einigen Jahren ein großer Fan von meinem „Pinguin“. Einem Druckwellen-Vibrator, der klitoral stimuliert und mich wirklich jedes Mal umhauen würde, würde ich nicht eh schon liegen. 😉 Beim mindful masturbating muss mein tierischer Freudenbringer jedoch in seiner Schublade bleiben. Der erste Tipp lautet nämlich: Benutzt eure Hände. So könnt ihr eine viel intimere Verbindung zu euch aufbauen. (Ein „Toy“ ist übrigens doch erlaubt: ein Yoni-Egg. Was es damit auf sich hat? Das lest ihr hier.)

2. Streicheleinheiten everywhere

Fühlten sich die ersten Male komisch an, ist es für mich mittlerweile aber zum Geheim-Tipp für guten Sex (ja, auch mit Partner) geworden: die Erkundung des gesamten Körpers. Anstatt lediglich die Klitoris oder Vulva im Fokus zu haben, bezieht die achtsame Praxis alle erogenen Zonen ein. Ihr wisst nicht, welche das sind? Nun, Berührung macht die Meister:in. 😏

3. Im Moment (an)kommen

Achtsamkeit heißt auch, im Jetzt zu sein. Deswegen bleibt beim mindful masturbating im Moment. Denkt nicht daran, wo ihr mit euren Berührungen hinwollt. Nehmt euch den Druck, unbedingt zum Orgasmus kommen zu müssen. Remember: Der Weg ist das Ziel. Und eure Lust der Höhepunkt.

4. Mehr Luft, mehr Lust

Als Yogi setze ich schon länger auf einen bewussten Atem, wenn ich auf der Matte stehe. Während meines „Tests“ habe ich diesen einmal mit ins Bett genommen und sofort gemerkt: es wirkt!

Versucht – als „Mindful Masturbation Start“ – jeden Atemzug möglichst tief in euch aufzunehmen: Spürt, wie kühle Luft durch eure Nasenlöcher strömt. Wie sie nach und nach eure Lunge füllt. Und wie sie beim Ausatmen durch euren gesamten Körper zirkuliert.

Es braucht ein paar Versuche, bis ihr den energetischen Flow wahrnehmen könnt. Doch glaubt mir: Wenn es so weit ist, werdet ihr es direkt merken.

Bringt’s die Mindful Masturbation wirklich?

Mal ganz davon abgesehen, dass der Orgasmus ja eigentlich gar nicht das Ziel der achtsamen Masturbation ist, lasst mich euch eins sagen: OOOM MY GOD. Wenn das Self-Love ist, dann liebe ich mich stärker als jemals zuvor.

… im doppelten Sinne! 😌

Credits: Unsplash

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