Sechs Stunden arbeiten an vier Tagen die Woche? In Finnland könnte das Realität werden

Es ist ein Szenario, von dem die meisten Arbeitnehmer nur träumen können: Um 15 Uhr bereits Feierabend machen, den kompletten Freitag zuhause verbringen – und dabei trotzdem ausschlafen und das Wochenende genießen können. Klingt nach einer absoluten Utopie. Und ist in der Realität für die meisten momentan wohl nur schwer umsetzbar. Denn wer sich diese arbeitsfreie Zeit „gönnt“, dem bleibt meist nicht genug Geld für das dazugewonnene Leben.

Genau diesen Zusammenhang will die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin in ihrem Land jetzt aber gerne ändern. Sie spricht sich anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Sozialdemokratischen Partei für die 6-Stunden-Tage in einer 4-Tage-Woche aus. Ein gravierender Vorstoß. Denn obwohl in vielen Ländern bereits hitzig diskutiert wird, ob eine solche Arbeitsreform zu mehr Produktivität führen könnte, wurden bisher nur wenige Überlegungen auch wirklich realisiert.

Ist die verkürzte Arbeitswoche bald Normalität?

Auch in Finnland herrscht momentan noch das klassische 40-Stunden-Modell vor. Nicht mehr lange aber, wenn es nach der 34-jährigen Regierungschefin geht. „Ich glaube, die Menschen verdienen es, mehr Zeit mit ihren Familien, ihren Angehörigen, mit Hobbys und anderen Aspekten des Lebens wie Kultur zu verbringen. Das könnte unser nächster Schritt im Arbeitsleben sein“, wird sie von der „New Europe“ zitiert.

Gefordert wird von ihr und der Koalition ein Testlauf, ausgerollt auf ganz Finnland. Um zu schauen, wie zukunftsträchtig das verkürzte Arbeitsmodell sein kann.

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Hoffnung geben dabei einzelne Firmen, wie etwa Microsoft, die in Japan bereits intern das dreitägige Wochenende dauerhaft etabliert haben. Mit Erfolg. Laut dem „Stern“ stieg dort die Produktivität der Mitarbeiter um ganze 39,9 Prozent an.

Von der Aussicht auf mehr Freizeit und einer Möglichkeit des komprimierten, konzentrierten Arbeitens können Unternehmen also sogar profitieren – es muss nicht sofort den wirtschaftlichen Abschwung bedeuten. Auch eine erste Bilanz aus Schweden bestätigt diese Vermutung. Vor zwei Jahren wurde dort der 6-Stunden-Tag eingeführt. Heute sind die Arbeitnehmer nicht nur produktiver, sondern auch gesünder und zufriedener.

Es kann der Ministerpräsidentin also kaum verübelt werden, eine solche Entwicklung auch für ihr eigenes Land sehen zu wollen. Und doch bleibt sie damit belächelte Vorreiterin. Wir selbst können bislang also lediglich die Daumen drücken. Und gaaaaanz unauffällig auch in Richtung unserer eigenen Regierung hüsteln. Oder wo können wir alternativ noch gleich den nächsten Finnisch-Kurs belegen?! 😅

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