„M.O.M. – Milf oder Missy“ ist das Schlimmste, was es derzeit an Trash-TV gibt

Jetzt ist es passiert: Das Streamingportal Joyn ist auf den Zug der Reality-Formate aufgesprungen und hat sich wie viele anderen zuvor an einer Dating-Show versucht.

Kein Wunder eigentlich, Netflix beweist schließlich aktuell, wie sehr das Geschäft boomt. 💥 Allein „Love is Blind“ und „Finger weg!“ fesselte Zuschauer weltweit völlig hingerissen vor die Bildschirme – und tut es noch immer. 😜

Ob „M.O.M. – Milf oder Missy“ das allerdings auch schaffen wird, ist allein bei diesem Namen schon mehr als fragwürdig. Denn sorry, aber wie bitte? „M.O.M – Milf oder Missy“? Das hört sich wie pubertäres Teenie-Geprahle auf dem Schulhof an und nicht wie ein Dating-Show-Titel, der heute – in Zeiten von Female Empowerment und Feminismus – tatsächlich ernst gemeint ist.

Doch das ist er. Und die ersten zwei Folgen der neuen Joyn-Dating-Show sind bereits online zu bewundern. Und ich sag’s mal so: die Versuchung für mich kleine Trash-Nudel war einfach zu groß. 😆

Also hab ich mich gestern Abend mit ’nem Gläschen 4€-Lidl-Wein (das kleine Detail werdet ihr noch verstehen) vor meinen Laptop geheftet und mir den Auftakt von „M.O.M. – Milf oder Missy“ reingezogen

… damit ihr es nicht machen müsst. Oder damit ihr zumindest wisst, worauf ihr euch einlasst! 😅

Und ein Twitter-User hat es vorab eigentlich schon ganz schön beschrieben: „Ich hab gar nicht genug Tische, auf die ich meinen Kopf hauen will.“ 🤣 Und ja, da ging’s mir ähnlich. Denn dieses ganze Format schreit so sehr nach ekelhafter Klischee-Keule, dass es fast schon wehtut.

Junior und Senior suchen Milf oder Missy aka Frau fürs Leben

Aber ich fange vorne an, damit ihr auch versteht, worum es genau geht. Obwohl… vielleicht lasse ich an dieser Stelle auch einfach direkt Constantin Entertainment, die Produktionsfirma dahinter, sprechen: „Ein 50-jähriger Mann, der mit einer Frau Anfang 20 zusammen ist… keine große Sache. Aber was ist mit einer reifen Frau, die mit einem viel jüngeren Mann ausgeht? Sind Geld und Erfahrung attraktiver als Jugend und ein sexy Körper? Ist das Alter wirklich nur eine Zahl?“

Ja, mit diesen Worten wird „M.O.M.“ online angeteasert. Zwei Männer suchen also ihre „Traumfrau“ – und das kann entweder ’ne Milf oder ’ne Missy sein. So, und genau hier dreht sich mir schon der Magen um. Denn nur kurz zur Erklärung: Die werten Herren haben also die Auswahl zwischen „jungen, sexy“ Fräuleinchens (zwischen 24 und 28) oder Muttis, die man gerne fic*** will. Denn genau das steckt streng genommen dahinter (MILF = ‚Mothers I’d Like to Fuck‘). Dass einige dieser „Milfs“ (alle übrigens zwischen 35 und 50) nicht mal Kinder haben, sei mal nur so nebenbei erwähnt. Und ich will es ja fast gar nicht sagen, aber das heißt dann doch so viel wie: Mom hin oder her… Hauptsache fickbar?!?! 🤦‍♀️

Lassen wir das hier so stehen, ehe ich noch ’ne Stressfalte krieg, und kommen jetzt lieber zu den zwei Männern, die sich im Gegensatz zu den Frauen übrigens nicht mit total wertenden Namen rumschlagen müssen, sondern einfach nur als „Senior“ und „Junior“ beschrieben werden. Wow.

Da hätten wir also einmal „Senior“ Felix (57), der „erfolgreiche, seriöse“ Architekt aus Berlin… der „Gentleman, der sich jeden Luxus leisten kann“ (ja, ich hab mitgeschrieben). Und dann noch „Junior“ Marco (28) aus München, der Traumtyp, wie aus dem Bilderbuch – jung, mit Lust auf Abenteuer“.

Und beide suchen nun also bei „M.O.M.“ ihr perfektes Gegenstück oder wie Marco es so schön im Einspieler formuliert: „Ich hoffe, dass ’ne Milf oder Missy meine Frau wird!“ Jaaa, er wünscht sich nicht einfach eine Frau, sondern eine Milf oder Missy als Frau. Die Spezialisierung muss schon sein.

