Wie diese Schule Perioden-Shaming betreibt und dafür (zurecht) einen heftigen Shitstorm kassiert

Wisst ihr noch, wie ihr zum ersten Mal eure Periode bekommen habt? Jede meiner Freundinnen und ich haben unsere ganz persönliche (unschöne) Story dazu. Heute können wir alle herzlich darüber lachen, wenn wir uns gegenseitig diese Erlebnisse erzählen.

Damals war uns allerdings eher zum Heulen zumute. Die Flecken auf der weißen Jeans, inklusive Blutlache auf den Stühlen, waren da noch das Harmloseste. Stellt euch nun vor, eure Lehrerin hätte euch genau dafür geblamed und euch dann auch noch unterstellt, ihr würdet eure Periode als Ausrede benutzen, um den Unterricht zu verpassen?

Genau das ist jetzt an einer Schule in Oxford passiert, was – verständlicherweise – einen enormen Shitstorm ausgelöst hat.

Die Schule schickte nämlich eine E-Mail an die jungen Schülerinnen und Schüler, mit der Message, dass die „Perioden-bedingten Probleme“ kein Grund seien, zu Hause zu bleiben, wie Tyla zitiert. „Der Umgang mit monatlichen Unannehmlichkeiten gehört zum Frau-Sein dazu“, schrieb die Zuständige der sechsten Klasse und Vize-Schulleiterin Dr. Jackie Watson. Dieses Statement befeuerte bei den Schülerinnen und Eltern, wie wir finden zurecht, heftige Gegenargumente!

Hier sind nur drei Beispiele:

„Ich persönlich habe während meiner Periode so starke Krämpfe, dass ich kaum gehen kann!“

„Manchmal wird mir so schwindelig, dass ich ohnmächtig werde oder mich übergeben muss – offensichtlich bin ich dann nicht fit genug für die Schule.“ 

„Natürlich müssen wir als Frauen Wege finden, damit umzugehen, aber manchmal sind die Schmerzen zu groß, um damit umzugehen.“

Ich kann es kaum fassen, dass das 2020 noch ein Thema an den Schulen sein muss. Da können wir die Enttabuisierung der Menstruation noch so sehr pushen – und dann kommen da irgendwelche Autoritätspersonen oder vermeintliche Vorbilder vorbei und machen alles wieder kaputt. Klar, es gibt sicherlich auch Mädels, die ihre Periode als Vorwand benutzen, um die Schule oder den Sportunterricht zu schwänzen, jedoch sollte die Schule diese Fälle nicht pauschalisieren. Also an die Mädels, die ihre Periode schon mal vorgeschoben haben: Leider schadet ihr damit nur den Girls, die jeden Monat echten Pain erleben müssen. Ich rede hier von Krämpfen, die so stark sind, dass man kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Krämpfe, bei denen man kaum noch weiß, wie man liegen, geschweige denn sitzen oder stehen soll. Und ich meine die Mädels, die so doll bluten, dass sie im 30-Minuten-Takt ihren Tampon etc. wechseln müssen. All jene müssen nun eben „damit umzugehen lernen“. Das kann doch nicht deren Ernst sein?!

Eventuell hätten wir uns so einen Move von einem alten, ignoranten Mann vorstellen können, aber das sowas von einer Frau kommt, nervt uns dann doch umso mehr. Wenn Frau Dr. Watson, eine der gesegneten Frauen ist, die kaum etwas von ihrer Periode merkt, dann „lucky she“, aber etwas mehr Reflexion und Empathie wäre schon angebracht – gerade als Pädagogin.

Ein bisschen mehr Empathie bitte!

„Die Tatsache, dass Dr. Watson die E-Mail auch an die gesamte sechste Klasse gesendet hat, einschließlich der Jungen, lässt die Jungen nur denken, dass es nicht so schlimm ist und dass sie kein Verständnis dafür haben brauchen.“ Und es ist wahr, solche Aussagen führen letztlich dazu, die Ignoranz der Boys zu dem Thema zu unterstützen. Denn diese werden, wenn nicht sogar schon früher, durch ihre Mütter oder Schwestern, in dieser Zeit zum ersten Mal mit der weiblichen Periode konfrontiert. Sollte dann nicht gerade in Schulen mit gutem Beispiel vorangegangen und den Schülern so ein offen und verständnisvoller Umgang mit der Menstruation vermittelt werden?

„Ich fühle mich nun sehr unwohl, wenn ich an meine nächste Periode denke und wie ich damit in der Schule umgehen soll und ich denke das geht den meisten Mädchen so“, ergänzte ein Mädchen zum Thema. Sie und alle anderen Mädels werden sich wahrscheinlich nun in Zukunft mega unwohl und vielleicht auch hilflos fühlen, wenn sie ihre Periode bekommen und in die Schule gehen müssen, obwohl sie vor Schmerz kaum denken können.

Konstruktive Kritik ist was Anderes, Frau Dr. Watson !

Credits: Vulvani, Vulvani

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