Was ein „Seelenficker“ ist und wie man am allerbesten mit Typen wie ihm umgeht

Wenn man sagt, dass man mit den „Besten Freundinnen“ geschnackt hat, dann gehen die meisten erst mal davon aus, dass man abends mit Gesichtsmaske auf der Couch mit einer Flasche Sekt und einer Tüte Chips mit seinen BFFs gesprochen hat. Dass man sich mit zwei Typen um die 30 getroffen hat, um über Themen wie Beziehung, Dating-Trends und „Seelenficker“ zu reden, das denkt man eher weniger. Aber genau das meine ich, wenn ich sage, dass ich mich mit den „Besten Freundinnen“ getroffen habe.

Dann ist die Rede von Max und Jakob, zwei Typen, die seit drei Jahren anonym jeden zweiten Donnerstag einen Podcast gemeinsam mit „Mit Vergnügen“ unter dem Namen „Beste Freundinnen“ online stellen. Sie reden miteinander (manchmal auch mit Gästen) über Themen wie Traumfrauen, warum wir unbedingt geliebt werden wollen oder woher eigentlich diese scheiß Bindungsangst kommt.

Jetzt haben die Zwei auch noch ein Buch geschrieben, auch wenn sie uns im Interview verraten haben, dass sie das erst gar nicht so richtig wollten. „Wir wussten halt, dass damit viel Arbeit verbunden ist und ich kenne Max, das ist ein fauler Sack und ich wusste, ich werd‘ ihm immer wieder in den Arsch treten müssen“, verrät uns Jakob scherzhaft und, dass sie dann mit dem Probekapitel wohl versehentlich doch den Vertrag mit dem Verlag unterschrieben hab. Dabei heraus kam „Wenn Männer über Frauen, Sex und den Sinn des Lebens reden“.

So unverblümt, wie sie sprechen und schreiben, so unverblümte Interviews geben sie auch. Thank God – auch uns. Gelernt haben wir einiges (so viel, dass ich jetzt erst einmal Dating-Detox und um Kerle einen Bogen mache), auch wenn sie, wie sie uns verraten haben, gar keine Mission haben. Weder Frauen zu erklären, wie Männer ticken, noch Männern zu zeigen, dass sie nicht allein mit dem Geschnacke über Gefühle und Frauen sind. „Das wär ja ganz schön, aber dazu müssten Männer erst mal den Podcast hören und das Buch lesen“, scherzt Max. Was ich gelernt habe? Dass es „Seelenficker“ gibt, wer oder was das ist, dass ich dummerweise auch schon welche kennengelernt habe und, wie man sie wieder los wird

Der Seelenficker, was er ist und wie man mit ihm am besten umgeht

Très Click: Ihr redet in euren Podcasts gern von „Seelenfickern“. Was genau ist ein Seelenficker?

Jakob: Ich glaube, ich kann den ganz gut beschreiben. Ich denke, manchen Männern reicht es bei einer Affäre nicht, wenn sich die Frau nur körperlich hingibt, sondern die brauchen das Gefühl, dass die Frau sich verliebt. Wenn eine Frau sich verliebt, dann gibt sie einem viel mehr, meistens ist sie bereit, alles zu geben. Das ist so ein erhabenes Gefühl für den Mann, das dem Selbstbewusstsein einen unglaublichen Push gibt. Es kann daran liegen, dass der Mann selbst nicht so ein gefestigtes Selbstbewusstsein hat oder narzisstische Veranlagungen in ihm schlummern oder so. Dementsprechend brauchen manche Männer das. Ich kann nicht lügen, dass ich nicht selber einer von denen war. Wenn du es selbst nicht geben kann, dieses Lieben, dann brauchst du das von anderen Menschen, besonders, wenn du dich selbst nicht so krass liebst.

Max: Ganz pragmatisch: Der Sex ist dann auch besser. Es ist wirklich so, wenn sich die Frau öffnet und sich dann auch verliebt, dann wird das auch intimer und schöner. 

» Frauen haben immer den Gedanke, dass sie einen Mann retten können. "Er ist ja so unglücklich und ich schaffe es ihn zurückzuholen und jetzt endlich wird's klick machen", aber … das wird nicht passieren. «

TC: Hand aufs Herz, Mädels fliegen ja gern mal auf so Arschloch-Typen. Was glaubt ihr, warum das so ist?

Jakob: Ich glaube, einmal ist es eine Form der Abweisung, die sie immer wieder erfahren und Frauen, die abgewiesen werden, fragen sich oftmals „Was ist mit mir verkehrt, dass der Mann mich nicht liebt?“ Und dann wollen sie dahinter steigen und es verstehen. Das andere ist, dass Frauen immer den Gedanken haben, dass sie einen Mann retten können. „Er ist ja so unglücklich und ich schaffe es, ihn zurückzuholen und jetzt endlich wird’s Klick machen“, aber … das wird nicht passieren.

Max: Ein „Seelenficker“ hat aber auch ein gutes Gespür dafür, genau die Bedürfnisse der Frau zu erkennen und ihr das Gefühl zu geben, dass es etwas Festes wird und, dass sie sich darauf verlassen kann. Wie eine Spinne, die ihre Beute hinlegt und sagt „Guck es dir an, kannst du dir nehmen“. Das ist schon nicht schön.

TC: Okay, und was können Mädels tun, um das „Seelengeficktwerden“ zu verhindern?

Jakob: Sich angucken, ob man in so einer Situation steckt und dann ehrlich zu sich selber sein, dass das mit dem Typen voraussichtlich nichts wird. Und wenn man das erkannt hat, kann man gucken, wie man sich selbst stärken kann. Das heißt, den Freundeskreis oder die Familie aufsuchen und das seelische Defizit auffangen. Sport machen, sich ablenken. Eigentlich alles machen, was man Depressiven rät. In dem Moment ist man so gestärkt, dass man gar nicht mehr das Bedürfnis hat, sich die Liebe bei dem Typen zu holen, dann rückt das in den Hintergrund.

Dann agiert man auch anders und kann sagen „Entscheide für dich, was du willst. Ich ziehe mich zurück, die Situation tut mir nicht gut“ und oftmals ändert sich dann das Verhalten des Typen auch. Wenn du auf einmal sagst „War ganz schön, aber für mich ist das nichts mehr“ kannst du mal gucken, wie der „Seelenficker“ dann denkt „Oh Gott, ich verliere diese Frau, ich muss kämpfen“.

Credits: „Eyecandy Berlin“, Unsplash/Cody Black

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