„Fake it till you make it“ – Sylvie Meis im Talk über Confidence, Flirten, „Love Island“ und Body Positivity

Wenn Sylvie Meis sich in einen „Baywatch“-roten Badeanzug schmeißt, bewaffnet mit Fernglas und Rettungsbrett Ausschau nach hotten Singles hält und ganz unter dem Motto „Voller Einsatz für die Liebe“ durchstartet, kann das nur eines heißen: Die 43-Jährige übernimmt als „Love Guard“ die Moderation der neuen „Love Island“-Staffel. 💥❤️🏝 Vor ein paar Wochen haute RTL den ersten Schwung dieser HOT-TEN 🥵 Promo-Videos raus, der uns ja mal so was von heiß gemacht hat auf den Staffelstart am 30.08. und natürlich auf Sylvie – die haben wir nämlich exklusiv für euch getroffen. 😏

In Hamburgs wunderschönem „Fontenay“-Hotel. Und dort haben wir – trotz Regenwetter und bevorstehender Mittagspause (die Niederländerin freute sich btw auf ihren Salat mit Balsamico-Dressing und Riesengarnelen) – einen echt entspannten Deeptalk mit Sonnenschein Sylvie geführt 🌞: Flirttipps, Lebensweisheiten, ihre Ehe mit Niclas Castello, Body Positivity, Reality-TV (Spoiler: Sie ist ebenso addicted wie wir), die Fernseh-Welt, Diversity, Weiblichkeit und natürlich: ihre neue Rolle als Moderatorin, bzw. „Love Guard“ bei „Love Island“. Seid ihr ready? Wir auch, dann: Let’s go! 💥

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Sonnenschein Sylvie Meis im trèsCLICK-Deeptalk

TC: Herzlichen Glückwunsch, Sylvie, zu deiner neuen Position als „Love Guard“ bei „Love Island“! Glaubst du denn an die große Liebe im TV und hast du vielleicht selbst mal mit dem Gedanken gespielt, bei einer Dating-Show teilzunehmen? Wenn ja, bei welchem Format?

Sylvie: Nein, als ich jünger war, waren solche Shows noch gar nicht da. Außer diese eine Show, bei der man hinter so einem Schirm saß und miteinander sprechen konnte. Dann fiel der Schirm und man hat sich zum ersten Mal gesehen (Anm. d. Red: „Herzblatt“ lief von 1987-2005) –  dafür bist du vermutlich zu jung (lacht). Aber ne, ich bin froh, dass ich in meiner Single-Zeit auch gedatet und geflirtet habe, und genauso auf der Suche nach der Liebe war. Ich habe mich auch gefreut, Leute kennenzulernen und zu gucken, was ich eigentlich möchte. Ich finde es schön, dass „Love Island“ den Singles die Möglichkeit bietet, sich zu bewerben und in diesem traumhaft schönen Setting die Lieben zu entdecken.

Möchtest du dann vielleicht auch Sachen anders machen als deine Vorgängerin Jana Ina?

Ich schätze sehr, wie sie es gemacht hat: Sie hat sehr charmant und classy moderiert. Wir sind natürlich zwei verschiedene Frauen, sie ist brünett, ich bin blond. Da hört es aber natürlich nicht auf: Es sind zwei Persönlichkeiten. Was ich sehr an Jana Ina bewundere, ist, dass sie immer mit schön viel Gefühl dabei war. Das will ich auch machen! Ich bin ein emotionaler Mensch, ich freue mich für die Couples, ich schaue da gerne zu und bin mit Herz und Seele dabei. Natürlich will ich auch meinen eigenen Schwung reinbringen: Wie ich bin, meine Persönlichkeit, meinen Charakter. Deswegen fühle ich mich sehr geehrt, ihr nachfolgen zu dürfen. Aber ich bin auch meine eigene Person.

Du bist ja selbst „Love Island“-Fan – läuft bei dir und deinem Mann Niclas Castello manchmal auch Trash-TV? 

Ich habe eigentlich ein Problem damit, dass „Love Island“ in die Trash-TV-Ecke gedrängt
wird, denn es ist kein Trash! Ich finde, es ist ein hohes Niveau von Reality-TV – ja! Aber es ist eine Show, die sich um die Liebe dreht. Ich fand es schade, vor zwei Wochen oder so zu lesen, dass es so genannt wird. Ich habe mich dann erstmal gefragt, ob es der Unterschied zwischen Deutschland und Holland ist, dass es hier nicht so negativ gesehen wird, wenn man „Trash“ sagt. Ich finde es aber ein bisschen negativ. Ich finde „Love Island“ gehört auch nicht dahin. Das ist es nicht.

Und läuft bei euch dann auch viel Reality-TV zuhause?

