Die neue Netflix-Serie „When They See Us“ ist aufwühlend, erschütternd und kaum zu ertragen…

Ich habe gerade sooo viele Emotionen in mir, dass ich eigentlich gar nicht genau weiß, wie und wo ich am besten anfangen soll. Vielleicht damit, dass ich unglaublich sauer, schockiert und traurig zugleich bin? Darüber, wie furchtbar ein Justizsystem versagen kann? Darüber, wie unfassbar präsent Rassismus in unserer Welt war und leider auch noch bis heute ist? Darüber, wie korrupt Polizeiarbeit anscheinend ablaufen kann?

„When They See Us“ ist schwer zu verarbeiten…

Ja, jedes dieser Beispiele trifft zu. Und dieses mulmige Gefühl hält sich wie ein zähes Kaugummi in meinem Bauch fest, seit ich mir die ersten Folgen der neuen Netflix-Serie „When They See Us“ (nachdem die Reaktionen im Netz einfach SO krass waren – aber dazu gleich nochmal mehr) angeschaut habe. Eine Serie, die bis ins Mark geht und die noch dazu die bittere Realität abbildet.

Ja, „When They See Us“ ist die wahre Geschichte von fünf jungen Teenagern, die zu Unrecht für ein Verbrechen verurteilt wurden, das sie nie begangen haben. Ein Verbrechen, das mittlerweile bereits 30 Jahre zurückliegt und das vielen vielleicht unter dem Namen „Central Park Five“ ein Begriff sein könnte.

Damals, am 19. April 1989 um genau zu sein, wurde eine junge Frau im Central Park aufs Brutalste vergewaltigt, verletzt und bewusstlos zurückgelassen. Einige Jugendlichen, die sich zur selben Zeit im Park aufhielten, wurde daraufhin von der Polizei aufgescheucht. Viele von den Kids konnten abhauen, fünf Teenager aus dem Stadtteil Harlem jedoch wurden von den Beamten aufgegriffen und verhört.

„Es musste ein Schuldiger her. Und zwar egal, um welchen Preis …“

Obwohl Verhör an dieser Stelle wohl kaum das richtige Wort ist. Ganz im Gegenteil sogar! Die Jungs (alle gerade mal zwischen 14 und 16 Jahre alt) wurden angeschrien, eingeschüchtert und ohne jeglichen Erziehungsberechtigten befragt. Fäuste wurden auf den Tisch geknallt, Worte im Mund herumgedreht und die Wahrheit so hingebogen, wie es den Beamten gerade in den Kram passte.

Denn eins war klar: Es musste ein Schuldiger her. Und zwar egal, um welchen Preis. Ein Preis, der diesen Teenagern schließlich für viele viele Jahre die Freiheit kostete. Denn am Ende waren die jungen Männer so verängstigt, dass sie ein Geständnis ablegten und sich für die Polizei sogar eine erfundene Geschichte zur Tat herbeifantasierten.

Das Schlimme daran? Keine Geschichte passte zu der anderen. Spuren fehlten. Die Indizienlage war mau, wenn eigentlich sogar überhaupt nicht vorhanden. Und trotzdem wurden die Fünf weiterhin wie Schwerverbrecher behandelt.

Eine rassistische Hexenjagd auf allen Ebenen…

Denn eine Sache sprach für die Polizei, das Gericht und eigentlich halb Amerika von Anfang an gegen die Jungs: ihre Hautfarbe. Denn vier der Angeklagten waren, bzw. sind schwarz. Einer ist Latino. Die perfekten Opfer also, um der „weißen Presse“, wie sie in der Serie an einer Stelle genannt wird, schnell einen Schuldigen zu präsentieren. Um die Menge draußen zu besänftigen.

Denn natürlich war auch der Prozess nichts als eine reine Farce, die das Leid der Jungs eigentlich nur noch auf die Spitze trieb. Und Leute: Als die Fünf verurteilt und in allen vorgetragenen Punkten für schuldig befunden wurden, habe ich innerlich geschrien… genau wie es die Familien dieser jungen Männer auch taten. Ja, dieser Moment zerreißt einem das Herz und ist eigentlich kaum auszuhalten.

Wie eigentlich kaum ein Moment in dieser Serie… und ich habe bis jetzt erst zwei Folgen geschaut (zwei weitere kommen noch). Ja, „When They See Us“ ist eine fast schon brutale Kost, die die Regisseurin Ava DuVernay da geschaffen hat. Und Szenen, wie die, in der Donald Trump – damals noch Immobilienmogul – in einem öffentlichen Beitrag die Todesstrafe für die Angeklagten fordert, lässt die Abscheu in einem nur noch um ein Vielfaches ansteigen…

Und ich habe fast schon etwas Angst davor, wenn ich über die letzte Folge nachdenke, in der der Angeklagte Korey Wise im Mittelpunkt stehen soll. Als Einziger unter den Angeklagten war er nämlich zum Zeitpunkt der Tat schon 16 und wurde nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Und das, obwohl Korey eigentlich gar nicht auf der Liste der Polizei stand und nur mit aufs Präsidium gekommen war, um seinen Freund Yusef Salaam (ebenfalls Verurteilter) zu unterstützen. 😩 Seine furchtbare Zeit im Gefängnis soll im Zentrum der letzten Folge stehen…

Eine erschütternde Serie, die das ganze Netz bewegt!

Also, man dürfte es vielleicht herausgelesen haben: „When They See Us“ gehört definitiv zu den aufwühlendsten Serien, die ich in diesem Jahr bis jetzt geschaut habe. Und ich hätte nach all den Reaktionen, die ich vorab im Netz gelesen habe, zwar damit gerechnet, dass es schlimm werden würde… aber nicht, dass es SO SCHLIMM wird.

Und damit ihr meine Gefühle vielleicht ansatzweise nachvollziehen könnt, kommen hier abschließend noch die emotionalsten Reaktionen aus dem Netz. Reaktionen, die echt sind. Das kann ich nach „When They See Us“ mit Bestimmtheit sagen…

„Habe gerade ‚When They See Us‘ zu Ende geschaut. Episode 4 hat mich gebrochen…“

Der schlimmste Part an ‚When They See Us‘ ist, dass man weiß, dass das nur eine Geschichte ist. Tausende schwarze, junge Männer sitzen in diesem Moment für Verbrechen im Gefängnis, die sie nicht begangen haben.“

„‚When They See Us‘ war mit Abstand eine der schwierigsten und wichtigsten Serien, die ich seit langer Zeit geschaut habe. Ich habe die komplette Zeit geheult… aber während Episode 4 haben meine Tränen einfach alles überschwemmt. Kindheit gestohlen, Leben für immer verändert. Kein Geld der Welt wird jemals genug sein, um diesen Schaden zu beheben.“

Abschließendes Statement, das ich nur unterschreiben kann:

Seht hier den Trailer zu „When They See Us“:

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