DAS sind die 9 „Need to Knows“, bevor ihr euch ein Tattoo stechen lasst

Wir geben es offen zu: Wir lieben Tattoos. Schon mit 16 haben wir an unserem ersten Motiv gefeilt, uns mit 18 das erste Mal unter die Nadel getraut und schwupp war es da, unser erstes Tattoo. Bevor man sich allerdings tätowieren lässt, gibt es Einiges zu bedenken. Schließlich hat man ein Tattoo in den meisten Fällen ein Leben lang.

Woran ihr ein gutes Tattoo-Studio erkennt, wann ihr lieber die Finger von der Körperkunst lassen solltet und noch viel mehr – all das haben wir den renommierten Dermatologen Dr. Welf Prager von www.derma-hamburg.de und Tätowiererin Denise von Hamburg City Ink gefragt und beide standen uns Rede und Antwort.

Was sollte man bei Tattoos im Allgemeinen beachten?

Dr. Prager: Sowohl bei den Farben, als auch bei den Studios gibt es sicherlich Unterschiede, was die Standards angeht. Sei es in Bezug auf die Qualität oder die Hygiene. Da sollte man sich genau erkundigen – so wie man es auch beim Arzt machen würde.
Heute gilt ja irgendwie die allgemeine Annahme, ich weiß, es klingt so oberlehrerhaft, dass wenn es einem nicht mehr gefällt, dann könnte man es sich ja auch einfach weglasern lassen. Das hört sich so leicht an, das wird auch so vermittelt. Man ist da zwar mittlerweile sehr weit, aber es gibt auch keinen Garantieschein, dass es funktioniert. Es ist kein Zuckerschlecken und echt teuer. Das Entfernen einer Tätowierung ist um einiges teurer, als sie sich stechen zu lassen.“

Woran erkennt man ein gutes Tattoo-Studio?

Denise: Der erste Eindruck vom Studio sollte sauber und ordentlich sein. Hygiene ist das A und O und wenn das passt, kommt es auf eine gute Beratung an. Werden all deine Fragen beantwortet, fühlst du dich verstanden und gut aufgehoben? Dann bist du richtig.“

Aus hautärztlicher, aber auch ästhetischer Sicht – was sind die „besten“ Stellen für ein Tattoo? Wo wird die Haut am schnellsten schlaff?

Dr. Prager: „Man muss sich eben bewusst sein, dass so eine Tätowierung für immer ist. Die straffe, schöne Haut allerdings nicht. So kann aus einem Adler halt auch schnell mal eine Fledermaus werden.
Ich persönlich würde mich nur an einer Stelle tätowieren lassen, wo ich sie – wenn ich möchte – zeigen kann und wenn ich sie nicht zeigen möchte, dann auch im täglichen Leben verdecken kann. Man muss bedenken, dass sich Lebensumstände auch mal ändern können, zum Beispiel durch einen neuen Beruf, bei dem das Tattoo nicht mehr so passt.“

Und welche Stellen sind die schmerzhaftesten und welche tun am wenigsten weh? Und wann ratet ihr als Tätowierer von einem Tattoo ab? 

Denise: Sich den Rippenbogen tätowieren zu lassen ist schon sehr schmerzhaft und dadurch eine undankbar zu tätowierende Körperstelle. Was am wenigsten weh tut ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Häufig gehört habe ich, dass Wade und Rücken etwas weniger schmerzen. Die Erfahrung macht da auch einen Unterschied. Wenn man weiß, was auf einen zukommt, kann man sich schon besser darauf einstellen.
B
ei gesundheitlichen Risiken wird nicht tätowiert, ganz klar. Auch bei Tattoo-Wünschen, die die Job-Chancen gefährden könnten. Partnernamen tätowieren wir auch nicht. Ein Hals-Tattoo gibt es auch nicht als das erste Tattoo, das Gleiche gilt bei den Händen.“

» Langzeitstudien über die Wirkung der Farben gibt es nicht, da es keine standardisierten Farben gibt. «
Dr. Welf Prager

Bergen Tätowierungen Ihnen bekannte (Langzeit-)Gesundheitsschäden? Zum Beispiel durch die Farbe?

Dr. Prager: Langzeitstudien über die Wirkung der Farben gibt es nicht, da es keine standardisierten Farben gibt. Was aber immer mal wieder auftritt, sind Kontaktsensibilisierungen. Das ist ein großes Problem, da sie die Farbe ja nicht wieder aus der Haut kriegen. Denn wenn eine Sensibilisierung entstanden sein sollte, dann kann man die Tätowierung auch nicht wieder mit einem Laser entfernen, da der Laser nichts anderes macht, als das er die Bestandteile der Farben in kleine Partikel zu zerschießen, sodass sie von den Makrophagen (der körpereigenen Müllabfuhr) abtransportiert werden können. Diese Stoffe landen dann allerdings bei den Lymphknoten. Das heißt, sie werden teilweise nur verlagert. Ob sie dann in den Lymphknoten bleiben, oder tatsächlich ausgeschieden werden, dazu gibt es auch keine genauen Studien.“

Welche Menschen würden Sie in jedem Fall von einem Tattoo abraten?

Dr. Prager: „Wenn jemand ohnehin eine atopische Dermatitis (Neurodermitis) oder eine Veranlagung zu Allergien hat, dann würde ich davon abraten. Zum Beispiel Menschen mit Heuschnupfen oder solchen, die allergisches Asthma haben. Diese haben eine höhere Tendenz auf äußere Einflüsse zu reagieren.“

Können erst durch eine Tätowierung dermatologische Probleme auftreten oder diese dadurch begünstigt werden?

Dr. Prager: Es gibt bei der Schuppenflechte die Möglichkeit, dass diese erst durch einen mechanischen Reiz, wie zum Beispiel einer Tätowierung, ausgelöst wird.
Wie sich zum Beispiel eine Kontaktsensibilisierung auf den kompletten Organismus des Körpers auswirkt, ist schwer greifbar. Das ist ja dann eine chronische Entzündung, die sich auf jeden Fall in irgendeiner Art und Weise auf den Körper auswirkt. Das ist eine Höchstarbeit, die ein Körper da leisten muss.
Je bunter eine Tätowierung ist, desto mehr Farbstoffe gelangen in die Haut und umso größer ist auch das Risiko.“

Wie pflegt man seine frische Tätowierung am besten?

Denise: Ein Tattoo ist wie eine Wunde. Über die beste Vor- und Nachsorge solltest du dich gut informieren. Frage in deinem Studio nach einem Beratungstermin.“

Dr. Prager: Im Grunde genommen muss etwas Antiseptisches benutzt werden, daher reicht eine Wund- und Heilsalbe aus.“

Was sind denn die beliebtesten Tattoo-Trends? 

Denise: „Mandalas waren im vergangenen Jahr ganz hoch im Kurs.“

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