SEXTALK – Frauen erzählen von ihrem ersten Mal Analsex und geben Tipps, wie’s richtig geht

Illustration von Carina Holtz

Eines der spaßigsten Dinge an meinem Alltag als Redakteurin ist der Moment, in dem ich mit meiner Chefin das nächste SEXTALK-Thema bespreche. In meinem Handy habe ich eine Notiz, in der ich seit 1,5 Jahren immer und immer wieder Themen sammle, die ich so im Alltag aufschnappe. Es läuft dann in etwa so ab: „Anni, welche Frage behandeln wir als nächstes?“ „Wollen wir was Ernstes? Was Romantisches? Was Kritisches?“ – „Was, das richtig knallt!“ Als letzterer Satz fiel, lag eines nicht fern: das Hintertürchen! To be blunt: Analsex. 🍑

Analsex ist ein Evergreen im Thema Sexualität, immer noch leicht tabuisiert, immer wieder Stoff für Diskussionen in der Mädelsgruppe und immer wieder eine Debatte, bei der sich die Lager in zwei Fronten aufteilen: 1. „Ne-vah ev-ah! Mein Arsch bleibt Jungfrau!“ oder 2. „die absolute Erfüllung, literally“. An dieser Stelle will ich ganz klar betonen, dass es absolut (!) legitim ist, wenn man diese Praxis für sich persönlich ablehnt, aus welchen Gründen auch immer. Euer Körper, eure Regeln. Und da solltet ihr euch auch von keinem Mann beirren lassen.

Ich bin irgendwann von Front 1 zu Front 2 gewechselt. Und, obwohl beim ersten Mal ein riesiger Wandspiegel zu Brüche gegangen ist (don’t ask), kam ich mir vor – nach einigen wirklich schmerzhaften Minuten und dem Gefühl, jetzt zu wissen, wie sich eine Geburt anfühlen muss – als würde mein Körper in den Himmel steigen *Engelschor. Nichtsdestotrotz: mit dem Zutritt in diese Pforten verhält es sich ähnlich wie in einem Upper-East-Side-VIP-Club – da kommen nur die ausgewähltesten aller ausgewählten Gäste rein. Eintrittspreis? Viel Geduld, viel viel Vertrauen und viel viel viel Spucke.

Wie sieht’s bei anderen Frauen aus? Ich hab nachgefragt!
Hier sind eure Erfahrungen 😉

„Das erste Mal war nach einem langen Clubabend und dementsprechend war beide ziemlich betrunken. Auf jeden Fall wurde das Hintertürchen wie ein Rambo von hinten durchbrochen. 5 Tage später musste ich immer noch an den Kerl denken. Also wirklich nicht zu empfehlen, das benötigt gute und ausreichende Vorarbeit.“ – Liebe Männer, this is HOW NOT TO DO IT. Mission abort! 

„Mein erstes Mal war echt bescheuert. Der Kerl dachte sich wohl einfach „Loch ist Loch“ und steckte seinen Penis einfach in mein Hintertürchen. Das tat natürlich wirklich krass weh! Ich hab sogar geblutet. Eine ganz lange Zeit war ich wirklich abgeschreckt, hatte echt Panik und hab den Männern immer deutlich vorher gesagt, was ich möchte und was nicht – Analsex! Bis ich mit meinem damaligen Freund einen neuen Versuch gestartet habe. Wichtig war viel Gleitgel, VIEL! Außerdem eine entspannte Stellung! Mir hat es gefallen, wenn ich mich auf seinen Penis setzen konnte (Reiterstellung), so konnte ich bestimmen, wie tief, wie weit und ob überhaupt! Ansonsten kann man auch vorher mit kleinen Analplugs selbst üben, bevor man den Mann an sich heranlässt. Also locker lassen und viel Flutschi!“ – Was für ein heftiger Vollidiot der erste Typ. 

„Bei mir wurde im Eifer des Gefechts das falsche „Loch“ getroffen, autsch! Ich war überwältigt von diesem Schmerz. Aber es war nicht so, dass ich ein Trauma erlitt, Gott sei dank. Ich bin auch überwältigt davon, wie viele Männer das toll finden. Nach einer Weile versuchten wir es einfach noch mal mit viel Gleitgel und Kondom. Girl, du musst dich entspannen und musst locker lassen, sonst wird das nichts. Wenn man sich verkrampft, ist es als wolle man mit dem falschen Schlüssel die Türe aufschließen. Also atmen und locker werden. So kann man das nämlich als Frau dann auch genießen.“ – Falscher Schlüssel. 😂 Zur Frage wie Männer zu Analsex stehen, gibt’s übrigens auch einen Sextalk.

„Beim Doggy ist er abgerutscht und mit Karacho rein – autsch, ich hab Sternchen gesehen.“ – Neeeein, I am SO sorry. 🥺

Erschreckend, wie viele unsensible Männer es gibt, die denken sie seien Rambo? Was ist denn nur los mit euch? Ihr fangt schon an zu zittern, wenn man mit dem Finger nur in die Nähe eurer Kehrseite kommt… 

„Mein erstes Mal Analsex war auf jeden Fall besser als das andere erste Mal. Obwohl er relativ gut ausgestattet war (vor allem auch in der Breite), tat es dank genügend Gleitgel nicht mal weh. Genereller Tipp fürs Hintertürchen: Macht euch keinen Druck (höhö….nicht drücken!). Aber ernsthaft: Je mehr Gedanken man sich darüber macht, desto mehr verkrampft man – und desto schmerzhafter wird es. Wenn man relaxt ist, sich dabei dank eines einfühlsamen Partners entspannen kann und es genießt, dann erlebt man mit ein bisschen Glück nochmal ganz neue Orgasmen. Und wenn doch mal was schiefgehen sollte und etwas ans Tageslicht kommt, das man eigentlich nicht sehen sollte/wollte: Den meisten Typen ist das ziemlich wurscht & scheißegal (höhö again!).“ – Girl, I love you haha. Aber im Ernst, macht euch da keinen Stress. Wer diese Öffnung zweckentfremden möchte, muss halt damit rechnen, dass mal was schiefgeht. 