Und auf diesen zwei Grüppchen mit ihren besonderen Merkmalen wird schon in der ersten Folge von vorne bis hinten krampfhaft drauf rumgeritten. Erst nämlich werden Felix und Marco die „Milfs“ in einem komischen, dunklen Hotelkeller (so sah’s zumindest aus 😅) präsentiert, also die „gut ausgebildeten, selbstbewussten Frauen, die wissen, was sie wollen“ und dann die „Missies“.

Und die werden echt wie folgt von der Stimme aus dem Off angeteasert: „Wie sieben zauberhafte Engel, die zur Erde gleiten… die junge Mom-Variante… natürlich die absoluten Schüsse“. Sorry, aber ich kriege da wirklich das Kotzen. 😆

Und dieser leichte Brechreiz hat sich auch im Verlauf der ersten und zweiten Folge nicht eingestellt. Und ich erspare euch jetzt mal die ersten Smalltalk-Versuche nach dem Kennenlernen oder die qualitativen ersten Einschätzungen der Frauen (eine Missy so: „Ich würde den Sugardaddy nehmen…“ … die andere so „Ja, Felix ist schon alt… schon krass, dann geht er ja bald in Rente…“) und komme zu den ersten zwei Mini-Dates der Herren, die deutlich machen, worum es in dieser Show nämlich eigentlich nicht. Und das ist nicht das Alter, sondern die Frage, wie wichtig Status und Money, Money, Money wirklich sind.

Während Felix davon nämlich augenscheinlich mehr als genug hat (und das auch in jeder weiteren Sequenz mindestens zehnmal betont wird, wie zum Beispiel beim Köpfen seines schicken 1500€-Weinchens – Standard 😏), versucht Personaltrainer Marco eben eher mit seiner kecken Art und seinem Sinn für Abenteuer zu überzeugen.

Die Frauen haben also quasi die Wahl zwischen dem hotten Junggesellen und dem (ganz plump gesagt) reichen Knacker.

Und an dieser Stelle muss ich einfach mal kurz Amy, eine der „Missies“, zitieren. Als die nämlich mit den anderen Girls ihrer „Gruppe“ in ’ner schicken Limo Prosecco-schlürfend zu Felix kutschiert wird (in Folge 2 dürfen die Damen direkt mal die Wohnungen der Boys besichtigen) und alle völlig ausrasten, kommt von ihr nur: „Ach so, jetzt ist es plötzlich doch kein Problem mehr, dass er über 50 ist?!“

Tja, offensichtlich lässt genug Cash dann doch mal ganz schnell bei einigen alle Ansichten über Bord werfen. Die Luxus-Bude von Felix hat da sicher den letzten Anstoß gegeben. Derweil haben die „Milfs“ übrigens Marcos kleine Junggesellen-Butze untersucht und anschließend noch ’ne kleine, sehr feuchtfröhliche Party geschmissen, während Felix seinen „Missies“ etwas dekadenter seine Freunde vorgestellt hat.

Und spätestens bei dem Kommentar einer dieser Freunde „Ich hatte gar keine Lust, mich mit denen zu unterhalten“ (es ging darum, was Felix denn mit solchen jungen Dingern wolle…), war bei mir endgültig Schluss. 😤 Ja, da ist der Puls nochmal nach oben gegangen. 😆

Also Leute, ich fass die Sache mal so zusammen: „M.O.M. – Milf oder Missy“ ist so ziemlich das klischeebehafteteste und sexistischste, was Reality-TV derzeit so zu bieten hat. Ob ich mir also noch ’ne dritte Folge (immer freitags auf Joyn) reinziehen werde, wage ich dann doch zu bezweifeln. Da muss mir schon sehr, sehr langweilig sein. 😂

Und außerdem sträuben sich mir bei diesen Kerlen wirklich die Nackenhaare. Marco geht ja noch, obwohl ich doch sehr bezweifle, dass einer, der noch nie ’ne Freundin hatte, weil er laut eigener Aussage nichts verpassen und stattdessen lieber Party machen und mit seinen Boys zum Spring Break wollte) jetzt wirklich auf einmal die Frau fürs Leben sucht… aber Felix schießt für mich den Vogel ab. Dieser Typ denkt mit seinen Kröten aufm Konto wirklich, dass er den Allerdicksten hat. Und seine durchgängige Prahlerei von Autos, Partys und wie toll er doch ’ne Schampusflasche öffnen kann, sind wirklich ekelhaft. Bei diesem überschätzten Ego würde sogar Kanye West Komplexe kriegen.

Also nein, danke, Joyn, das mit den Dating-Shows musst du nochmal üben!

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