Wie ein innovatives Unternehmen jetzt aus Plastikmüll Diesel herstellen will

Reden ist silber, Taten sind gold. Ganz so heißt das Sprichwort vielleicht nicht – viel Wahres steckt aber trotzdem dahinter! Denn in einem Jahr, in dem die Klimakrise plötzlich endlich in aller Munde ist und die Folgen davon unaufhörlich voranschreiten, reichen leere Floskeln nicht mehr aus.

Wir brauchen echte Veränderungen. Solche, die den Herausforderungen unserer Zeit wirklich mit ernsthaften Lösungen entgegentreten. Vonseiten der Politik, vonseiten der Konsumenten – aber auch von findigen Firmen, die alles daran setzen, ihren Teil zu einer ressourcenschonenden Zukunft beizutragen.

Innovative Ideen und zukunftsweisende Neuerungen? Yes, please!

Das Unternehmen Biofabrik hat sich genau diesen Anspruch selbst gestellt. Wie Spiegel Online berichtet, wurde jetzt nach Jahren der Forschung der Prototyp einer Anlage vorgestellt, die 250 Kilogramm Plastikabfall (der nicht wiederverwertbar ist!) täglich in Diesel umwandeln kann.

Damit macht die Firma jetzt vielleicht aus dieser Not eine Tugend. Denn hergestellt und später verbrannt wird Plastik sowieso – warum also nicht wenigstens etwas Sinnvolles daraus entstehen lassen? Klar, auch Diesel ist in Form von Treibstoff für den Ausstoß von C02 verantwortlich. Doch immerhin wird auf diesem Weg aus dem Abfallprodukt noch Energie gewonnen.

Plastik darf kein Abfall mehr sein

Denn obwohl neue Klimaziele gesetzt werden, um den Plastikkonsum zu reduzieren, steht momentan noch fest: In naher Zukunft wird das Kunsstoffprodukt nicht aus unserer Welt verschwinden.

Parallel zu Erfindungen wie dieser müssen daher natürlich auch weiterhin vor allem Recycling-Methoden weiterentwickelt werden. Denn am nachhaltigsten ist es immer noch, die Ressourcen in einen Kreislauf einzubinden. Das passiert im Moment aber gerade mal mit einem Zehntel der weltweit produzierten 400 Millionen Tonnen Kunststoff, wie der „Plastikatlas“ der Umweltorganisation BUND eindrücklich aufzeigt.

Es macht als durchaus Sinn, an mehreren Enden anzusetzen. Und zukunftsorientiert ist die Biofabrik allemal. Denn Geschäftsführer Oliver Riedel denkt vor allem an ein ganz bestimmtes Einsatzfeld für seine portable Anlage:

„Hotels könnten die Anlagen an Stränden aufstellen. Touristen und Einheimische, die ihren Plastikmüll hineinschmeißen, würden dann Geld für die Entsorgung bekommen. Fischer können sich eine solche Anlage auch an Bord stellen, so wird mit dem anfallenden Müll direkt der Motor betrieben. Vielleicht fangen die Leute so an, mehr Plastik am Strand oder im Meer aufzusammeln.“

Logische Schlussfolgerung. Denn wie so oft wird etwas vor allem dann attraktiv, wenn es nicht (mehr) als Abfallprodukt angesehen wird – sondern einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft. Klappt bei uns ja auch ganz simpel mit dem Pfandsystem.

Wirklich anspruchsvoll ist die Neuerfindung dabei glücklicherweise nicht. Dank speziell entwickelter Reaktoren sollen selbst Verpackungen mit Lebensmittelresten, Dachpappe oder Fischernetze in Diesel umgewandelt werden können. Bleibt nur noch die Frage offen, wie viel Energie für den Umwandlungsprozess selbst wohl vonnöten sein wird. Und ob eine solche Anlage tatsächlich das Potenzial hat, eine konkurrenzfähige Technologie zu bisherigen Energiegewinnungsformen zu werden.

Wir bleiben gespannt, drücken die Daumen und sind (trotz all des angebrachten Realismus) glücklich über jede unternehmerische Entwicklung, die ernsthaft im Interesse der Umwelt und einer klimaneutralen Zukunft handelt. 🙌

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