Personal Trainer Dalton Wong: „Wenn du einen Keks möchtest, iss einen Keks!“

Der Mann weiß, wie man einen hollywoodreifen Körper bekommt: Personal Trainer Dalton Wong hat Jennifer Lawrence für X-Men und Kit Harrington für Game of Thrones fit gemacht. Außerdem hat er ein Buch mit dem vielversprechenden Titel „The Feelgood Plan. Happier, Healthier and Slimmer in 15 Minutes a Day“ geschrieben. Die Idee dahinter: Wer sich gut fühlt, sieht auch toll aus. Das Vorwort schrieb keine Geringere als JLaw selbst. Mit dem Mann mussten wir natürlich unbedingt sprechen!

Très Click: Was ist der erste Schritt zu einem besseren Leben?

Dalton Wong: Du musst herausfinden, was du verbessern möchtest. Es muss eine Motivation geben. Ich hatte auch einen Grund, mein Buch zu schreiben: Meine Tochter ist zehn, kam eines Tages nach Hause und erzählte mir, dass die anderen sie „fett“ genannt hatten. Für sie wollte ich einen „Feelgood Plan“ haben. Etwas, mit dem sie sich gut fühlen kann, wenn sie alt genug ist, es zu lesen.

Sind deine Kinder beeindruckt von deinem Job als Startrainer?

Überhaupt nicht. Sie finden es nicht mal besonders cool.

Kennen sie denn JLaw?

Ja, aber sie haben sie länger nicht gesehen. Sie reist viel, deswegen treffen wir uns nicht mehr so oft wie früher. Kit sehe ich regelmäßiger, er lebt in London. Wenn er hier ist, trainiere ich ihn zwei- bis dreimal die Woche.

Mit 15 Minuten leichtem Training kann ich aber nicht aussehen wie Jennifer Lawrence in X-Men?!

Nein, das ist aber auch nicht das Ziel. Wenn du jeden Tag 15 Minuten machst, wirst du schnell bei 30, 45 oder 60 Minuten sein. Es geht um kleine Veränderungen. Leute, die aussehen wie Jennifer oder Kit, machen einfach sehr viele Dinge sehr richtig. Sie trainieren viel, essen sehr gut, haben Stress im Griff. Für alle, deren Karriere nicht darüber definiert ist, wie sie aussehen, ist das aber nicht auf diesem Level nötig.

Trainierst du mit Stars anders als mit deinen „normalen“ Kunden?

Nein, alle meine Klienten sind gleich für mich. Es ist auch grundsätzlich das selbe Programm für alle. Manchmal ist es nur etwas intensiver – wie bei Kit oder Jennifer.

In deinem Buch versprichst du, dass man nur 15 Minuten am Tag benötigt, um sich glücklicher, schlanker und gesünder zu fühlen…

Die meisten Leuten haben nicht viel Zeit, wenn sie dann noch ins Fitnessstudio müssen, bedeutet das sehr viel Stress für sie. Trainieren sollte aber keinen Stress bedeuten, es sollte Spaß machen und im Leben helfen.

Was muss ich denn in diesen 15 Minuten machen?

Etwas, das für dich in diesem Moment möglich ist. Das kann laufen sein, konkrete Übungen aus meinem Buch oder Rad fahren. Es geht darum, überhaupt etwas zu tun.

Wie würdest du jemanden zum Training motivieren, der keinen Sport mag?

Gar nicht (er lacht). Nein, ehrlich, wenn jemand nicht mag, dann muss er auch nicht. Aber viele Leute mögen Gruppenaktivitäten oder spielen gern: Tennis zum Beispiel. Man muss etwas finden, das man leidenschaftlich mag, dann funktioniert das auch.

Man sieht Jennifer Lawrence öfter mit Fast Food in der Hand. Wie viel ist davon okay?

Wenn man 90 Prozent der Zeit sehr gut isst, sind die 10 Prozent, in denen man schlecht isst, nicht weiter schlimm. Meine Klienten essen aber in der Regel keine vier Burger hintereinander, sondern eher einen halben. Das ist immer relativ kontrolliert. Man muss sich bewusst sein, dass man selbst die Kontrolle darüber hat, wie fit und gesund man ist. Es gibt ja auch Abstufungen von „gut“. Zum Beispiel Salat: Die Version mit Mayonnaise ist nicht so toll, ein gekaufter Salat aus dem Supermarkt schon viel besser, ein selbstgemachter bunter Salat mit Avocado und Eiern super.

Und wenn ich unbedingt Kekse oder Chips essen möchte…? 

Dann iss sie. Aber nicht die ganze Packung. Am besten kauft man gar keine großen Eiscreme- oder Süßigkeitenboxen mehr. Es nützt nichts, wenn man sich etwas verbietet, das führt nur dazu, dass man später noch mehr davon isst. Auch Ersatz hilft nicht: Eine Möhre oder ein Apfel schmecken eben nicht wie Schokolade. Wenn du also einen Keks möchtest, iss ihn! Das ist wie beim Alkohol, der ist ja nicht verboten…

Was trinke ich denn an der Bar am besten?

Bier aus kleinen Flaschen, Rotwein aus einem kleinen Glas. Wenn es stärker sein soll, dann vielleicht einen Wodka mit frischer Limette. Und einfach immer ein Bier, ein Wasser, ein Bier, ein Wasser trinken. Dann wird es nicht so viel.

Interview: Tina Epking

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