„Das erste Mal war ein richtiger Fail! Das war mit meinem damaligen Freund und wir hatten beide keine Erfahrung. Er hat’s dann ohne Gleitgel versucht, hat logischerweise nicht so gut geklappt und tat weh. Es dauerte danach echt ein paar Male, bis es nicht mehr so schmerzhaft war. Mein Tipp: Lasst euch zu nichts drängen, lasst euch Zeit, bleibt entspannt und wenn es nichts für euch ist, muss der Partner dies respektieren! Und als wichtigsten Punkt: Macht das nur mit jemanden, dem ihr vertraut.“ – Amen, Schwester. 

„Es war eher ein überraschender Unfall. Wir waren nicht ganz nüchtern und ich sehr eingeölt und super entspannt, wir hatten oft darüber gesprochen und nach viel Vorarbeit mit seiner Zunge (wichtig!) und seinen Händen, glitt sein Penis in der Doggyposition in mich hinein. Dank Vorspiel (und Alkohol) hatte ich keinerlei Schmerzen – aber auch kein berauschendes Erlebnis. Er hingegen schon. Berauschend für mich wurde es erst mit der Zeit und jetzt kann ich es mir nicht mehr wegdenken. Anale Orgasmen sind einfach eine andere, ganz besondere Form der Freude. Tipp: Er muss gründlich vorarbeiten! Und wenn du nicht bereit bist, mach es auch nicht.“

„Zuerst war’s ungewohnt und auch etwas befremdlich. Aber als es dann lief, war es so intensiv, wie ich es noch nie erlebt habe. Mein Tipp: vorher definitiv informieren! Aber auch entspannen, nicht zu viel nachdenken und es genießen.“

„Das erste Mal war sehr spannend, aufregend und einfach sehr neu. Es war damals in meiner ersten Beziehung, die erste große Liebe und wir haben seeehr viel ausprobiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man dem Mann komplett vertrauen muss, damit es überhaupt gut werden kann. Offen über alles reden, entspannt bleiben und sagen was gefällt einem, was nicht. Für mich hat es sich seitdem immer gut angefühlt, außer ich war nicht entspannt genug. Fürs erste Mal: lieber zu viel Gleitgel, als dass es irgendwie zu sehr wehtut. Und nicht scheuen, falls mal kleine Unfälle passieren, ist beim Thema Sex doch normal.“ – Yes. 💩😌

„Irgendwann kam mit meinem Ex-Freund der Tag der Tage, wir waren betrunken und bereit, was Neues auszuprobieren. Gesagt, getan. Das Schwierigste ist erstmal das Einführen, nicht mit zu viel Kraft und nicht zu schnell, wenn er erstmal drin ist, kann nichts schiefgehen. Aber ich fand‘weder das Gefühl schön, als er ihn eingeführt hat ,noch alles andere danach. Fühlt sich für mich eher so an als wenn man kacken müsste. Er fand‘s super toll und hätte es nach dem besagten Mal gerne öfter gemacht, für mich seitdem aber ein absolutes No-Go und muss ich nicht nochmal haben.“ – Ist halt quasi auch wie rückwärts ka….

„Habe das damals mit meinem Exfreund das erste Mal gemacht. War super schön, zuerst ’ne Massage und dann langsam angefangen. Es gab keinerlei Probleme oder Wehwehchen. Aber das lag auch nur daran, dass ich ihm extrem vertraut habe und er auf mich und meine Wünsche geachtet hat. Das ist das A & O. Vertrauen, Respekt und Empathie. Fühlt es sich nicht gut an, ist der Partner zu forsch und will direkt aufs Ganze gehen -cancel it! Es kann extrem viel schief gehen und den ganzen Spaß an der Sache nehmen. Stay safe!“ 

________

Ahhh, Mädels, weil SO viele Antworten eingeflattert sind, kann ich leider nicht alle featuren. Daher hier nochmal ein paar weitere hilfreiche Tipps, die von euch kamen:

– Kommunikation: Sprecht vorher mit eurem Partner/Liebhaber darüber, was ihr erwartet und was eure Vorstellungen sind. Legt Grenzen fest und wer das Tempo anzugeben hat (ganz klar sie!).
– Ein gutes Analgleitmittel! Die schmieren ausreichend und halten lange feucht.
– Reinigung! Es empfiehlt sich Wasser und eine milde Seife. Dann mit den Fingern oder einem Toy den Anus auf die Penetration vorbereiten. Also dehnen und stimulieren.
– Kondom UNBEDINGT wechseln, wenn danach wieder Vaginalverkehr ansteht. Wenn kein Kondom verwendet wird, bitte gar nicht von hinten nach vorne wechseln. Die Bakterien gehören nicht in eure Vagina.

So, und damit seid ihr hoffentlich mit allem Wissen gewappnet, das ihr braucht. 🍑 Ein WEITERES Mal möchte ich noch betonen, falls hier auch ein Mann mitliest: Seid verdammt nochmal vorsichtig und benehmt euch nicht wie die Axt im Wald. Und Mädels, wenn ihr euch in irgendeinem Moment nicht wohl fühlt, scheut euch nicht, abzubrechen. Euer Körper, euer Tempel. In diesem Sinne: NamASSté und happy Weekend. ❤️

 

 

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