Costa Rica und Sri Lanka it is! Warum wir am Earth Day über die nachhaltigsten Länder sprechen wollen

Häufig geht es um wirtschaftliche Faktoren, um das Durchschnittseinkommen oder eine hohe Lebenserwartung – wenn von der „Entwicklung“ eines Landes gesprochen wird. Die harten Zahlen und Fakten eben.

Dass bei einer solchen Rechnung der jeweilige Einfluss auf die Umwelt und unsere Umgebung außer Acht gelassen wird, scheint beinahe unumgänglich zu sein. Wo sollen die Emissionen und verbrauchten Ressourcen da schließlich noch mitgedacht werden?!

Umso wichtiger also, am heutigen Tag der Erde mal in die andere Richtung zu schauen. Denn eine positive Entwicklung sollte längst nicht mehr nur durch den Profit gekennzeichnet sein. Um diese These zu verdeutlichen, entwickelte der Anthropologe Jason Hickel eine eigene Messskala – den Sustainable Development Index. Und der stellt tatsächlich so einiiige altbekannte Ranking-Ergebnisse ganz schön auf den Kopf.

Dort stehen Costa Rica und Sri Lanka nämlich auf den ersten beiden Plätzen. Zwei Länder, denen – unter bisherigen Gesichtspunkten – eher eine mittelmäßige Entwicklungsrate bescheinigt wurde. Deutschland dagegen liegt im SDI abgeschlagen auf Platz 134.

Wie definiert sich die Nachhaltigkeit eines Landes?

Um zu verstehen, was diese Nachhaltigkeit nun aber ausmacht, müssen wir uns die Kriterien des Index einmal genauer anschauen. Der „Sustainable“-Ansatz soll dabei nämlich eine Erweiterung für den deutlich gängigeren Human Development Index sein. Mit diesem wird bereits seit 1990 der Entwicklungsstand von Menschen eines Landes weltweit bestimmt. Ausschlaggebend sind dabei (bisher!) die Kategorien Lebenserwartung, Ausbildung und Kaufkraft.

Mit dem SDI könnte dieser (Wohlstands)Indikator nun um die Bereiche eines materiellen Fußabdrucks und der durchschnittlichen Treibhausgasemissionen erweitert werden. Beide Werte fallen in Ländern wie Sri Lanka und Costa Rica, aber auch Georgien und Armenien, vergleichsweise gering aus. Die Menschen dort verschwenden also weniger Ressourcen und leben – ökologisch gesehen – weniger über ihre Verhältnisse hinaus. 

Der Sustainable Development Index misst neue Kriterien

Zur genauen Rechenformel geht’s hier

In einer Welt, die sich klimaneutral entwickeln sollte, um bestehen zu können, sind das definitiv keine zu vernachlässigenden Werte (mehr). Gerade jene Länder, die nach dem HDI bisher besonders hoch gerankt wurden, sollten ihren ökologischen Fußabdruck also möglichst verringern, um auch zukünftig noch als „gut entwickelt“ zu gelten.

Natürlich lässt sich das eine dabei nicht getrennt vom anderen betrachten. Denn wenn die Bewohner*innen durchschnittlich weniger Einkommen haben, können sie mit ihrem Konsum auch weniger zur Klimakrise beitragen. Gerade deshalb ist es aber wohl auch so wichtig, beide Messwerte in Relation zu sehen:

„Die [nach dem SDI hoch gerankten] Länder weisen in der Regel einen relativ hohen ökonomischen Entwicklungsstandard bei niedrigem Ressourcenverbrauch auf und können als Vorbilder für ärmere Länder dienen, Entwicklung und Konsum voneinander zu entkoppeln. Für reichere Länder ist der Weg nach oben im Ranking dagegen, Emissionen und Konsum stark zu reduzieren.“, paraphrasiert die taz den Antrophologen.

Entwicklung darf nicht nur profitorientiert sein

Im besten Fall sollten wir also gerade wegen unseres Lebensstandards daran arbeiten, auch in umweltrelevanten Themenbereichen voran zu kommen – um so unser Ranking zu verbessern. Platz 134 kann da nun wirklich nicht der Anspruch sein. Und für die gesunde Entwicklung des Planeten? Schauen wir uns doch gerne den ein oder anderen Tipp von anderen ab. Weil Rankings eben nicht nur bewerten sollten. Sondern im besten Fall einen gesunden Lerneffekt mit sich bringen können.

In diesem Sinne… 

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