„Phantastische Tierwesen 3“ verdient vielleicht kein Ohnegleichen, aber zieht dich dennoch in seine Magie

+++ Es folgen kleine Spoiler zu „Phantastische Tierwesen 3“ +++

Es gibt wohl kaum einen magischeren Weg, in eine neue Woche zu starten, als sich im Kino die Preview zum brandheißen „Phantastische Tierwesen“-Teil anzuschauen. Ja, ihr Lieben, genau das habe ich nämlich am Montagmorgen gemacht. Ich weiß, mein Job ist toll. 🙃 Und wenn ich eines aus dieser kleinen zauberhaften Reise schon dort mitnehmen konnte, dann, dass die Meinungen der Anwesenden nach dem Film nicht weiter hätten auseinander gehen können. Und auch im Netz spalten sich die Reaktionen. Während nämlich die einen das Comeback der Magie feiern, wollen die anderen den Macher:innen am liebsten für immer die Zauberstäbe aus den Händen reißen! Tja, und ich schwebe mit meinen Gefühlen irgendwie so dazwischen. Obwohl ich ganz klar sagen muss, dass „Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse“ definitiv der bisher beste Teil der Reihe ist. Und das alleine will ja schon etwas heißen. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser Film ja nicht unbedingt unter einem guten Stern stand. Erst die unschöne Sache mit Johnny Depp und seinem Rauswurf (lasst mich aber schon hier sagen, dass Mads Mikkelsen es als Grindelwald einfach nur gerockt hat – hab sogar kurz vergessen, dass im letzten Teil noch Depp an seiner Stelle war), nun ja… und dann natürlich noch der Skandal um J.K. Rowling. Ihre transfeindlichen Tweets hallen nun mal – zurecht – bis heute nach – und schweben wie eine dunkle Wolke über dem ganzen „Harry Potter“-Franchise.

Und klar, diese Gedanken konnte ich bei meinem Kinobesuch irgendwie auch nicht ganz abschütteln. Wobei ich auch sagen muss, dass das mit „Phantastische Tierwesen“ bei mir eh schon von Beginn an so eine kleine Hassliebe ist. Denn auch wenn ich die magische Welt liebe (ich bin halt damit aufgewachsen), hätte man meiner Meinung nach nach „Harry Potter“ einfach Schluss machen sollen. Denn an diese Geschichte kann einfach nichts rankommen. Und das konnte man in den ersten beiden „Fantastic Beasts“-Filmen irgendwie auch merken. Vor allem im zweiten Teil, der vor Logiklücken und verwirrenden Handlungssträngen kaum zu retten war. Diesem Fluch entgeht der dritte Teil.

Es geht endlich auch wieder mehr um das, was der Titel verspricht… Tierwesen!

Denn hier läuft definitiv einiges runder, was vielleicht unter anderem auch daran liegen mag, dass man Steve Kloves als Co-Autoren neben J.K. Rowling dazugeholt hat. Zwar wirkt der Film an der ein oder anderen Stelle dennoch etwas langatmig und überfüllt (einige Figuren und Nebenhandlungen bekommen kaum Zeit, sich genügend zu entfalten… andere Charaktere fehlen hingegen fast komplett, wie zum Beispiel Tina – why?!), aber es bleiben definitiv nicht so viele Fragen offen wie bei Teil 2. Da hätte man ja kurz mal ’ne Mindmap für den Durchblick gebrauchen können 😅 … und die Tierwesen (wonach die Reihe ja nun mal benannt ist) kamen ebenfalls zu kurz. Das schafft der dritte Teil besser. Denn irgendwie gelingt es dem Film, den Bogen zwischen den magischen Tierwesen und der Story, nämlich Dumbledores Geheimnissen und dem Kampf von Grindelwald, zu ziehen – und beides geschickt zu verbinden. Und das vor allem auch durch ein kleines Qilin – ein magisches Rehkitz-artiges (und unfassbar cutes) Wesen, das die Zukunft vorhersagen kann und merkt (hier wird’s wichtig), ob jemand gut oder böse ist. Ich will nicht alles spoilern, aber man hätte mich VORHER warnen müssen, dass dieser „Fantastic Beasts“-Teil nicht davor scheut, auch den Tierwesen etwas anzutun!! Hab immer noch Pipi in den Augen (ihr werdet sofort wissen, wovon ich spreche, wenn ihr im Kino sitzt). 🥺 Denn es liegt natürlich fast schon auf der Hand, dass Grindelwald als der eindeutig Böse ein solch wertvolles Wesen nicht einfach Dumbledore und Newt überlassen würde. Immerhin versucht er immer noch an die Macht zu kommen und alle Muggel zu vernichten… was Dumbledore ja gerne verhindern würde. Nur kann er nicht, weil die Zwei noch immer durch einen Schwur miteinander verbunden sind, den sie einst leisteten, als sie noch gemeinsam in die Zukunft blickten. Und verliebt waren.

