Warum es so wichtig ist, dass der Export von Plastikmüll in diesem Jahr endlich eingeschränkt wird

Es ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Na gut, eigentlich rumort es inzwischen schon eine kleine Ewigkeit, nur wurden die negativen Auswirkungen bisher doch eher etwas stiefmütterlich behandelt. Oder sogar ganz ausgelagert.

Die Rede ist von den riesigen Mengen an Plastikmüll, die in Europa, aber auch auf der ganzen Welt, tagtäglich anfallen. Heute wollen wir thematisch allerdings ganz gezielt das Augenmerk auf die Müllmengen der Europäischen Union richten. Denn mit der wortwörtlichen Problemverlagerung hat die sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht wirklich mit Ruhm bekleckert…

Wir produzieren, wir werfen weg… und haben uns bisher zu selten um die endgültige Entsorgung gesorgt. Stattdessen werden jährlich allein aus Deutschland eine Million Tonnen Plastikmüll in Länder wie Malaysia, Indonesien, Vietnam oder Indien verschifft. Vordergründig als sogenannte ‚Wertstoffe‘, um dort aufbereitet und recycelt zu werden. Die Realität sieht allerdings denkbar anders aus (mehr dazu hier).

Wir verlagern unser Müllproblem – auf Kosten anderer

Die Müllmengen in diesen Ländern wachsen weiter an, eine fachgerechte Verwertung ist nur schwer möglich. Die Menschen vor Ort sehen sich mit unseren Abfällen überhäuft – und alleine gelassen. Also werden große Mengen unter niedrigen Umweltstandards deponiert oder schlichtweg verbrannt. Was, neben dem Müll selbst, zu einem weiteren Umweltproblem führt. Die entstehenden Abgase und freigesetzten Schadstoffe gefährden die Menschen, aber auch deren Flora und Fauna.

Und wir sind mitverantwortlich dafür. Weil wir unser Müllproblem nicht selbst gelöst bekommen. Weil wir saubere Städte haben wollen und lieber weiterhin konsumieren, ohne die Konsequenzen zu sehen. Der Einzelperson ist dabei aber wohl kaum ein Vorwurf zu machen. Immerhin sind es europaweite Institutionen, die solche Deals abwickeln und überhaupt erst möglich machen.

Umso wichtiger ist es, ein Bewusstsein zu schaffen und für die Thematik zu sensibilisieren. Vor allem aber, Veränderungen anzuregen. Und die scheint es nun tatsächlich auch zu geben. Wie die Taz berichtet, werden die Exporte von Plastikmüll aus der Europäischen Union seit dem 01. Januar 2021 erstmals stark eingeschränkt.

Unser Müll, unsere Verantwortung

In Zukunft dürfen demnach nur noch saubere Kunststoffabfälle zum Recycling in den Globalen Süden ausgeführt werden. Der Export von unsortierten Plastikabfällen ist komplett verboten: „Ziel der neuen Regel ist es, die Umweltverschmutzung durch Plastik in den Griff zu bekommen und das Material systematisch wiederzuverwerten. In den letzten zehn Jahren sei der unkontrollierte Handel mit Kunststoffabfällen gestiegen und schade der Umwelt und der Gesundheit“, heißt es dazu von Seiten der Taz.

Ein wichtiger Schritt! Denn oft wird ein Problem ja doch erst dann als solches erkannt, wenn es vor der eigenen Haustür zu müffeln beginnt. Wir brauchen nicht noch mehr Müllexporte in immer weiter entfernte Länder. Wir brauchen effektive Lösungen, um aussortierte Wertstoffe langfristig wiederverwenden zu können. Einen Kreislauf für Plastikmüll. Der nicht nur garantiert, dass Ressourcen verfügbar bleiben – sondern der gleichzeitig auch dieses große Problem unserer Zeit minimieren kann. Also ran da! Endlich Eigenverantwortung zeigen! Well done, liebe EU, diese Regelung ist ein erster wichtiger Schritt, wenn auch immer noch ein (zu) kleiner.

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