Warum es diese Frau erregt, Videos zu schauen, in denen ihr Freund Sex mit anderen hat

„Es mag vielleicht nicht nach einer offensichtlichen Stärkung der Beziehung klingen. Doch das Anschauen von Videos, in denen mein Partner Sex mit seiner Ex-Freundin hat, hat uns einander tatsächlich sogar noch näher gebracht.“ 

Mit dieser knalligen Erklärung startet Meagan Drillinger ihren Artikel für die „Men’s Health“ – mit ihrem ganz persönlichen Sexgeständnis. Eines, das bei vielen ihrer Leser garantiert zunächst auf Unverständnis stößt. Ja, auch wir mussten uns vielleicht mal ganz kurz sortieren. Denn so viel steht fest: Sexuelle Fantasien gibt es etliche (und im besten Fall können die mit dem Partner oder der Partnerin auch tatsächlich ausgelebt werden), doch bei Meagans Vorliebe waren wir dann tatsächlich noch ein Stückchen neugieriger als sonst. Was heißt es für eine Beziehung, wenn der Partner gerne beim Sex mit Dritten zuschaut? Was sagt das über die Person selbst aus? Und kann es, wie in Meagans Fall, die Bindung eines Paars wirklich weiter stärken?

Die Redakteurin sagt von sich selbst, ein sehr eifersüchtiger Mensch zu sein. Umso erstaunter ist sie darüber, als es sie bei der Selbstbefriedigung am meisten erregt, sich ihren Freund beim Fremdgehen vorzustellen. „Wie kann meine größte Unsicherheit im wirklich Leben sich gleichzeitig als meine größte sexuelle Fantasie entpuppen?“

Eifersucht kann Erotik tatsächlich stärken

Im Gespräch mit einer Psychologin und Sexualtherapeutin, Dr. Holly Richmond, wird schnell klar: Sie ist längst nicht die einzige, mit voyeuristischen Fantasien wie dieser. Und die Eifersucht ist tatsächlich gar nicht mal so unbeteiligt an ihrer Erregung:

„Einen Anteil daran hat tatsächlich auch die Evolutionsbiologie. Ihr geschuldet ist dieses Gefühl von: ‚Er gehört mir‘, ‚Sie gehört mir‘. Der besitzergreifende Gedanke hat etwas mit unserem ‚Drang‘ nach Fortpflanzung zu tun. Wenn wir diese Grundannahme in Frage stellen und deshalb Eifersucht verspüren, hat das durchaus auch einen Hauch von Erotik.“

Stellen wir uns unseren Partner beim Sex mit einer anderen Person vor – oder schauen ihr sogar dabei zu – dann ist auf einmal wieder unser Eroberungstrieb gefordert. Das so sicher geglaubtes Gegenstück ist auf einmal nicht mehr „einfach da“, sondern muss zurückgewonnen werden. Auf einmal steigt die Lust auf diese bekannte Person wieder an. Gerade in Langzeitbeziehungen kann ein solches Gedankenspiel mit dem Feuer also durchaus reizvoll sein.

Meagan geht inzwischen gerne noch einen Schritt weiter. Auch, weil sie mir ihrem Partner darüber gesprochen hat – und er ihre Fantasien zu teilen scheint. Was daran so erotisch ist? Liegt für die Redakteurin auf der Hand: „Mir gefällt die Idee, dass jemand anderes meinen Partner ebenfalls sexy findet. Ich weiß, dass er auch andere Frauen anmachen kann, aber wenn er das tut, möchte ich es mitbekommen. Es ist eine ganz einfache Form von Bestätigung.“

Sie erlebt mit, wie toll ihr Freund gefunden wird, weiß aber auch, dass er nur bei ihr am Ende bleiben möchte. Gar nicht mal so schlecht fürs Ego, diese kinky Fantasie. 😏 Vor allem wenn die Alternativen im schlimmsten Fall vielleicht irgendwann Unehrlichkeit oder Fremdgehen wären: „Wir sind Menschen. Wir haben Augen. Wir werden auch weiterhin andere Personen attraktiv finden und uns zu ihnen hingezogen fühlen. Anstatt diese Tatsache zu ignorieren, habe ich beschlossen, sie anzunehmen.“

Wer plötzlich teilen muss, will es viel dringender wieder für sich alleine haben

Ein Lustgefühl aus dem kontrollierten Kontrollverlust heraus. Meagan lässt sich nach vielen Gesprächen ein Video von ihrem Freund und seiner Ex-Freundin zuschicken. Beim Sex. Die Wirkung, als sie es sich alleine anschaut, schlägt stärker ein, als ein Porno es jemals könnte.

