„Pam & Tommy“: Entertainment für uns – auf Kosten der mentalen Gesundheit von Pamela Anderson?

So in etwa muss das Gesicht der echten Pamela ausgesehen haben, als sie von der Serie erfuhr… Nur tausendmal schockierter.

Ist es in Ordnung, wenn emotionale Skandale noch einmal aufbereitet und durch Filme und Co. genutzt werden? Einerseits natürlich, um Zuschauer:innen zu informieren und auf etwas aufmerksam zu machen, manchmal jedoch geht es auch einfach rein um Entertainment. 

Im Falle der neuen Serie „Pam & Tommy“, gespielt von Lily James und Sebastian Stan und produziert von Hulu, ist genau diese Frage gerade ein groooßes Ding! Denn: Pamela Anderson soll das Werk über ihren geleaketen Sexfilm nie gewollt oder unterstützt haben. Bisher hat sie weder auf Nachfragen der Magazine, noch der Journalist:innen oder der Macher der Serie reagiert. Mehrere Stimmen aus ihrem nahen Umfeld gaben aber bereits an, dass die „Baywatch“-Actress „zutiefst verletzt“ sei.

„Es ist schockierend, dass diese Serie ohne ihre Zustimmung gedreht werden darf“, so eine Bekannte zu ET. Ein Insider verriet Us Weekly außerdem, dass die Schauspielerin „in keinster Weise“ in die Produktion von „Pam & Tommy“ involviert war und dass sie „nicht zuschauen“ wird, wenn die Serie veröffentlicht wird. Was ja bereits der Fall ist. Ist das so, weil sie alles noch einmal durchleben muss? Diese Verletzlichkeit und das Wissen, dass die gesamte Welt sie seit dem Skandal mit anderen Augen sah?

Entertainment für uns – der seelische Albtraum für Pam

1995 gelangte das Tape von Sexsymbol Pam und ihrem damaligen Mann Tommy Lee durch einen Filmverleih an die Öffentlichkeit – für die junge Pam begann ein richtiger Albtraum. Die Aufmerksamkeit, die der intime Sex-Film auf sie brachte, zwang sie beinahe in die Knie. Sie habe keine Lust mehr gehabt, andauernd über ihre Vagina zu reden, so die Kult-Blondine mal in einem Interview. Natürlich habe sie das Rampenlicht gemocht und fühle sich sexy und wohl in ihrem Körper – der seelische Schmerz, der durch die Grenzüberschreitung, den Diebstahl und die Veröffentlichung entstand, war allerdings ernstzunehmend tiefgreifend.

Mit an ihrer Seite sind jetzt ihre Familie und Freund:innen. Courtney Love beispielsweise bezeichnete via Facebook-Post die Serie als „f*cking outrageous“ und fügte hinzu, dass der Skandal von 1996 und die anschließenden Rechtsstreitigkeiten „das Leben meiner Freundin Pamela zerstört haben“.

„Thank you“ – das denkt sich die echte Pam Anderson sicher erstmal nicht.

Das nun also alles noch einmal zu durchleben und eben wieder alle Welt über ihre Vagina sprechen zu sehen, das könnte zu Trigger-Situationen und psychischen Belastungsproben führen, die für uns alle unvorstellbar ist. Die Macher der Serie haben Pamela mit einbinden und ihr respektvoll zeigen wollen, dass die Geschichte nun noch einmal richtig erzählt werden würde. So lautet es zumindest in einem Statement. Je nach Betonung des Wortes richtig fragt sich hier wohl der/die eine oder andere, ob es wirklich okay ist, auf die seelischen Kosten einer öffentlichen Person, alles noch mal von vorne bis hinten zu zeigen.

Und noch eine Sache dürfen wir nicht vergessen: 1995 gab es noch kein Social Media, keine #metoo-Bewegung und einfach deutlich weniger Gehör von solchen persönlichen Übergriffen. Irgendwie schien es fast so, als sei man davon ausgegangen, dass Pamela das so gewollt oder provoziert habe – einfach nur durch ihre Art.

Würde der Skandal also heute passieren, genau in diesem Moment, dann gäbe es mit großer Wahrscheinlichkeit zumindest in irgendeiner Form ein Bewusstsein für ihre Situation, Unterstützung und eine Bewegung zum Schutz ihrer Rechte als Person – und als Frau. Zumindest sollte man das meinen. Aber ist es nicht eben genau so, dass der Skandal jetzt noch mal geschieht, zumindest medial? Dass eben alle Fakten über die Story wieder überall zu lesen sind, so wie auch in in diesem Artikel hier gerade? Von Bewusstsein gegenüber der seelischen Gefahr für Pamela sind wir weit entfernt.

Stattdessen wird nun aktiv dabei zugesehen, wie die eher zurückgezogene Schauspielerin alles ein zweites Mal erlebt. Die Aufmerksamkeit, aber auch die Erinnerungen an diese schlimme Zeit. Und weil es eine Serie ist und der Skandal schon länger in der Vergangenheit liegt, zählt das einfach nicht mehr? Oder wie kann man das verstehen? Deshalb kann sie das jetzt ab und es ist eine andere Situation? Das ist doch sehr schwer nachvollziehbar.

Und auch wir alle tragen unseren Teil dazu bei. Indem wir über die Serie berichten, Artikel schreiben, das Thema am Leben halten. Durch das Interesse an den beiden Stars und ihrer krassen, außergewöhnlichen Beziehung – ihrem Kultstatus eben. Für Tommy schien die Serie übrigens okay gewesen zu sein. Nur Pam, die muss wahrscheinlich jegliche Medien und Plattformen erst mal meiden, um dem Trigger zu entkommen und sehr gut auf sich selbst und ihre mentale Gesundheit aufpassen. Ja,… Wir alle tragen dazu bei – rein für unser Entertainment. Für eine Person auf der Erde ist dieses Entertainment jedoch ein absolutes Trauma.

Ein abschließender Gedanke: Ein Sex-Tape wird ohne Einverständnis veröffentlicht und damit werden Unmengen an Geld verdient, von dem Pamela nichts bekam. Und Jetzt? Gibt es eine Serie über das Sex-Tape, ohne ihr Einverständnis und es werden Unmengen an Geld damit verdient, von dem sie nichts bekommen wird. Ja, die Geschichte wiederholt sich…

Credits: Giphy, Instagram, Instagram

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