Ich muss ehrlich gestehen, ich gucke sehr gerne „Real Housewives“ und ich bin wirklich von der ersten Runde an „Love Island“-Fan, damals noch UK. Als es dann nach Deutschland gekommen ist, habe ich auch die deutsche Version geschaut. Ich gucke mir aber auch besonders die Moderatorin an, schaue, was sie trägt. Ich bin einfach begeistert von der liebevollen Art und Weise, wie die Show produziert wird, was man sieht und merkt, aber auch von der Möglichkeit eines glamourösen Settings für eine Moderatorin. Deswegen bin ich auch so froh, dabei sein zu dürfen. Denn es gibt kaum mehr Shows für weibliche Moderatorinnen, in denen man sich auf eine feminine und glamouröse Art zeigen kann.

Was erwartet uns denn in der neuen Staffel?

„Love Island“ ist natürlich ein ganz tolles Dating-Format. Ich freue mich wirklich riesig, dass ich die Show moderieren darf. Ich war immer schon Fan, sogar lange, bevor es nach Deutschland gekommen ist. Ich liebe zum Beispiel auch „Love Island UK“, „Love Island Australia“ und „Love Island US“ und schätze es sehr, dass ich jetzt mal wieder so ein internationales Format kriege. Die Show hat natürlich immer viel Überraschung zu bieten: Diese hot Singles gehen in die Villa, vercouplen sich, dann kommen die Granaten, dann kommen die Challenges, die Zeremonien – es ist eine Achterbahn der Gefühle und ich freue mich sehr, den Islandern dabei zuzuschauen, wie sie sich verlieben und dieses Abenteuer erleben.

Was sind deine Aufgaben als „Love Guard“? Worauf können wir uns freuen?

Es ist der Moderations-Job und ich bin Teil der Promo-Kampagne, was natürlich auch eine sehr große Ehre für mich ist. Denn normalerweise nehmen die Islander die ganze Promo auf sich. Diesmal haben sie also auch einen schönen Shining Part für mich in meinem roten Badeanzug gefunden. Ich sammle die Leute ein, schicke sie in die Villa und los geht’s!

» Wenn du zum Beispiel Single bist und you're putting yourself out there. Dann sollst du selbstbewusst sein. Fake it until you make it, auch wenn du nicht wirklich dieses Gefühl hast, aber sei offen für die Liebe. «
Sylvie Meis

Können sich die Kandidat:innen oder unsere Leser:innen vielleicht flirttechnisch etwas von dir abschauen?

Flirten ist super wichtig, es ist auch eine Lebenseinstellung. Ich finde, sobald man sich commited hat, ist Treue das Allerwichtigste, aber trotzdem kann man flirten. Man flirtet mit dem Leben! Ich kann auch dir ein Lächeln oder Zwinkern schenken und das ist ein Flirt, aber das hat dann nichts Sexuelles. Wenn du zum Beispiel Single bist und you’re putting yourself out there. Dann sollst du selbstbewusst sein. Fake it until you make it, auch wenn du nicht wirklich dieses Gefühl hast, aber sei offen für die Liebe. Sei offen für die little moments am Tag. Zum Beispiel, dass du irgendjemanden sehen kannst, der dir dieses Gefühl, das dir Schmetterlinge bereitet, geben kann. Das ist das, was ich sagen möchte, auch zu den Islandern: Geht mit diesem Selbstbewusstsein da raus, weil sie oder er ist da! Das ist das allerschönste Gefühl. Sei offen für die Liebe, für das Verliebtsein und schaue einfach mal, ob das die große Liebe wird. Aber alles dazwischen, dieser ganze Prozess, ist so schön und genieß es einfach!

Du und Niclas, ihr haltet eure Ehe privat. Glaubst du, dass die Öffentlichkeit eine Beziehung kaputtmachen kann? Was empfiehlst du den Paaren nach der Show, damit es auch außerhalb von „Love Island“ klappt?

Es ist immer die Balance. Die Balance zwischen etwas für sich zu behalten, ein Privatleben zu haben, aber auch zu wissen: Okay, das ist nun mein Job, meine Karriere, teilweise auch Öffentlichkeit und auch da muss man, vielleicht auch mit Höhen und Tiefen, mal lernen, wie man damit umgeht. Wenn man sich bei „Love Island“ kennenlernt – und manche Paare schaffen es tatsächlich zu heiraten und ein Kind zu bekommen – dann hat man natürlich in einer extrem öffentlichen Situation angefangen und sieht auch, dass es so weitergeht. Ich habe meinen Mann privat kennengelernt und wir wollten uns auch bewusst schützen und Sachen wirklich privat behalten. Ich glaube, dass ist für uns dann wieder wichtig. Aber jeder Mensch ist anders!

Überall wird für mehr Diversity gekämpft und Formate wie „Prince Charming“ und „Princess Charming“ gehen durch die Decke. Könntest du dir ein queeres „Love Island“ vorstellen?