Dumbledores „Geheimnisse“…

Denn ja, das, was schon im letzten Teil so komisch schwammig angeteasert und seither breit diskutiert wurde (wobei Rowling ja schon bestätigte, dass Dumbledore schwul ist), wird im 3. „Phantastische Tierwesen“-Teil nun endlich ganz direkt ausgesprochen. Grindelwald und Dumbledore waren als junge Zauberer ein Paar. Sie wollten die Welt verändern. Gemeinsam. Nur gründeten sich diese Ambitionen in Dumbledores Fall eben nur auf der blinden Verliebtheit zu Grindelwald, was er diesem direkt zu Beginn des Filmes (sie treffen sich in einem Café) auch versucht zu erklären. Sichtlich angespannt. Und ich weiß gar nicht, wie ich es am besten beschreiben soll, aber diese anfängliche Szene – mit den beiden Männern voreinander (verbunden durch ihren Schwur und sicher auch noch immer durch einstige Gefühle zueinander und eben doch auf anderen Seiten) – ist in ihrer Stille so deep, dass sie einem in Erinnerung bleibt. Denn sie wirkt nicht nur wie die Ruhe vor dem Sturm, sondern zeigt auch deutlich, wie innerlich zerrissen und angreifbar Dumbledore ist. Wie er sich aufgrund von falschen Entscheidungen als junger Zauberer quält und sich hilflos eingestehen muss, nichts unternehmen zu können. Was ihn irgendwie nahbar macht. Immerhin hat sich Dumbledores Figur in den Köpfen nach den „Harry Potter“-Teilen doch irgendwie allein als der große, mächtige Zauberer und Schulleiter von Hogwarts festgesetzt, der zwar alles zu wissen schien, aber kaum etwas über sich selbst preisgab.

Aber diese Zeit wirkt in „Phantastische Tierwesen 3“ sowieso weit entfernt. Denn der Film spielt in den 1930ern… und führt uns unter anderem nach Berlin, wo gerade der Wahlkampf um die Präsidentschaft der Weltzauberergemeinde läuft. Dort tritt dann auch das erste Mal Oliver Masucci (super sympathischer Kerl btw, ich durfte ihn schon für „Dark“ interviewen 🤓) als deutscher Amtsinhaber und Chef der Zauberwelt in Erscheinung. Tja, und er ist es auch, der schließlich die Entscheidung trifft, Grindelwald mit seinen Vorstellungen von einer Muggel-gesäuberten Welt als möglichen Kandidaten seiner Nachfolge aufzustellen. Da halten ihn auch die Warnungen von Dumbledore nicht von ab. Und puhhhh, ich muss diese düsteren Parallelen zum Nationalsozialismus wohl kaum erwähnen, oder? Es schüttelt dich echt kurz mal….

