Single sein in Corona-Zeiten? Noch beschissener und schwieriger als vorher

Ich bin ganz ehrlich: Hätte mir jemand vor zwei Wochen gesagt, dass ich heute hier im Homeoffice sitzen und mich kaum noch trauen würde, zum Lidl um die Ecke zu gehen, hätte ich wahrscheinlich spöttisch gelacht.

Ja, ich gehörte definitiv zu den Leuten, die das Coronavirus und die „Panikmacher“ da draußen mehr belächelt als ernst genommen haben.

Aber wer hätte auch schon damit gerechnet, dass sich unser Land – oder nein, vielmehr fast die ganze Welt – auf einen solchen Ausnahmezustand zubewegen würde?

Ich definitiv nicht. Und doch bin ich optimistisch, dass wir das alles irgendwie gewuppt kriegen. Zusammen. Indem wir zu Hause bleiben. Uns quasi ganz freiwillig in Zwangs-Quarantäne verfrachten… und die Außenwelt so gut es eben geht meiden.

Klar, das alles klingt in der Theorie ja erstmal machbar. Und wie liest man doch gerade überall so schön? Endlich wieder mehr Zeit, die man mit seinen Liebsten verbringen kann…

Doch genau da fängt die Misere für Singles auch schon an.

Jup, hello, hier schreibt gerade eine davon. 🙋Eine Single-Lady, alleinlebend und bis vor kurzem eigentlich noch ziemlich Dating-willig.

Aber wie soll das bitte gehen? In einer Zeit, in der man selbst einen lockeren Händeschlag lassen soll? In der öffentliche Veranstaltungen wie Konzerte, Theaterstücke, Partys und Co. abgesagt werden und in der Restaurantbetreiber zwischen ihren Tischen einen Mindestabstand einhalten müssen?

Dating ist also so ziemlich das Letzte, was da noch reinpasst… was genau genommen ziemlich bitter ist. Versteht mich nicht falsch, ich will unsere Single-Spezies hier in keinem Fall zu den Opfern der aktuellen Situation machen (denn das sind wir gewiss nicht), doch man muss schon zugeben, dass das Coronavirus es uns nicht gerade einfach macht.

Denn eigentlich wird uns Singles dadurch ja genau das genommen, was am Single-Sein – ob nun gezwungen oder gewollt – eigentlich eine der wenigen tollen Seiten ist: unsere Freiheit, selbst bestimmen zu können, was wir wollen und wann wir es wollen. Und zwar ohne, dass jemand uns reinredet.

» Seit Corona ist das eigentlich unmöglich geworden. «

Wir haben Bock, die Clubszene unsicher zu machen, die ganze Nacht durchzutanzen und gelegentlich als Sahnehäubchen vielleicht noch ein Date mit nach Hause zu nehmen? Dann machen wir das! Wir haben Bock auf Kino? Dann gehen wir ins Kino!

Tja, doch seit Corona ist das eigentlich unmöglich geworden. Wir sind in unserem Handeln gerade völlig eingeschränkt – und damit auch darin, unser Single-Dasein vollends auszuleben. 

Nicht falsch verstehen, Pärchen können natürlich ebenfalls selbstbestimmt ihr Ding durchziehen. Doch sie sind eben auch nicht völlig alleine, wenn die Freizeitaktivitäten draußen mal ausfallen. Wir Singles im ersten Moment hingegen schon.

Und genau dieser Umstand hat mich tatsächlich gestern Abend das erste Mal so richtig hart und bewusst getroffen. Meine beste Freundin hier in Hamburg hat mir erzählt, dass ihr Boyfriend wegen der ganzen Corona-Krise noch länger bei ihr bleibt. Die Zwei leben in einer Fernbeziehung.

Pärchen werden in der Quarantäne wenigstens nicht von Langeweile oder Einsamkeit übermannt…

Ich hab mich gefreut, klar. Doch im selben Atemzug war ich auch einfach nur neidisch AF! Denn hallo? Quarantäne zu zweit klingt doch eigentlich viel mehr nach erzwungenen Flitterwochen, oder? 😅

Wenn unter Pärchen Langeweile aufkommt, weil das Sudoku-Heft durchgerätselt, die neue Netflix-Serie durchgesuchtet oder auch der letzte Rückenpickel ausgedrückt ist, wird halt rumgevögelt.

Ist. doch. so. Da hält einen auch ein möglicher Coronavirus nicht von ab. Wie viele Corono-Babys uns wohl erwarten werden, frag ich mich da?! 😬

Von uns Singles wohl eher wenige… was mich auch direkt zu meinem nächsten kleinen Struggle-Punkt bringt. Denn Virus-Pingpong mit dem Partner spielen? Ja! Aber mit einem Fast-Fremden? Einer einfach nur Affäre? Ähhh, nope. Das wollen wahrscheinlich die Wenigsten. Man zuckt gerade schließlich schon zusammen, wenn jemand in der freien Wildbahn auch nur niest oder ansatzweise hustet. Da muss direkter Speichelaustausch nun wirklich nicht sein.

Darf man in Zeiten von Corona noch egoistisch sein?

Oder doch? Denn was, wenn die Einsamkeit irgendwann so groß wird, dass man fast durchdreht? Ich frage mich das, weil mir vor ein paar Stunden tatsächlich ein Typ geschrieben hat, mit dem ich gerade eine lockere Sache am Laufen habe und der mich ganz charmant gefragt hat, ob wir die Quarantäne nicht gemeinsam rumkriegen wollen.

Tja, will ich? Eigentlich schon… wäre da nicht das Coronavirus, das immer in meinem Hinterkopf mitschwingt und mir bei dem leichtesten Kratzen im Hals zuflüstert, dass es ja doch mehr als eine Erkältung sein könnte. Und auch wenn ich nicht zur Risikogruppe gehöre, weiß man ja nie. Zumal ich eigentlich auch viel mehr Angst davor habe, andere Menschen unwissentlich anstecken zu können… 

Ergo: Muss man es in so einer Situation also wirklich riskieren und sich auf lockere Dates einlassen? Ist es ok, sich zu treffen – auch in dem Wissen, dass man sich gegenseitig anstecken könnte?

DIE eine Antwort gibt es da sicher nicht. Oder beantwortet dieser Text vielleicht schon meine Frage? Denn wenn ich mir über ein kleines Treffen solche Gedanken mache, ist es vielleicht wirklich die falsche Zeit dafür.

Ja, vielleicht sollte ich meine Quarantäne weiterhin einfach absitzen. Alleine. Ohne Dates, bei denen es ganz klar nur um das Eine geht.

Denn das Haus verlassen und eine Freundin zum Spaziergang treffen, kann ich bislang schließlich trotzdem noch (anders als in Italien beispielsweise, wo die Menschen strikt zu Hause bleiben sollen). Und vielleicht sind genau solche kleinen Verabredungen jetzt das Beste…

… in der Hoffnung, dass diese ungewisse Zeit schnell vorbeigehen wird und auch Singles Dates und die schönste Nebensache der Welt bald wieder ohne große Corona-Bedenken genießen können. Und bis dahin schrauben wir unseren Egoismus einfach alle ein bisschen zurück. 🙏❤️

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