„Das Video war heißer, als jeder Porno, den ich jemals geschaut habe. Und das vor allem deshalb, weil ich emotional involviert war. Ich weiß, wie es sich anfühlt, Sex mit ihm zu haben, also konnte ich mir vorstellen, wie sie sich fühlt. Ich weiß, wie er sich anhört, wenn er erregt ist. Wenn ich ihn höre, machen mich also auch die Geräusche an. Es war wie ein Strudel aus sexy Bildern und erotischen Klängen und ich wusste, dass unser Geschlechtsverkehr niemals genau SO sein würde. Aber das war ok so, auf eine gute Art und Weise.“

Für die beiden bleibt es zunächst bei der Befriedigung durch Videos. Doch in Zukunft können sie sich auch vorstellen, die Beobachtungen mit einer realen Person ins eigene Schlafzimmer zu verlegen. Und ebenso wie der Gedanke daran, kann auch die Ausführung durchaus zur Stärkung einer Beziehung führen.

Dr. Holly Richmond erklärt: „Der Grundstein, um solche sexuellen Fantasien umzusetzen, ist ein solides Fundament. Wenn das Fundament der Beziehung nicht gefestigt, sondern steinig und unsicher ist, würde ich ein solches Experiment nicht empfehlen. Auch nicht, um die Beziehung vermeintlich zu retten. Was es braucht, ist die richtige Grundlage.“

Vertrauen, offene Gespräche und ja, auch die Möglichkeit, zurückrudern zu können. Eifersucht kann erregend wirken und das Sexleben (wieder) ankurbeln – aber eben auch furchtbar schmerzhaft sein. Diese Sorgen teilt sicherlich jeder, der sonst ein monogames Beziehungskonzept gewohnt ist. Auch Meagan ging es da nicht anders: „Bevor ich mir das Video mit seiner Ex-Freundin anschaute, war ich furchtbar nervös. Was, wenn der Sex mit jemand anderem besser erscheint? Was, wenn ich ihn auf einmal mit anderen Augen sehen würde… und das die Beziehung nicht verkraftet? All das kann furchtbar nervös machen. Doch je mehr wir über unsere Fantasien sprachen, desto normaler wurde die Idee. So kitschig es auch klingen mag, aber der beste Teil der ganzen Erfahrung war letztendlich, wie nahe er und ich einander gekommen sind. Denn man muss unglaublich ehrlich miteinander umgehen können, um eine sexuelle Beziehung auf diese Ebene zu heben.“

Sexuelle Fantasien dürfen ausgelebt werden

Bevor also der Sex zur reinen Routine wird und beide darunter leiden, sollte durchaus über das gemeinsame Austesten von Fantasien gesprochen werden. Ja, auch die des Voyeurismus. Denn Meagan ist mit ihrer Vorliebe keinesfalls alleine, wie die Therapeutin abschließend versichert:

„So viele Leute und Paare kommen in mein Büro und sagen, dass sie daran interessiert sind. Sie fühlen sich unwohl oder versaut. Dabei is eine ganz normale Erfahrung, nach der viele Leute suchen. […] Und es kann eine wichtige Entwicklung sein, gerade für Langzeit-Paare. So viele Aspekte von Sexualität werden auch heute noch im kulturellen Schatten gehalten. Wir fangen glücklicherweise an, daran etwas zu ändern. Aber es geht noch lange nicht schnell genug. Gestehe dir deine Vorlieben ein, zelebriere sie – und finde sie im ersten Schritt vor allem heraus.“

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