„Phantastische Tierwesen 3“ wirkt stellenweise wie eine kleine Hommage an „Harry Potter“

Im Kontrast dazu kommt einem Newt mit seiner magischen Gang (und ja, auch Muggel-Freund Jacob hat jetzt ’nen Zauberstab, you’ll see 😉), die sich aufmacht, um Grindelwald zu stoppen, halt echt gelegen. Denn ich verspreche euch, ihr werdet an der ein oder anderen Stelle herzlich laut lachen müssen. Spätestens, wenn Newt die Hüften schwingt, um seinen Bruder Theseus aus einer ziemlich brenzligen Lage zu befreien, könnt ihr euch ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. Wobei man ganz klar sagen muss, dass er diese kleine Befreiungsaktion nicht ohne seine treuen, magischen Begleiter geschafft hätte. Und jetzt spreche ich von dem kleinen, äußerst raffinierten Pickett (den ich ab sofort nur noch mit Brille ernst nehme ☝️) und dem Gold-geilen Niffler Teddy. Und es sind eben genau diese Figuren und kleinen Szenen im Film, die dich glücklich in den Kinositz sacken lassen. Oder wenn plötzlich die allzu vertraute „Harry Potter“-Musik einsetzt und die magischen Freund:innen sich in Hogwarts in der großen Halle zusammenfinden. Oder wenn sich das Monsterbuch der Monster in hundertfacher Ausführung losbeißt, um Grindelwalds Anhänger:innen zu stoppen. Diese kleinen „Harry Potter“-Momente lassen das Muggel-Herz wirklich kurz mal hüpfen. Und man kann gar nicht anders, als zu denken: „Always!“ Kleine Vorwarnung vorweg: Diese weltberühmte, dir die Tränen in die Augen schießende Zeile fällt in „Phantastische Tierwesen 3“ halt wirklich an einer Stelle. 😭

Und wenn wir schon über diese kleinen magischen Momente sprechen, muss man halt auch einfach sagen, dass dich die visuellen Effekte wirklich jedes Mal mitreißen, kaum, dass die Zauberstäbe erhoben werden. Vor allem auf der großen Kinoleinwand, durch die du kurz mal das Gefühl bekommst, selbst mitten drin zu stecken… wenn Stürme entfesselt werden, Bücher als verwandelte Portschlüssel Leute verschlucken und leuchtende Flammen rasant und gewaltig aus den Zauberstäben schießen.💥 Und wenn ihr mich fragt, braucht es das auch… um sonst bei den knapp 2 1/2 Stunden nicht kurz mal die Spannung zu verlieren (was mir gelegentlich tatsächlich fast mal passiert wäre). Immerhin wartet man eigentlich nur darauf, endlich zu erfahren, wer denn nun am Ende siegt… und ob Grindelwald die Welt nun in den Abgrund stürzen wird oder eben nicht. Die Antwort müsst ihr euch dann im Kino holen. Das will ich jetzt nicht spoilern.

Lasst mich also für den Moment nur noch festhalten, dass „Phantastische Tierwesen 3“ zwar definitiv kein Ohnegleichen verdient (dafür war die Story, wie bereits erwähnt, teils zu überladen… und nicht mitreißend genug… ), aber die Magie im Gegensatz zum zweiten Teil halt wirklich zurück ist. Durch viele kleine „Harry Potter“-Augenblicke, die Herzen von Potterheads höherschlagen lassen, durch neue (und alte) magische Tierwesen, die endlich wieder ihren würdigen Platz in der Reihe einnehmen, und durch viele zauberhafte – und ja – teils auch herzzerreißende Momente, die einfach berühren. Und jetzt wünsche ich uns abschließend nur noch, dass wir alle unseren Jacob 2.0 im Leben finden werden, der für uns kämpft wie er um seine Queenie, und wünsche euch viel Spaß beim Film. Lasst euch verzaubern. Denn wenn wir gerade etwas brauchen, ist es doch ein bisschen Magie, oder?!

Credits: Warner Bros/ Jaap Buitendijk, Courtesy of Warner Bros. Pictures

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