Warum es ein Problem ist, dass Scarlett Johansson jetzt einen Transgender-Mann spielt

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Wir leben im 21. Jahrhundert und ENDLICH tut sich was in der Filmbranche. Und das ist gut so. Mehr und mehr werden auch in großen Hollywood-Produktionen verschiedene Sexualitäten und Gender-Identitäten angesprochen und dargestellt.

Und dafür ist es definitiv an der Zeit. Denn nur so bekommen wirklich ALLE Menschen endlich eine Identifikationsmöglichkeit – nicht nur eine ausgewählte Gruppe. 

Eigentlich ist es deshalb wohl ein Grund zu feiern, dass die Geschichte von Jean Marie Gill verfilmt wird. Jean wurde in den 1970ern als Verbrecherboss von Pittsburgh bekannt. Die als Frau geborene Kriminelle kleidete sich männlich, nannte sich Mr. Dante „Tex“ Gill und identifizierte sich sowohl innerlich als auch nach außen hin als Mann.

Die Identifikation und Rollenausbildung der Geschlechter spielt in „Rub and Tug“ also tatsächlich eine vordergründige Rolle. Doch bei der Umsetzung gibt es einen entscheidenden Haken, mit dem sich das Netz so gar nicht anfreunden kann. Denn es spielt nicht etwa ein Transgender-Mann die Hauptrolle, sondern Scarlett Johansson.

Wo bleibt in Hollywood die Diversität?

Hollywood steht damit nicht zum ersten Mal in der Kritik, für diverse Rollen die immer gleichen, stereotypischen Schauspieler zu casten. Denn natürlich gibt es genug andere, die durch ihre eigene Lebensgeschichte und Geschlechtsidentität den Rollenansprüchen besser gerecht werden würden. Nur eben mit einem weniger bekannten Gesicht.

Auch für Johansson selbst ist es nicht die erste kontroverse Rolle. Sie spielte bereits, sogar unter demselben Regisseur, eine Japanerin in der Real-Verfilmung eines bekannten Animes. 

Das ist ein Problem. Denn was eigentlich als Identifikationsmöglichkeit dienen sollte und die Gesellschaft endlich breit gefächert darstellen könnte, ist damit doch wieder vor allem eines – eine gespielte Rolle. Natürlich ändert das nichts an der Tatsache, dass die Geschichte erzählt wird. Und natürlich nehmen Schauspieler in jedem Fall eine Rolle ein, mit der sie sich nicht selbst indentifizieren…

Doch kleinreden lässt sich die Empörung damit trotzdem nicht. Denn dafür ist dieses Problem zu einseitig. Es wäre vielleicht in einer Welt unproblematisch, in der andersrum auch Transgender-Männer Cisgender-Frauen (bei denen die Geschlechtsidentität mit dem zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt) spielen würden. Aber das ist in Hollywood wohl noch lange nicht der Fall. Und genau deshalb muss die Problematik eben doch noch angesprochen werden. Was auf Twitter natürlich nur zu gerne getan wird… 💪🏼

Die zweite unangebrachte Rolle für Scarlett Johansson? Die Nutzer sind ganz klar dagegen!

… Die Nutzer fragen sich zurecht, warum in „Rub and Tug“ kein Trans-Mann einen Trans-Mann spielt

Denn nein, so wird keine Identifikation für Transgender geschaffen

Und ein Nutzer stellt dabei die wohl alles entscheidende Frage

“Wie viele männliche Trans-Schauspieler kannst du nennen? Und wie viele weibliche Cis-Schauspieler?“

Damit wird ganz klar der wahre Kern des Problems getroffen. Das Ungleichgewicht ist nicht zu leugnen. Und es ist ernüchternd und nur schwer zu verstehen, wenn gerade bei Rollen, die daran etwas ändern könnten, nicht genau das auch getan wird.

Dennoch ist ein Film über einen Transgender-Mann natürlich auch schon ein Schritt in die richtige Richtung. Aber funktioniert der wirklich besser, wenn ein bekanntes Gesicht wie Scarlett Johansson die Rolle übernimmt? Wir hätten in Zukunft einfach gerne beides. Bitte, danke schön! Vielfältige Diversität – das wäre doch mal der alles entscheidende Ansatz.

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