Oh, das fände ich toll, so soll es doch sein! Die Offenheit, die Akzeptanz und Toleranz soll es auch im Fernsehen geben. Leute verlieben sich, egal welchem Geschlecht sie angehören oder worauf sie stehen. Das soll respektiert und gezeigt werden. Und deswegen finde ich es gut, dass es zum Beispiel „Prince Charming“ gibt.

In England steht „Love Island“ wegen fehlender Body Positivity in der Kritik. Auch in Deutschland waren die Kandidat:innen der letzen Staffeln und auch in dieser alle auffallend schlank und durchtrainiert. Es gehört quasi zum Konzept. Was sagst du dazu? Muss sich was ändern? Oder denkst du, die Formate würden sonst nicht funktionieren?

Es sind hauptsächlich Singles, die ziemlich hot sind und dafür auch was tun. Die Männer machen ihren Sport und auch die Frauen wollen als Fitgirl hin. Ich finde auch nicht, dass man das wieder verurteilen sollte. Ich arbeite auch hart für meinen Body. Ich arbeite mit diesem Körper, ich bringe Kollektionen raus, das ist etwas, worauf ich auch stolz bin, und, wie gesagt: Soll ich mich dafür verstecken? Wir müssen aufpassen –  obwohl es sehr, sehr gut ist, Akzeptanz und Toleranz zu fördern – dass man nicht so weit geht, dass Andere dann wieder verurteilt werden, weil sie so aussehen, wie sie aussehen. Das ist nicht fair! Das sind auch Menschen. Die haben diesen Körper. Die haben vielleicht zwei, drei Kilogramm weniger, vielleicht extra für „Love Island“ oder auch nicht! Vielleicht sogar mehr. Akzeptier einfach jemanden, wie er oder sie ist.

Genau, Body Shaming geht ja in beide Richtungen …

Genau, weil immer dieses: „Zu dünn, zu dick …“. Ich höre oft, dass ich zu perfekt sei, aber was ist perfekt? Ich fühle mich gar nicht so! Ich fühle mich, wie ich bin. Ich mache das Beste daraus und dafür arbeite ich auch hart! Aber es ist unfair, jemanden immer dafür zu verurteilen, als ob das falsch sei.

Aber trotzdem, Hand aufs Herz: Findest du, man muss für das Fernsehen „hübsch“ sein?

Ne, fürs Fernsehen muss man Personality haben, man muss einzigartig sein und dieses gewisse Etwas haben. Ob das nun über Aussehen geht, über Humor oder über Frechheit … irgendwas muss man haben! Irgendwas, was vielleicht manchmal polarisiert. Aber zu sagen, man muss einfach hübsch sein – nein!

» Deswegen ist dieses 'Fake it until you make it' nichts Negatives. Sicherlich nicht, wenn du etwas Neues machst. Weil wie kann man Erfahrung haben, wenn man es nie versucht oder nie probiert? «
Sylvie Meis

Du selbst strahlst ein mega Selbstbewusstsein aus. Doch war das immer so? Oder hast du in deiner Karriere auch mit Druck wegen deines Aussehens zu kämpfen gehabt?

Ah, ich weiß noch, als ich meinen ersten Job im Fernsehen hatte, da war ich noch keine 25. Da ist dieser Tipp, den ich immer gebe: Fake it until you make it! Am Ende, wenn du dich nicht selbstbewusst fühlst, dann fake it! Denn wenn du es fakest, fängt dein Unterbewusstsein irgendwann an, es zu glauben. Du willst es dann auch ausstrahlen. Dann kriegst du ein gutes Feedback, was dazu führt, dass du dich auch wieder selbstbewusster fühlst. Deswegen ist dieses Fake it until you make it nichts Negatives. Sicherlich nicht, wenn du etwas Neues machst. Weil wie kann man Erfahrung haben, wenn man es nie versucht oder nie probiert? Natürlich scheiterst du manchmal. Ich auch! Auch ich verplappere mich mal. Ich weiß, es braucht harte Arbeit und eine Dosis gutes Selbstvertrauen und dann: Einfach machen!

Du bist wegen deiner Krebserkrankung schon mit 31 in die Menopause gekommen. Hattest du dann erstmal Probleme bezüglich deiner Weiblichkeit. Also dass du dich erstmal nicht mehr so gefühlt hast?

Gar nicht, nö! Ich habe akzeptiert, dass es für meine Heilung notwendig war und ich bin da positiv mit umgegangen. Ich kann’s nicht anders sagen!

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Und wir können es nicht anders sagen: Sylvie, du bist der Hammer! 💥🤍

Sylvie Meis und trèsCLICK-Redakteurin Clara

Sylvie Meis bei unserem Interview

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